Nordkorea schiesst nicht zuerst

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Übernommen von RedGlobe - http://www.redglobe.de/asien/nordkorea/5925-nordkorea-schiesst-nicht-zuerst :

 
Donnerstag, den 04. April 2013

 

Grafik auf der Homepage des Auslandssenders »Stimme Koreas«

Grafik auf der Homepage des Auslandssenders »Stimme Koreas«

 

Der nordkoreanische Staats- und Parteichef Kim Jong Un hat die Truppen der Demokratischen Volksrepublik offenbar in einem geheimen Befehl angewiesen, an der Grenze zu Südkorea nicht als erste das Feuer zu eröffnen. Dadurch solle verhindert werden, Seoul und Washington einen Vorwand für einen Schlag gegen Pyongyang zu liefern, berichtet der Moskauer Fernsehsender »Russia Today« unter Berufung auf einen Sender im chinesischen Shanghai. »Der große Führer Nordkoreas, Kim Jong Un, hat den Truppen in der ersten Linie einen geheimen Befehl erteilt, unter keinen Umständen als erste das Feuer zu eröffnen, damit Südkorea und die USA keinen Vorwand für einen Vergeltungsschlag haben«, heißt es demnach in dem chinesischen Sender. Zuvor hatte Kim Jong Un offenbar mit einer Reihe von Besuchen die Truppen an der Grenzlinie inspiziert.

 

Unterdessen haben die USA ihre von Pyongyang als Bedrohung verstandene Präsenz im Süden der koreanischen Halbinsel weiter verstärkt. Die mit Luft- und Raketenabwehrsystemen ausgestatteten Zerstörer »Fitzgerald« und »McCain« wurde vor der südkoreanischen Küste stationiert. In Washington hieß es allerdings auch, man habe trotz der zugespitzten Lage keine besonderen Truppenbewegungen im Norden festgestellt, etwa eine Mobilmachung oder einen Aufmarsch.

Am 30. März hatte Nordkorea das Waffenstillstandsabkommen von 1953 aufgekündigt, da dieses wiederholt von den USA und Südkorea verletzt worden sei und deshalb nur noch ein wertloses Stück Papier darstelle. Zugleich wurde in der Verfassung der Demokratischen Volksrepublik das Selbstverständnis als »Atommacht« festgeschrieben. Die nordkoreanischen Atomwaffen seien nicht mehr Verhandlungsgegenstand, erklärten Diplomaten. Auch eine »atomwaffenfreie Zone auf der koreanischen Halbinsel«, wie es lange proklamiertes Ziel Pyongyangs war, sei vom Tisch.

Im deutschsprachigen Auslandssender »Stimme Koreas« hieß es, die »Verstärkung der atomaren Abschreckungsfähigkeit« sei eine »gerechte Maßnahme der Regierung der DVRK zur Friedenserhaltung auf der koreanischen Halbinsel«. Nur dadurch könnten die Machenschaften der US-Imperialismus beantwortet werden, durch dessen atomare Bedrohung der Frieden in der Region bedroht werde. Es seien die USA gewesen, die als erste Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel eingeführt und Korea zum größten Atomwaffenarsenal der Welt gemacht hätten, so der Kommentar.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA warnte zudem, dass die USA ihr »23. Chemiewaffenbataillon« in Südkorea stationiert hätten. Diese Einheit sei 2004 aus Südkorea in die USA zurückgezogen, nun jedoch wieder in Chilgok stationiert worden, heißt es in der Meldung unter Berufung auf das halbstaatliche »Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas«. Das Komitee erinnert daran, dass diese Truppen sich während des Korea-Kriegs Anfang der 50er Jahre barbarischer Verbrechen gegen die koreanische Zivilbevölkerung schuldig gemacht hätten.

 

Quellen: Russia Today, Stimme Koreas, Naenara, KCNA, Rodong Sinmun / RedGlobe

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