Spanien: Mächtige Demos gegen die Zwangsräumungen

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Hier habe ich auf die Bewegung gegen die Zwangsräumungen in Spanien hingewiesen: link . Die Menschen lassen sich von den verbalen Zugeständnissen der Rajoy-Regierung nicht einlullen, sondern demonstrieren weiter, so auchan diesem Wochenende. Tante FAZ kommt nicht umhin, das zu registrieren: link . 

 

Hier ein Bericht bei RedGlobe von den Demos dieses Wochenendes in Spanien (http://www.redglobe.de/europa/spanien/5789-hunderttausende-demonstrieren-gegen-zwangsraeumungen ):

 

Hunderttausende demonstrieren gegen Zwangsräumungen

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Sonntag, den 17. Februar 2013

 

Barcelona

Barcelona

Hunderttausende Menschen haben am Samstag in zahlreichen Städten Spaniens für das Recht auf Wohnraum und gegen Zwangsräumungen sowie gegen den »finanziellen Genozid« der Regierung in Madrid und der Banken demonstriert. Zu den Kundgebungen aufgerufen hatte die Plattform der Hypothekenopfer (PAH), unterstützt wurde sie von Gewerkschaften, Nachbarschaftsvereinigungen und anderen Organisationen. Allein in der Hauptstadt Madrid gingen Schätzungen zufolge rund 50.000 Menschen auf die Strasse. Dabei kam es erneut zu Übergriffen der Polizei, die mehrere Demonstranten festnahm. In Barcelona verlief der Zug dagegen ohne nennenswerte Zwischenfälle. Nur als der Marsch am örtlichen Sitz der in Madrid regierenden rechten Volkspartei (PP) vorüberzog, flogen einige Eier und Wasserflaschen gegen die Fassade des Gebäudes.

 

 

Im Baskenland beteiligten sich Tausende an den Demonstrationen in Donostia (San Sebastián), Vitoria und Bilbao. In Pamplona folgten nach Polizeiangaben rund 5000 Menschen dem Leittransparent mit der Aufschrift »Gegen den finanziellen Genozid« und machten Stopp an Banken und Parteigebäuden, um dort lautstark ihren Protest kundzutun. In Valencia zogen Zehntausende durch die Stadt.

 

Iruñea

Iruñea

Auf 6000 Teilnehmer wird die Zahl der Demonstration in Sevilla angegeben, die auch der Unterstützung der in dieser Region besonders starken Hausbesetzungsbewegung diente. Bei den »Corralas« nehmen durch Zwangsräumungen obdachlos gewordene Familien leerstehende Häuser in Besitz, die Banken oder großen Immobilienunternehmen gehören.

 

In Murcia forderten Tausende, dass »die Banker nicht länger die Bürger ausbeuten« dürfen. Zudem sprachen sich die Demonstranten dafür aus, dass die in der vergangenen Woche mit 1,5 Millionen Unterschriften im spanischen Kongress eingebrachte Gesetzesvorlage gegen Zwangsräumungen angenommen wird. Auch in Valladolid, Zaragoza, Guadalajara, Logroño und Gijón fanden Demonstrationen mit jeweils mehreren hundert Teilnehmern statt. In Santander verharrten die Teilnehmer zu einer Schweigeminute für die Opfer der jüngsten Selbstmorde. Allein in den vergangenen Tagen hatten sich sechs Menschen das Leben genommen, da sie angesichts bevorstehender Zwangsräumungen keinen Ausweg mehr sahen.

Den spanischen Bestimmungen zufolge reicht die Übergabe eines hypothekenbelasteten Hauses an die Bank nicht zur Tilgung der Schulden, wenn der aktuelle Wert der Immobilie unter der Summe aus Schuld und Zinsen liegt. So verlieren unzählige Familien nicht nur ihr Obdach, sondern können sich aufgrund einer weiter erdrückenden Schuldenlast auch kein neues Leben aufbauen.

Veröffentlicht in Spanien

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