Rosa und Karl und linksdrapierte Heuchler

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Das traditionelle Gedenken an Liebknecht und Luxemburg - ein Teil der Unterstützer zählt Lenin dazu -  wird diesmal von linksdrapierten Antikommunisten benutzt, um sich in spalterischer Absicht in Szene zu setzen und das Anliegen selbst zu diffamieren ( zur anstehenden LL-Demo siehe auch:link , eine Stellungnahme aus Hamburg: link, Aufruf der SDAJ: link ).

 

Die Initiative - das "Bündnis Rosa & Karl" - missbraucht das Andenken an die hervorragenden Revolutionäre. Wenn sie sich auf Liebknecht und Luxemburg berufen, ist das Heuchelei. Sie stehen nicht für, sondern gegen das, was Rosa und Karl vertreten haben. Es handelt sich um ein Täuschungsmanöver. Die Absicht ist nicht, die Linke zu stärken, sondern sie zu schwächen und zu isolieren.

 

Dazu trägt auch die Linkspartei bei, wenn ihr Bundesvorstand und der Berliner Landesvorstand diese Initiative nicht kritisiert, sondern sie stattdessen zu den Kräften zählt, die das Andenken an Karl und Rosa pflegen und sie umstandslos als Teil des LL-Gedenkens nennt. Damit stellen sich diese Vorstände auch in Gegensatz zu einem Grossteil der Mitgliedschaft der Linkspartei, die das LL-Gedenken seit jeher unterstützt. 

 

Der Bundessprecherrat der Kommunistischen Plattform in der Linkspartei hat eine Stellungnahme herausgegeben, die klarstellt, worum es geht. Hier der Wortlaut:

 

 

Wider die Legendenbildung über die Luxemburg-Liebknecht-Demo am 13. Januar | Drucken | E-Mail

 

 
Geschrieben von: Bundessprecherrat der Kommunistischen Plattform in der Partei Die Linke

Montag, den 10. Dezember 2012

 

Kommunistische PlattformEin Bündnis »Rosa & Karl« will am 13. Januar 2013 mit einer Demonstration und einer Aktionswoche an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnern. Eingeladen, an diesen Aktionen teilzunehmen, werden all jene, »die die fortschrittlichen und emanzipatorischen Ideen Rosa und Karls teilen«. Allein mit diesen Worten werden Menschen in Zweifel gezogen, die am 13. Januar 2013 Karl und Rosa ehren, sich aber durch den Aufruf des Bündnisses „Rosa & Karl“ nicht angesprochen fühlen. Und dieser Aufruf ist – um es mit Humor zu nehmen – nicht durchweg freundlich.

Wir möchten daraus zitieren: »In der Vergangenheit sind viele Versuche sozialistische Ideen umzusetzen gescheitert. Nicht nur durch blutige Niederlagen wie die des Spartakusaufstands, sondern auch dadurch, dass ihr fortschrittlicher Gehalt in brutalen Diktaturen und repressiven Systemen ein Ende gefunden hat. Die Namen Stalin, Mao, Ho-Chi-Minh und Honecker stehen stellvertretend für dieses Scheitern.

Das traditionelle Gedenken an Rosa und Karl in Form der LL(L)-Demonstration stellt heute leider einen traurigen Ausdruck dieser Form des Scheiterns dar. Unwidersprochen werden Jahr für Jahr Stalin-Banner geführt, Weisheiten des großen Vorsitzenden Mao Zedongs zitiert und DDR-Fahnen geschwenkt. Kritik wird nicht entgegengenommen, sondern mit körperlicher Gewalt beantwortet. Wir bestreiten, dass solche menschenverachtende Ideologien etwas mit den Ideen von Rosa und Karl zu tun haben und haben die Hoffnung verloren, dass diese Aufstellung des Gedenkens noch von innen reformiert werden kann.

