Reale Zahlen zum "Jobwunder"

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden lag Anfang 2011 unterhalb der Zahl von 2008. Im selben Zeitraum erhöhte sich aber die Zahl der "Arbeitnehmer" um 200 000, wurde also eine entsprechende Zahl Jobs "geschaffen". Wie geht das ? Die "geschaffenen" Jobs sind zum allergrössten Teilzeitarbeit, befristete Arbeit, Leiharbeit, 400-Euro-Miniobs. - Das ist das "Jobwunder".

 

Die Zahl der "Arbeitsplätze", von denen man leben kann, ist dagegen gerade im Bereich der industriellen Grosskonzerne und der grossen "Dienstleister" rückläufig. Der "Arbeitsplatz-Abbau" wird hier direkt zur Erhöhung der Profitrate benutzt. Das bedeutet für die einen Arbeitslosigkeit, für die, die es "nicht erwischt", Leistungsverdichtung. Hier einige Beispiele:

 

Stellenstreichungen in der grossen Industrie und bei den grossen "Dienstleistern":

 

Nokia Siemens: Streichung von 17 000 Stellen bis 2013 ( von insgesamt 74 000 )

 

EoN : Streichung von 11 000 Stellen, dvon 6 500 9n Deutschland ( von insgesamt 80 000 )

 

Commerzbank: Streichung von 9 000 Stellen im Zeitraum zwischen 2008 und 2013

 

Telecom: Streichung von 1 400 Stellen bis 2015

 

Axa: Streichung von 1 600 Stellen, das ist jeder 6. Axa-Besachäftigte in Deutschland

 

WestLB : Im zu der Abwicklung bleiben von 4 800 Stellen vermutlich nur noch 800 (vormals 12 000 Beschäftigte )

 

Versicherungsgruppe Talanx : 1 200 Arbeitsstellen gefährdet

 

Opel: Nach der Beinahe-Schliessung und anschliessenden "Umstrukturierung wurden europaweit 8 000 Stellen gestrichen. Jetzt steht wieder in Frage, ob Opel überhaupt erhalten bleibt.

 

Manroland (Druckmaschinen): 6 500 Stellen sind wegen Insolvenz gefährdet. Die Insolvenz wurde herbeigeführt, nicht weil die Firma in den roten Zahlen gewesen wäre, sondern weil den Eigentümern Allianz und MAN der Profit nicht hoch genug war.

 

Beiersdorf (Nivea): 1 000 Stellen weniger

 

RWE: Streichung von 8 000 Stellen.

 

Das liesse sich fortsetzen. Es läppert sich zusammen. An jeder gestrichenen Stelle hängt das Schicksal eines Menschen oder ein Familie. Es sind gerade die besser bezahlten Arbeiter und Anbgestellten, die betroffen sind, während am unteren Ende des Arbeitsmarkts gleichzeitig mehr Drecksjobs entstehen, für die zum Teil bisher besser bezahlte Arbeitskräfte eingesetzt worden sind. Neben den sinkenden oder bestenfalls stagnierenden Reallöhnen wird so das allgemeine Lohnniveau nach unten gedrückt. Das ist der Zweck der Übung. Die Lohnquote soll sinken, damit die Profitrate erhöht werden kann.

 

Das ist die Logik der "Standort"-Politik. "Den Standort Deutschland sichern" bedeutet nichts anderes als Verschlechterung der Lebensverhältnisse der Arbeitenden. Dieser "Standort-Vorteil" soll, auf Kosten anderer Länder, ausländisches Kapital anziehen und das in Deutschland sich verwertende Kapital in die Lage versetzen, die Konkurrenz im Ausland zu überflügeln und aus dem Weg zu räumen. Resultat: Griechenland, Portugal usw. .

 

Was hat ein solches "System" den Arbeitenden zu bieten ? Nichts, ausser dem mageren Trost, dass es anderswo womöglich noch schlechter geht als hierzulande und der TINA-Drohung - There is no Alternative.

 

Diese Drohung müssen die Arbeiter und Angestellten umdrehen, wenn sie nicht dauerhaft untergebuttert werden wollen. There is no Alternative - zur Enteignung des Grosskapitals. 

 

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Zahlen aus Fred Schmid, isw-Konjunkturbericht, in dem es jede Menge weiterer Informationen gibt:

http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=3157:das-ende-des-jobwunders-isw-konjunkturbericht-dezember-2011&catid=77:analysen&Itemid=154

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