Tuesday, 22. june 2010 2 22 /06 /Juni /2010 06:20

 

In diesem Beitrag wurde der 17. Juni 1953 thematisiert: http://kritische-massen.over-blog.de/article-wuehlarbeiteraufstand-am-17-juni-52624552.html . Er ist, fuer die Verhaeltnisse dieses Bloegleins, oft gelesen worden. Ich hatte die Ueberschrift gewaehlt, um zu provozieren und ein paar wuetende Reaktionen erwartet. Nichts, keine einzige. Das gibt mir zu denken. Wo sind sie denn, die Verteidiger von freedom&democracy ? Es ist ja nicht, dass sie nicht in diesem Blog lesen wuerden. Also ?

 

Mein Denkresultat ist: Das kommt davon, dass die Mainstream-Medien den 17. Juni heuer so gut wie totgeschwiegen haben. Sie werden von Jahr zu Jahr stiller, was dieses Datum betrifft, scheint mir.

 

Dabei war es doch einmal ein Muss, anlaesslich des 17. Juni die unmenschliche Diktatur der Kommunisten anzuprangern und das Darben und die Unfreiheit in der "Sowjetzone" zu ... nunja, nicht zu schildern, aber doch fleissig zu erfinden. Nicht einmal Suedfruechte ... In der Zwergschule des bayerischen Dorfes, in dem ich aufwuchs, wurden seinerzeit die unschuldigen westdemokratischen Kindlein nachdruecklich angehalten, abends Kerzen ins Fenster zu stellen, zum Gedenken an die armen toitschen Brueder und Schwestern im Spitzbartstaat. Und unsere Eltern wurden nachdruecklich angehalten, Nylonstruempfe und Schokolade zu spenden, die wir unschuldigen Kindlein dann waehrend der Unterrichtszeit zu DEIN PAECKCHEN NACHR DRUEBEN zu packen hatten. Spaeter hiess die "Sowjetzone" dann SOGENANNTE DDR oder "DDR". Sogenannt oder Gaensefuesschen waren Vorschrift. Wer einfach DDR schrieb, galt als verdaechtig. Womoeglich war er ein Kommunist.

 

Drei Jahrzehnte lang war der 17. Juni ein Feiertag mit obligatorischen Hetzreden noch im abgelegensten Marktflecken. Nichts ist mehr uebrig von der alten demokratischen Wehrhaftigkeit. Nicht einmal Herr Gauck, der fromme und freiheitsleibende, ermannt sich am 17. Juni 2010, die "zweite deutsche Diktatur" ins rechte, naemlich ins rechte, Licht zu stellen; jedenfalls nicht, dass das irgendjemand beschlagzeilt haette.

 

Was ist denn los, Leute ? Da schreiben Kommunisten, ausgerechnet zum 17. Juni, die eine oder andere unangenehme Wahrheit, beschmutzen frech das toitsche Nest - und keiner haelt dagegen ?!

 

Warum denn nicht ? Ist es wegen der Suppenkuechen, die es in der DDR nicht gab ? Wegen der Arbeitslosigkeit, 1-Euro-Jobs, horrenden Krankenkassenbeitraegen, sinkendem Lebensstandard, geschlossenen Schwimmbaedern und Bibliotheken in den notleidenden Kommunen, deutschen Landsern wieder ueberall auf der Welt - lauter Sachen, die es in der DDR nicht gab ? Geniert euch doch nicht, ihr wackeren Vorwaertsverteidiger von freedom&democracy ! Steht doch zu den Vorzuegen der wahren Freiheit ! Wer wird denn gleich keinlaut werden ?!

 

Oder ist da eine Angst ? Vor einem wirklichen Arbeiteraufstand, Volksaufstand ? Ist euch jetzt mulmig, jahrzehntelang einen angeblichen Volksaufstand beweihraeuchert zu haben, weil ein wirklicher stattfinden koennte ? War die Assoziation Arbeiter - Volk - Aufstand am falschen Objekt einzutrichtern, am Ende vielleicht ein wenig kurzsichtig ? Schweigt ihr deswegen ?

 

Wenn, dann schweigt ihr zu spat. Die Assoziation Arbeiter - Volk - Aufstand ist nun schon in den Koepfen. Sie braucht sich bloss noch gegen die Richtigen zu richten. - Was wieder einmal beweist, dass nichts so falsch sein kann, dass nicht doch ein Koernchen Wahtheit drinstecken wuerde. Ihr versteht, was ich meine ?

 

____

 

Hier wird die im kucaf-Blog angestossene Diskussion weitergefuehrt:

 

Einer der wenigen verbliebenen Beherzten, ein Herr Ruediger, schrieb und Thomas/kucaf antwortete:

 

http://kucaf.de/2010/06/20/nun-ja-es-war-krieg-wenn/

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: DDR - Community: Kritische Massen
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