Steve Jobs - Tod eines Ausbeuters

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Ausbeuter des Tages: Steve Jobs (1955-2011)

 

 

Von Tibor Zenker

Steve Jobs, Begründer, Verwaltungsratsvorsitzender und bis vor wenigen Wochen Vorstandsvorsitzender von Apple Inc. ist tot. Am 5. Oktober 2011 erlag er seinem Krebsleiden. Dass der milliardenschwere Superkapitalist unsere Welt verlassen hat, mag für seine Angehörigen und Freunde betrüblich sein - die quasi-"Staatstrauer" im Internet, in Online-Communitys und in anderen Medien ist aber unangebracht. Denn Apple ist selbst eine Art Krebsgeschwür im internationalen Kapitalismus, das seinerseits genug Leid und Tod auf der Welt verbreitet hat.



Apple, ursprünglich als Computerhersteller gegründet, ist heute unangefochtener Weltmarktführer im Bereich der MP3-Player (72% Marktanteil), im Bereich der Internet-Musikdownloads (85%) und immerhin noch am dritten Platz am Computermarkt. Das ergibt in Summe einen Konzern mit 65 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz, mit einem Gewinn von 14 Milliarden und mit einem Umsatzwachstum von - trotz Wirtschaftskrise - zuletzt über 50% (2010). Derartiges schafft man nicht einfach mit toller PR und innovativen Erfindungen, wie wir glauben sollen, sondern durch maximale Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft. Und dies tut Apple insbesondere in Asien.

Das bekannteste Beispiel ist die taiwanesische Firma Foxconn, die im Auftrag von Apple in der Nähe von Hongkong produzieren lässt. Vor nicht allzu langer Zeit wurde bekannt, unter welchen Bedingungen dies geschieht: Auf einem Areal, in dem Fabrik- und Wohngelände auf engstem Raum kombiniert sind, arbeiteten bis zu 400.000 Menschen. Und dies bis zu 15 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche, für umgerechnet 40 Euro im Monat, obwohl der regionale gesetzliche Mindestlohn das Doppelte beträgt. Die maximal erlaubten Überstunden von 36 pro Arbeiter und Monat wurden mit 80 problemlos übertroffen. Der Druck, der damit auf die v.a. chinesischen Wanderarbeiter ausgeübt wurde, führte im Jahr 2010 zu mindestens 18 Selbstmorden am Fabrikgelände. Die übrigen Arbeiter mussten sich daraufhin vertraglich dazu verpflichten, fürderhin von Suizid und extremer Selbstverletzung abzusehen.

Daneben gilt Apple als ein Unternehmen, das es mit Umweltschutzstandards nicht allzu genau nimmt (Verwendung giftiger Chemikalien, absichtlich reduzierte Lebensdauer der Produkte, Klimaschutz). Im Inneren des Konzerns werden die Arbeiter und Angestellten bespitzelt, angeblich um Industriespionage zu verhindern, bei personenbezogenen Kundendaten werden dafür umso weniger Sorge und Sorgfalt an den Tag gelegt. Und nicht zuletzt kann Apple aufgrund seiner Marktposition manipulativ Einfluss nehmen auf die Distribution - und Nichtdistribution - von Software. Im IT- und Kommunikationsbereich sind dies zwar keine Einzelfälle, die nur Apple betreffen, was die Sache aber auch nicht gerade besser macht.

Steve Jobs war Buddhist. Wollen wir hoffen, dass ihm sein Karma dazu verhilft, nun als einfacher ostasiatischer Arbeiter einer Apple-Produktionsstätte wiedergeboren zu werden. Die übernächste Reinkarnation wird dann sehr bald folgen. 

 

Quelle: http://www.kominform.at/article.php/20111006192644718

Veröffentlicht in Westliche Werte Boerse

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W


Fairerweise sollte erwähnt werden, dass nahezu alle Hardware unter solchen Bedingungen produziert wird, nicht nur die Apple-Geräte. In Anbetracht der hohen Margen und der Quasi-Religion Apple
finde ich das bei Apple allerdings in der Tat verwerflicher.



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S


"Fairerweise ...". Unbestritten. Mir liegt auch nicht daran, Jobs als "besonders Schlimmen" hinzustellen. Er hat halt seine Geschäfte gemacht wie alle anderen Grossen auch.



