Schnäppchen-Niebel: Ich bin doch blöd

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Der Reihe nach:

 

1.

Minister Niebel fliegt nach Afghanistan, dienstlich.

 

2.

Er bestellt einen Teppichhändler in die deutsche Botschaft in Kabul. 

Sind die Diensträume der deutschen Botschaft dafür da, dass ein Minister seine privaten   Einkäufe tätigt ?

 

3.

Er kauft einen Teppich für 1 100 Euro. Neun Quadratmeter, sicherlich handgeknüpft. Er sagt, er gehe davon aus, dass dieser Teppich unter ordentlichen Bedingungen hergestellt wurde. Wie lange muss ein Mensch arbeiten, um neun Quadratmeter Teppich zu knüpfen ? Auf wieviel Cent Stundnlohn rechnet sich der Arbeitslohn um ? Vielleicht kann das mal jemand ausrechnen, der etwas davon versteht ?

 

4.

Niebel lässt den Teppich mit einer BND-Maschine nach Berlin einfliegen. Er zahlt nicht dafür. Ohnehin ist ein staatliches Flugzeug nicht dafür da, private Transporte zu besorgen.

 

5.

Der Teppich wird unverzollt an den Behörden vorbei aus der BND-Maschine in Niebels Wohnung geschmuggelt. Als das aufkommt, schiebt er die Straftat auf seinen Fahrer. Ist der Fahrer eines Minister-Dienstwagens dafür da, Privatsachen von Ministern zu schmuggeln ? Und wäre er dafür da gewesen, Privatsachen eines Ministers verzollen zu lassen ? Was hat ein vom Staat bezahlter Fahrer mit den Privatgeschäften eines Ministers zu tun ? Muss ein vom Staat bezahlter Fahrer für einen Minister private Dienste verrichten ?

 

6.

Wer hat den Teppich nachträglich verzollen lassen ? War das staatliches Personal ? Wenn ja: Wieso darf staatlich bezahltes Personal dafür eingesetzt werden, die Privatangelegenheiten eines Ministers zu erlédigen ?

 

7.

Minister Niebel sagt vor dem Bundestag, niemand ärgere sich mehr über dieses Teppichgeschäft als er selbst. Das mag sein. Es ist ärgerlich, wenn man bei einer Straftat erwischt wird und man sie mit Müh und Not gerade noch vertuschen lassen kann. Aber Niebel betrachtet die Angelegenheit als Lappalie. Die illegale oder mindestens nicht "politisch korrekte" Verquickung seines Amts mit seinen Privatangelegenheiten fällt ihm gar nicht auf. Zumindest tut er so als ob sie ihm nicht auffalle. Fällt ihm das nicht auf, weil er das immer so macht ? Weil er meint, das gehe schon irgendwie in Ordnung so ? Und macht das ministerielle Personal das so mit, weil es immer so gemacht wird ?

 

8.

Niebel hätte es nicht nötig, einen Schnäppchenteppich zu kaufen. Er hat es getan. Was bringt er denn sonst so mit von seinen vielen Reisen ? Wer transportiert denn sonst so, was er mitbringt ? Wird es verzollt, wenn es zollpflichtig ist ? Wen lässt er das machen ? Wer bringt die Schnäppchen in seine Wohnung ?

 

9. 

Der Teppich ist eine Lappalie. Aber die Lappalie zeigt die Arroganz der Macht. Und sie zeigt, was für ein strunzdummer Typ da in der Regierung Merkel Minister ist.

 

10.

Schnäppchenjäger Niebel: "Ich bin doch blöd !"

 

  

 

Veröffentlicht in Deutschland

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L
11. Feinste Satire folgt: http://lustich.de/bilder/menschen/niebel-und-der-teppich/
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S
<br /> <br /> Lustig. Das verlinke ich. Danke.<br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> Entwicklungshilfe dient meist dem Land, das diese "Entwicklungshilfe" gibt. Einfaches Beispiel: Da wird einem bitterarmen Land ein Brunnen spendiert. Aber die Ersatzteile wie Dichtungen etc. muss<br /> das Land dann aus Deutschland beziehen und auch bezahlen. Ergo: Diese Art der Entwicklungshilfe ist die Akquirierung von künftigen Kunden auf Kosten der deutschen Steuerzahler!<br /> <br /> <br /> Ganz schlimm wird es, wenn den jeweiligen Potentaten Waffen verkauft werden. Deutschland ist ja einer der größten Waffenexporteure auf diesem Globus <br />
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S
<br /> <br /> "Entwicklungshilfe dient meist dem Land, das diese "Entwicklungshilfe" gibt." - Genau so funktioniert das. Erinnerst Du Dichan diesen indischenBetrüger, der den armen Bauern massenhaft sogenannte<br /> Mikorkredite gegeben hat ? Die Unglücklichstenhabendafür Sattgut von Monsantos gekauft. Und weil das nicht funktioniert, ohne auch die Spritzmittel von Monsantos zu benutzen ... sind viele jetzt<br /> ruiniert und bringen sich um.<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> Niebel betreibt für das deutsche Kapital Entwicklungshilfe in Lateinamerika. In Bolivien hatte er nichts andres zu tun als Morales mit einem Stück Mauer oder Miniaturmauer zu beglücken. Morales<br /> hatte viel zu lachen, diese westlichen Politiker haben echt kein Gewissen, sind sie doch selbst für die Mauer in der Gesellschaft Boliviens verantwortlich. Es ist gerade der weiße Mann der dort<br /> herrscht...<br />
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K
<br /> Ich versetze mich in den Niebel des Grauens und antworte wie folgt:<br /> <br /> <br /> Zu 1. Korrekt - das ist mein Job.<br /> <br /> Zu 2. Mir ist zugetragen worden, das es Teppiche gibt mit verschlüsselten Botschaften. Ich trat als verdeckter Ermittler resp. Käufer auf, um keinen Verdacht zu erregen.<br /> <br /> Zu 3. Es geht um die steganografischen Botschaften - da kann auf solche Kollateralschäden keine Rücksicht genommen werden!<br /> <br /> Zu 4. Da es sich um ein verdächtiges Beweisstück handelt, ist der Transport mit einer BND-Maschine angebracht.<br /> <br /> Zu 5. Seit wann wird für zu untersuchende Beweisstücke Zoll verlangt? <br /> <br /> Zu 6. Dies geschah nur, um die Teppichmafia in Kabul in Sicherheit zu wiegen.<br /> <br /> Zu 7. Das war in Wirklichkeit keine Straftat - ich war als verd(r)eckter Ermittler für den BND tätig!<br /> <br /> Zu 8. Ich kann doch als Entwicklungsminister nicht selbst niedrige Dienste verrichten. Das macht mich bei den Teppichhändlern unglaubwürdig. Die denken sonst, ich hätte kein Geld, um Diener<br /> zu bezahlen!<br /> <br /> Zu 9. Der Teppich ist keine Lappalie! Für meinen Einsatz für das Vaterland ist mir das Bundesverdienstkreuz sicher!<br /> <br /> Zu 10. Dieser Titel gebührt mir zu Recht: Denn mit meiner Aktion sind die Chancen gewachsen - diese Teppichmafia zu schnappen!<br /> <br />
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S
<br /> <br /> Wenn es zu einem Prozess kommt, solltest Du seine Anwältin werden. <br /> <br /> <br /> <br />