Religion im Tibet von heute

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In einem Artikel bei german.china. werden die Mönche eines Klosters des Gelug-Ordens dargestellt. Die Gelugpas sind die Sekte, aus der auch der Dalai Lama kommt, der sich als ihr Oberhaupt versteht. In den jahrundertelangen Kämpfen zwischen den Sekten des tibetischen Buddhismus, bei denen sich diese beständig wechselseitig bekriegten und die Klöster niederbrannten, hatten sich zuletzt die Gelupgas durchgesetzt, während die übrigen sich unterwerfen mussten und die Kagys (die jetzt im Westen einigen Zulauf haben) beinahe verschwanden. Der tibetische Buddhismus wird gemeinhin als Lamaismus bezeichnet, weil die religiösen Würdenträger eine herausragende Rolle spielen. Der Lamaismus erinnert in vieler Hinsicht an die katholische Kirche. Die Klosterapparate haben eine vielstufige und ausgeklügelte Hirarchie. Die höchsten Würdenträger waren zugleich kirchliche und weltliche Herrscher - der oberste der "Gottkönig" Dalai Lama.

 

Diese Zeiten - eine Gesellschaftsordnung, die eine Mischung aus Feudalherrschaft und Sklavenhalterei mit mittelalterlich grausamen Gebräuchen war - sind glücklicherweise vorbei. Die Vielzahl der Mönche, die von den Bauern und Hirten ernährt werden mussten, ist stark geschrumpft. Viele Klöster stehen leer, andere haben nur noch einen Bruchteil der vormaligen Mönchszahl. Sie haben immer noch Einfluss, sind z.B. in der tibetischen Regierung vertreten, und einer der höchsten Würdenträger ist Mitglied der chinesischen Politischen Konsultativkonferenz, der quasi zweiten Kammer der Volksvertretung. Aber die Macht des Klerus über die Bevölkerung ist gebrochen. Die Würdenträger können sich so ziemlich auf ihre Religion konzentrieren und auf die Pflege der Sorte tibetischer Kultur, die der Lamaismus hervorgebracht hat. 

 

Modernes Leben der Mönche im Sera-Kloster in Lhasa

 

Sera ist eines der "Drei Großen Klöster" des Gelug-Ordens des tibetischen Buddhismus. Es liegt nördlich von Lhasa, der Hauptstadt des südwestchinesischen Autonomen Gebiets Tibet. Die folgenden Bilder zeigen das moderne Leben der Mönche in diesem Kloster.

Die jungen Mönche lernen neue Dinge kennen und erweitern ihre Kenntnisse. Außerdem ist es am wichtigsten für sie, in der Bibliothek buddhistische Schriften zu lesen und buddhistische Regeln zu studieren.

Veröffentlicht in China

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post