Wenn wir an die Ideen von Rosa und Karl anknüpfen und für ein freies und selbstbestimmtes Leben auf die Straße gehen, so tun wir das als Bündnis emanzipatorischer Jugendverbände und Gruppen. Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, sondern schreiten fragend voran. Wir wehren uns gegen jeden Dogmatismus und die Verherrlichung von Verbrechen begangen von sogenannten Linken und im Namen „der guten und wahren Sache“. Wir wehren uns gegen eine „Freund-Feind“-Logik, denn die Welt in der wir leben ist nicht schwarz-weiß, sondern bunt.«

Soweit das Zitat.

Wer ist gemeint, wenn von der »Verherrlichung von Verbrechen« die Rede ist? Woher kommt die Behauptung, auf der traditionellen LL-Demo würden »unwidersprochen … Jahr für Jahr Stalin-Banner geführt …«? Wir – Kommunistinnen und Kommunisten in der Partei DIE LINKE. – fühlen uns hier denunziert, ebenso wie andere Mitglieder des seit beinahe zwei Jahrzehnten existierenden Bündnisses zur Vorbereitung der traditionellen Demonstration im Rahmen der jährlichen Luxemburg-Liebknecht-Ehrung.

Unsere im Bericht des Bundessprecherrates der Kommunistischen Plattform auf der Bundeskonferenz vom April 2012 nicht zum ersten Mal dargestellte Position (siehe unten) ist mit der des Bündnisses deckungsgleich, sie belegt das Gegenteil von dem, was uns unterstellt wird. Bitte verbreitet diese Position, damit Legendenbildungen erschwert werden.


Lehren aus der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration

28. April 2012 1. Tagung der 16. Bundeskonferenz der Kommunistischen Plattform - Bericht des Bundessprecherrates (Auszug) - Berichterstatter: Friedrich Rabe […]

Am 15. Januar fand die Demonstration statt. Sie zählte gut 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und verlief diszipliniert und kämpferisch. An ihr nahmen sehr viele junge Menschen, Migrantinnen und Migranten und auch ausländische Genossinnen und Genossen teil. Besonders stark waren die Parteien DKP, LINKE und MLPD vertreten. Die ALB, SDAJ, solid und Rebell stellten das Gros der jungen Demonstranten. Ungezählte Fahnen und Transparente wurden mitgeführt. Viele ältere und alte Genossinnen und Genossen, denen die Wegstrecke der Demonstration zu lang ist, säumten den Weg vom S-Bahnhof Lichtenberg bis zur Gedenkstätte der Sozialisten und begrüßten den Zug – nicht selten mit erhobener Faust. Die Polizei trat kaum in Erscheinung. Das war kein Zufall. Es macht sich bezahlt, dass im Bündnis über anderthalb Jahrzehnte der Konsens erarbeitet wurde, dass eine friedlich verlaufende Demonstration politisch einen größeren Effekt hat als eine, die der Polizei Vorwände liefert, einzugreifen. Wir haben keine Illusionen: Wenn unbedingt Vorwände gesucht werden, dann finden sich auch welche. Werden diese aber nicht a priori gesucht, so ist es klug, es nicht darauf anzulegen, sie auf jeden Fall zu liefern. Diese Position bestimmte unser Handeln in den vergangenen Jahren und es gab seitens der SPD-PDS/LINKEN-Koalition auch kein Interesse, diese Position zu konterkarieren. Zehn Jahre verlief so die Demonstration ohne nennenswerte Zwischenfälle zwischen Demonstranten und Polizei. Und so gab es wohl trotz neuer Koalition und einem CDU-Senator in diesem Jahr nicht den Wunsch, zu beweisen, dass man prügeln kann, wie unter Schönbohm und Werthebach. An den U-Bahnhöfen wurden keine Vorkontrollen durchgeführt. Während des Marsches wurden wir weder begleitet noch standen vor Banken martialisch ausgerüstete Polizeiketten. Und es bestätigte sich, was wir wieder und wieder betont haben und was sich, dies sei wiederholt, auch in Dresden zeigte: Ohne aufreizendes Verhalten der Polizei ist eine disziplinierte Durchführung der Demonstration leichter möglich und Agents Provocateurs haben es schwerer. Es gibt allen Grund, vor allem den jungen Demoteilnehmern für ihr hohes Verantwortungsbewusstsein zu danken.

