Smog in Peking. Alarm in Deutschland

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In den deutschen Medien ist in den letzten Tagen viel von der schrecklichen Luftverschmutzung in Peking die Rede. Man sorgt sich sehr um die Chinesen. Die haben immer noch nicht ihre Ruhrgebiete desindustrialisiert und in Freizeitparks für Arbeitslose verwandelt. Bei facebook habe ich einen Hilferuf von Christian Y. Schmidt, Peking, gefunden, der mit letzer Kraft röchelt:

 

 

Liebe Freunde in Deutschland,

vielen Dank für Eure besorgten Nachfragen, den schlimmen Smog in Peking betreffend. Fragt aber bitte nicht mehr, denn wir sind jetzt praktisch alle tot. Die letzten noch lebenden Journalisten werden das sicher demnächst aus Peking berichten. Das haben wir jetzt davon, dass wir unter einem... kommunistischen Regime gelebt haben, das die Menschenrechte nicht achtet, alles raubkopiert und Euch in Deutschland die Arbeitsplätze wegnimmt.

Dass die Luftverschmutzung in den meisten indischen Grossstädten oder in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator sowohl im Jahresmittel als auch in den Spitzen viel extremer ist, braucht Euch nicht weiter zu interessieren. Dieser Smog ist nicht gesundheitsschädlich, weil er in demokratischen Ländern vorkommt. Deshalb müssen die freien deutschen Medien auch nicht darüber berichten. Ich fand es immer wunderbar, wie gut Ihr von diesen Medien über China und den Rest der Welt informiert wurdet. Eigentlich wusste man in Deutschland immer besser über die Situation in Peking Bescheid, als wir vor Ort. Leider wollte ich nie hören. Und deshalb gibt es mich nicht mehr.

Ihr in Deutschland habt übrigens mit dem Smog in Peking nichts zu tun. Ich wiederhole: Ihr habt damit nichts zu tun. Schuld sind die Chinesen! Ich wiederhole: Ausschliesslich die Chinesen. Und Ihre kommunistische Partei. Bitte sprechen Sie mir nach: Schuld sind die Chinesen! Schuld sind die Chinesen!

Röchel, röchel:

Euer Christian Y.

Veröffentlicht in China

Kommentiere diesen Post