"So viele Jobs wie noch nie !" - Aber welche Jobs ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

"So viele Jobs wie noch nie" habe es 2012 gegegen, heisst es aus der Merkelregierung. Die statistischen Tricks, mit denen dbei gearbeitet wird, sind bekannt. Aber es steht auch die Frage: Welche Jobs ? Die Mehrzahl des "Jobwunders" sind Drecksjobs mit schändlichen Löhnen und Arbeitsbedingungen.

 

Der eigentliche Inhalt der sogenannten Arbeitsmarktreformen besteht im Drücken der Löhne und der rechtlichen Schlechterstellung der Lohnabhängigen. Das betrifft nicht nur die Millionen "prekär Beschäftigten". Was die einen sich schon gefallen lassen müssen, schürt bei den noch "fest" Angestellten die Angst und die Bereitschaft, bei Lohnforderungen zurückzustecken und sich die grössere Arbeitshetze und alle möglichen Zumutungen gefallen zu lassen.

 

Hier ein Kommentar in der UZ zu den sogeannten Minijobs:

 

Minijobs verdrängen auskömmliche Arbeit

Die Etablierung des Niedriglohnsektors ist die Grundlage für den von der Bundesregierung verkündeten wirtschaftlichen Erfolgskurs Deutschlands. Nun heißt es in einer neuen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) es gebe "deutliche Hinweise", dass Minijobs insbesondere in Kleinbetrieben sozialversicherungspflichtige Stellen ersetzen. Gerade im Einzelhandel und Gastgewerbe ist das so. Das IAB hat auch untersucht, wie sich die Zahl der Beschäftigten in den Betrieben entwickelt hat und stellte fest: Betriebe verringern die Zahl ihre sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, wenn sie Minijobs schaffen.

Besonders in den Kleinbetrieben ist die Verdrängung von Normalarbeitsplätzen durch Minijobs zu erkennen. Als Kleinbetrieb gilt übrigens auch eine Supermarkt-Filiale mit weniger als zehn Beschäftigten, wenn sie zu einem Konzern gehört. Offiziell arbeiten fast 7,5 Millionen Menschen in Minijobs, davon 2,5 Millionen im Nebenjob. Ihre Zahl hat sich seit 1999 verdoppelt. Minijobs sind damit nach der Teilzeitbeschäftigung die am weitesten verbreitete "atypische" Beschäftigungsform in Deutschland. Für rund fünf Millionen ist der Minijob die einzige bezahlte Tätigkeit, die anderen üben den Job neben einer "normalen" Beschäftigung aus. Der Zusammenhang mit den Hartz-Gesetzen ist offensichtlich: Seit 2003 hat sich die Zahl der Minijober um ein Drittel erhöht. Minijober verdienen derzeit maximal 400 Euro im Monat bei einem Job, dessen Stundenzahl in einer Grauzone liegt, um die sich niemand kümmert und für die es keine Kontrollinstanz gibt. Früher waren höchstens 15 Stunden pro Woche erlaubt, aber das wurde 2003 aufgehoben und so kann ein Minijob, bei entsprechend miesem Stundenlohn, durchaus auch ein Ganztagsjob sein. Die 400 bzw. ab 2013 450-Eurojobs verteilen sich hauptsächlich auf: Groß- und Einzelhandel, Gebäudebetreuung, Grundstücks- und Wohnungswesen, Gastronomie und Gesundheitswesen.

Wen wundert es da, dass zwei Drittel der so Beschäftigten Frauen sind. Der Kapitalismus profitiert von einer in Männer und Frauen, Deutsche und Ausländer, Junge und Alte, Stammbelegschaft und Prekärbeschäftigte gespaltene Belegschaft.

Uns kommt das zu teuer. Wir können uns den Kapitalismus wirklich nicht mehr leisten.

 

Wilhelm Dörner

Quelle: http://www.dkp-online.de/uz/   

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