Noch einmal: Dafür, dass das auch im kommenden Jahr so bleibt, gibt es keine Garantie und ist sicher von innen- und außenpolitischen Faktoren abhängig, die dann das politische Klima in diesem Land maßgeblich prägen. Umso wichtiger ist es, die Lehren zu berücksichtigen, die wir in fünfzehn Jahren kontinuierlicher Bündnisarbeit ziehen konnten. Dazu zwei Bemerkungen: Wir hatten es in diesem Jahr erstmalig mit einer Provokation von sich links verortenden Antikommunisten zu tun. Vor einem Haus Höhe Ruschestraße hielt eine Gruppe ein Transparent mit den durchgestrichenen Köpfen von Lenin, Stalin und Mao hoch, mit dem Untertitel versehen: »Kommunismus so nicht«. Leider sprangen einige Demonstranten über den hingehaltenen Stock und es kam zu Handgreiflichkeiten. Besonders durch das Agieren des Leiters der Ordnungsgruppen Daniel Hager und von Thomas Hecker waren die Rangeleien beendet, bevor Fotografen und Kameraleute vor Ort waren. Wenngleich entsprechende Bilder im Netz stehen, wurde in der offiziellen Berichterstattung der Vorfall nicht erwähnt. Im kommenden Jahr müssen wir im Vorfeld stärker darauf orientieren, dass Provokationen bei Nichtbeachtung am ehesten ins Leere laufen.

Wir halten es auch für kontraproduktiv, den Stein des Anstoßes auf dem Friedhof der Sozialisten zu attackieren, indem Blumen zertreten werden und »Stalin, Stalin ...« skandiert wird. Wir haben seinerzeit mit aller Konsequenz gegen die Aufstellung dieses Steins gekämpft und zugleich dringend vor Vandalismus gewarnt. Die Erklärung vom 6. Dezember 2006 »Nicht provozieren lassen – Auseinandersetzen!«, unterzeichnet vom unvergessenen Kurt Julius Goldstein, von Ellen Brombacher, Rim Farha, Prof. Heinz Karl und Sahra Wagenknecht hat nach fünfeinhalb Jahren nichts an Aktualität verloren. »Wer in Zukunft nach ehrendem Gedenken an Rosa und Karl, an deutsche Sozialisten und Kommunisten das Friedhofsrondell wieder verlässt«, so heißt es darin u.a., wird »einen vergleichsweise kleinen Gedenkstein vor Augen haben«. Auf dem stünden nicht, wie es vorstellbar wäre, Namen von Sozialisten und Kommunisten, die in der Sowjetunion unter Stalin umkamen sondern es sei ein Kampfbegriff eingemeißelt: »Opfer des Stalinismus«. Das sei eine Provokation für viele Sozialisten und Kommunisten. Abschließend heißt es: »Provokationen sollen in der Regel die Provozierten zu Dummheiten verleiten, dazu, etwas zu tun, was ihnen schadet. Es wäre mehr als schädlich, käme die Gedenkstätte der Sozialisten zukünftig dadurch in die Medien, dass der besagte Stein in irgendeiner Weise besudelt würde. Springen wir nicht über den Stock, der uns hingehalten wird.« Wir möchten aus aktuellem Anlass diese Bitte nachdrücklich wiederholen.

