Nestor Kirchner tot: Ein Verlust für Lateinamerika

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Nestor Kirchner war ein bürgerlicher Politiker. Er repräsentierte denjenigen Teil der argentinischen Bourgeoisie, dessen Interessen auf nationale Unabhängigkeit und selbständige Entwicklung gerichtet sind und daher in Gegensatz zur US-Dominanz und zu den Aufsichtsansprüchen der "westlichen" imperialistischen Staaten geraten. Kirchner war ein Verfechter der Integration Lateinamerikas. 

 

Kirchners Regierungszeit beendete die chaotische Phase, in der korrupte Vertreter der argentinischen Kompradorenbourgeoisie die Wirtschaft des Landes dem Einfluss des IWF und dem weltweit vagabundierenden Spekulationskapital auslieferten. Das argentinische Volk verjagte in dieser Phase fünf Päsidenten. Der Lebensstandard der Arbeiterklasse fiel, Teile des Kleinbürgertums und der kleinen Kapitalisten wurden ruiniert.

 

Die Kirchner-Regierung beendete die Abhängigkeit vom IWF, stabilisierte die Wirtschaft und suchte ein engeres Verhältnis zu den Nachbarstaaten und der ALBA-Staatengruppe. Sie trug zum Scheitern des ALCA-Projekts bei, mit dem die USA Lateinamerika als Freihandelszone für die noch stärkere wirtschaftliche Durchdringung der US-Monopole und -Banken öffnen wollten. Sie verweigerte sich dem ALCA-Ersatzprojekt bilateraler Öffnungsverträge mit den USA.

 

Nestor Kirchner wird als einer der besseren Präsidenten in die Geschichte Argentiniens eingehen.

 

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update

 

amerika21 zum Tod Nestor Kirchners: http://amerika21.de/nachrichten/2010/10/16314/argentinien-tod-kirchner

Veröffentlicht in Lateinamerika

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