Und noch etwas: Bevor wir los marschierten, versuchten Vertreter einer Kommunistischen Initiative mit einem überdimensional großen Transparent an die Spitze der Demonstration zu gelangen, auf dem neben Marx, Engels und Lenin auch Stalin abgebildet war. Die Demoleitung setzte durch, dass dieser Versuch scheiterte. Das Bündnis kann nicht verhindern, dass auch Stalinbilder im Rahmen der Demonstration mitgetragen werden, wenngleich dass weder den Überzeugungen der Bündnismehrheit noch dem Konsens im Bündnis entspricht. Was wir nicht dulden ist, dass die Demonstration mit solch einem Transparent eröffnet wird. Letzteres wollten – nicht zum ersten Mal – am 15. Januar auch türkische Genossen. Es sei heute unser Standpunkt noch einmal in aller Deutlichkeit formuliert: Natürlich könnten wir ignorieren, dass in einer Demonstration von gut 9.000 Teilnehmern vier oder fünf Transparente getragen werden, auf denen das Konterfei von Stalin abgebildet ist oder junge Leute mit entsprechenden Buttons herumlaufen. Wir könnten theoretisch auch darauf pfeifen, dass Medien dies zum Charakteristikum der Demo hochstilisieren. Solcherart Verfälschungen durch Aufbauschen zu produzieren, ist deren Aufgabe. Wir könnten uns mit Leichtigkeit auf den Standpunkt zurück ziehen, es gäbe zu dieser Frage unter Linken nun einmal kontroverse Positionen, und die unsrigen seien, da in Büchern und Publikationen veröffentlicht, allen bekannt, die sich dafür interessieren. Doch es geht um weitaus mehr als um unsere Angreifbarkeit. Die LL-Ehrung ist die größte und breiteste regelmäßig stattfindende linke Manifestation in Deutschland mit wachsender internationaler Beteiligung.

Wenn sie das bleiben soll, wenn sie wachsen soll in Zahl und politischer Breite, dann muss sie sich auf Gemeinsamkeiten orientieren. Wer diese Demonstration mit Positionen dominieren will, die nicht zum Konsens gehören, der handelt verantwortungslos. Man kann nicht laufend die Einheit der Kommunisten beschwören, und darunter verstehen, dass man anderen die Kriterien dieser Einheit diktiert. […]

 

Quelle: Internetzeitung / RedGlobe

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Inson 01/03/2013 17:36


Ich denke der Genosse Dr. sc. Dr. h.c. Kurt Gossweiler hat nichts dagegen, wenn ich seinen Leserbrief an die Tageszeitung ND vom 31.12.2012 hier einstelle: 


Die Forderung der Organisatoren der Spalter-Demo bekräftigt Dr. Hans Bomke mit den Worten: "Beider Porträts" - gemeint sind
Stalin und Mao - "haben in Friedrichsfelde nichts, aber wirklich nichts zu suchen."  Wieso denn nicht? Offenbar haben er und alle Gleiches Fordernden ganz vergessen, dass Karl und Rosa
ermordet wurden, weil sie als Internationalisten gegen den Krieg des deutschen Imperialismus und für seinen Sturz und die Verbrüderung mit den Proletariern aller Länder und deren
Kommunistischen Parteien zum gemeinsamen Kampf  für den Sieg der proletarischen Revolution in allen Ländern eintraten. Es entspricht daher ganz ihrem Sinne , wenn in der
Demonstration zu ihrem Gedenken nicht nur ihre Bilder, sondern auch die der Führer der kommunistischen Bewegungen anderer Länder, und natürlich auch jener, die dem Imperalismus die größen
Niederlagen beibrachen, wie Stalin und Mao Tse tung, mitgeführt werden.


Kurt Gossweiler, Berlin.  


 








Inson 12/15/2012 11:00


Wenn man von „hinz und kunz“ als Verräter bezeichnet wird, dann ist das in der BRD fast schon ein Ritterschlag.


Die bürgerliche Geschichtsschreibung in diesem Land ist, bis auf wenige Ausnahmen, antikommunistisch und die „linke“ Geschichtsschreibung, bis auf wenige Ausnahmen, „antistalinistisch“ konotiert.
Das hat System und ist mit Sicherheit kein Zufall, hier wächst wieder einmal zusammen was zusammen gehört. Das „hinz und kunz“ diese Lesart kritiklos übernimmt ist insofern nicht
einmal verwunderlich.


Der „Antistalinismus“ ist die Speerspitze des Antikommunismus in der „linken“ Bewegung. Er stellt, in seinen verschiedenen Spielarten ein Ausstiegsszenario für alle Verwirrten, Verunsicherten und
Enttäuschten, nach unserer vorläufigen Niederlage, bereit und für viele, die sich ernsthaft für eine sozialistische Gesellschaftsordnung engagieren wollen, eine Hürde dar.


Damit steht er der Schaffung einer einheitlichen kommunistischen Partei genauso im Weg, wie der Etablierung einer „linken“ Massenbasis. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist notwendig und
die Positionierung dazu wird entscheidenden Einfluss auf die einzuschlagende Richtung ausüben.


Falls sich dabei eine „antistalinistische“, im Grunde genommen also eine „antikommunistische“ Betrachtung unserer Geschichte durchsetzt, wird sich die Paralyse der kommunistischen Bewegung weiter
fortsetzen.


Das die moralisierenden Kleinbürgerkinder mit ihrer „bürgerlichen Freiheit“ nichts Besseres anzufangen wissen als gerade die Person zu verdammen, unter dessen Führung die Sowjetmacht den
Faschismus besiegte und damit eine wesentliche Grundlage für eben diese „Freiheit“ legte, ist eine Ironie der Geschichte.


„Jeder Mensch, der die Freiheit liebt, hat der Roten Armee mehr zu verdanken, als er jemals in
seinem Leben bezahlen könnte.“(Ernest Hemingway)





Gunther, nur ein Bürger. 12/12/2012 22:11


Bei meinen! vielen Diskussionen fällt immer als Gegenargument STALIN. Wenn also die DKP gewählt werden soll, dann muss es darauf eine Antwort geben, als die, die ich von Ihnen! kenne. Ich merke
in meinen Diskussionen immer, dass es da keine "Kompromisse" gibt, man kann dann auch nicht sagen, dass der Kap. den 1. und 2. Weltkrieg vom Zaun gebrochen hat. Es reicht nicht zu sagen, dass es
atypisch ist. Und ich fürchte, dass das der komm. Weltbewegung den Gar ausgemacht hat.


Ich kenne aber die Haltung oder Meinung der DKP zum Thema Stalin nicht, vllt. irritiert Sie das? Vllt. hat es auch mit einer Programmatik nichts zu tun?


Es ist ein schwieriges Thema, die Kommunisten sehen Stalin primär als Führer der Arbeiterbewegung und dann danach kommt ein moralisches Anhängsel der Verwerfung oder Verurteilung. Ich weiß nicht
wie man damit umgeht, die Menschen da draußen wissen es zumindest. Die Bewertung der DDR funktioniert ja ganz ähnlich, die Verbrechen werden total groß gezogen, während die entsetzlichen
Greultaten, Putsche mit oder ohne Faschisten usw. wenig bis keine Erwähnung finden. Indonesien..., glauben Sie, das die Wessis jenes verurteilen würden? Viele von denen sind erst mit dem Krieg
gegen Afghanistan und dem Irak der Meinung, dass das so nicht geht. Dann sage ich, dass die das schon immer gemacht haben. Es gibt eben eine totale Schieflage in der Wahrnehmung oder sind es
ideologische Standpunkte?

Sepp Aigner 12/14/2012 17:30



Es geht ja weniger ums Wählen. Wahlen sind nicht mehr als eine Art Gradmesser des Massenbewusstseins. Und der - oft als Antistalinismus daherkommende - Antkommunismus ist ein Mass dafür, wie es
der Bourgeoisie gelingt, di geistige Hegemonie über die ganze Gesellschaft zu behaupten. Dabei istdie deutsche allerdings ziemlich erfolgreich, was natürlich - nicht nur, aber auch - mit dem
ausnahmsweise hohen Lebensstandard zu tun hat.


In der DKP gibt es keinen einheitlichen Standpunkt zu Stalin bzw. zu seiner historischen Rolle. Gelegentlich flammt eine Diskussion darüber auf. Die Argumente, die dabei gebracht werden, kann man
z.B. hier verfolgen: http://kritische-massen.over-blog.de/article-kommunisten-und-moral-und-stalin-67302912.html .


Mein Standpunkt ist, dass Stalin, im Guten wie im Schlechten, zu unserer (der kommunistischen) Geschichte gehört. Man kann ihn nicht daraus "ausmerzen". Das wäre Heuchelei. Zur eigenen Geschichte
zu stehen, ist eine Existenzbedingung. Diesen Faden zu zerreissen bedeutet, die eigene Identität aufzugeben. Nicht umsonst steht die Bourgeoisie zu den "Grundwerten" der bürgerlichen
Revolutionen, obwohl sie sie schon im Lauf dieser Revolutionen verraten hat. Das zeigt die Bedeutung, die das "geistige Fundament" für jede Klasse hat.


Naja, so weit mal. Das ist ein weitläufiges Thema ...



Ellen 12/12/2012 20:20


Na und Mao - ja es sind viele gestorben wegen seiner gut gemeinten Vorschläge, die dumm und naiv waren, aber das Volk war ebenso schuld weil sie alles geglaubt und so gemacht haben. 
Politische Fehlentscheidungen die zu Toten führen (und in China eben zu vielen Toten) muß man ihm ankreiden - aber Mord ist das nicht, auch wenn es Massen von Menschen waren die starben, genauer
verhungetren. Die Toten der Kulturrevolution sind auch eher auf das zu junge und fanatische Volk zurückzuführen - er selbst war ja schon halb im Alzheimer.

Sepp Aigner 12/12/2012 20:50



Ich habe bis heute kein abschliessendes Urteil über die Kulturrevolution, obwohl ich mich relativ ausführlich mit dem Thema beschäftigt habe. Vielleicht ist die Schwierigkeit, dass sie
verschiedene Seiten hat. Sicher ist jedenfalls, dass die KP Chinas einen heroischen und vor allen erfolgreichen Berfreiungskampf geführt hat, dass sich unter ihrer Führung das chinesische Volk
aus tiefstem Elend hochgearbeitet hat und dass Mao über lange Strecken dabei eine grosse Rolle gespielt hat.



Ellen 12/12/2012 20:15


Auch zu Pol Pot habe ich etwas, etwas Reales: Ihn selbst im Interview und Leute die ihn kennen von Kindheit an und auch während seiner angebliechn Mörderzeit:


Cambodia: POL POT THE INTERVIEW AND CONFESSION (1of2)[KH&EN] http://www.youtube.com/watch?v=BQMyX80jCF8  


http://www.youtube.com/watch?v=3qhgmfnRJio&NR=1


 


Ich denke jeder echte Mensch wird verstehen, was wirklich los war nach diesen Interviews - oder? Ich finde seine Schuld besteht nur in seiner Naivität und Glauben an das Gute im Menschen, dass er
nicht merkte was bei einigen seiner Leute los war.


 Diese Persönlichkeit und seine näheren Mitmenschen insbesondere die seit seiner Kindheit lassen mich inzwischen zweifeln an seiner Schuld und fragen ob nicht die US-B52 Flächenbombardements
"killing fields" des gleichnamigen verlogenen Propagandafilms besorgt haben.


 


Wen ich sehe wie krass HEUTE die Wahrheit AUCH DEN KOPF gestellt wird, zweifle ich an vergangenen Massenmörder-Stories est recht:


 



In Syrien herrscht ein verdeckter Stellvertreter-Guerrilla-Krieg-der USA NATO Saudis und Kataris. "Unsere Medien" machen nur Kriegspropaganda!

 Beweise:
http://www.08oo.wordpress.com/2012/09/03/syrien-ein-verdeckter-stellvertreter-guerrilla-krieg-der-usanatosaudis/

Sepp Aigner 12/12/2012 20:42



Pol Pot und die "Roten Khmer" sind eine andere Nummer, weder mit der SU in der Zeit Stalins noch mit Maos Rolle vergleichbar. CathrinKa hat in ihrem Blog eine Reihe von Beiträgen zu diesem Thema
stehen. Ich verlinke hier nur einen: http://cathrinka.blog.de/2011/06/27/kambodscha-tragoedie-volkes-11381600/