A


Dem ist nichts hinzuzufügen,hat off-sehr guter Kommentar.Matthias



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K


Marxismus heißt Revolution im Denken und revolutionäres Handeln in der Tat, im Rahmen objektiver und erkannter Möglichkeiten! Marxismus heißt nicht Umsturz um des Umsturzwillen, sondern
Veränderung im Interesse des Proletariats den objektiven Bedingungen entsprechend und dazu gehört eben auch der Kampf um bessere Löhne, der Kampf gegen Ausgrenzung von Menschen und deren
Integration in die Gesellschaft etc.


Ja, Prolet, wie stolz das klingt, gerade auch weil beständig versucht wird diesen Begriff gegen das Proletariat selbst zu kehren in dem er in abwertender Form Verwendung findet. Aber auch solche
abwertende und entstellende Verwendungen sollten dort eingeordnet werden wo sie hingehören, sie sind, genauso wie der Tatsachen verdrehende Begriff des Arbeitsnehmers, in das Arsenal des
ideologischen Kampfes. Wenn nun gkb schreibt: „Ob Prolet zu sein ehrabschneiderisch
ist, weiß ich nicht, weil ich mich mit Ehrabschneiderei nicht befasse. Aber wie ein Prolet zu denken, muss der Prolet aufhören können, um sich vom Proletsein zu befreien. Sonst will er "Arbeit"
wie Sepp und almabu bzw. obsolete Denkschablone“, verkennt er völlig die Rolle des Proletariats, der Arbeiterklasse in der kapitalistischen Gesellschaft. Und wie soll der Prolet
aufhören wie ein Prolet zu denken, wenn er nicht aufhört Prolet zu sein? Und kann er aufhören Prolet zu sein, in einer Gesellschaft welche ohne den Proleten aufhören würde zu existieren? Und so
gern es auch geleugnet wird, die kapitalistische Gesellschaftsform bringt den Proleten nicht nur hervor, sondern sie benötigt diesen zwingend, ohne Prolet ist sie nichts, woraus sich auch die
historische Rolle des Proletariats als Klasse ergibt.


Und stellt sich nicht gerade hierzulande die Frage, denkt ein Prolet überhaupt wie ein Prolet? Das ist bei den meisten Proleten nämlich nicht der Fall, diese denken leider nicht wie Proleten,
also im Interesse ihrer selbst, sondern so wie die Meinungsmachemedien es ihren vorgeben, meistens in bürgerlichen Kategorien. Wenn sich dann noch Prolet als Bürger fühlt, ist die Welt in
Ordnung, lernt Prolet so seine eigenen Interessen zu vergessen und nimmt sich der Interessen seiner Ausbeuter an! Nein gkb, die Proleten müssen nicht aufhören wie Proleten zu denken, sondern sich
ihrer objektiven Rolle als Prolet bewusst werden und als Proleten denken!



Antworten
S


So herum, genau so ist es.



A


Der Begriff Prolet ist nach Marxscher Definition sinnentstellt und impliziert


nicht zwangsläufig eine unkultivierte,unterentwickelte Klassengesellschaft


die sich blindlings Ihrem Fatum ergibt.Den Neologismus Arbeitnehmer halte


ich für wesentlich problematischer und ehrenrühriger.Ich habe exzellente


Kontakte nach England,der Terminus work taker ist dort völlig unbekannt.


Wir haben in Deutschland hochqualifizierte,intelligente "Proleten",natürlich


nur mit dem einzigen Übel der besseren Profitmaximierung.Der Marxismus


perse schließt selbstverständlich eine adäquate,humane Lohnpolitik mit ein.


Wer in diesem Blog von deutscher Kleingeisterei infiziert ist sollte sich davon-


trollen und seine verbogenen "Weisheiten" mit gleichgesinnten teilen.


Schönes Wochenende Sepp.Matthias



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S


Im Manifest steht zu der Frage, wie Klassenbewusstsein überhaupt entstehen kann:


"Die Arbeiter beginnen damit, Koalitionen gegen die Bourgeois zu bilden; sie treten zusammen zur Behauptung ihres Arbeitslohns. Sie stiften selbst dauernde Assoziationen, um sich für die
gelegentlichen Empörungen zu verproviantieren. Stellenweis bricht der Kampf in Emeuten aus."


Es ist völlig klar, dass Marx und Engels die Verteidigung der Lebensbedingungen der Arbeiterklasse im Kapitalismus und ihr Interesse an einer Überwindung des
Kapitalismus als Zusammenhang gesehen haben, in dem es darauf ankommt, den "Kampf ums Teewasser" zum Kampf um die Macht weiterzubringen. Das eine gegen das andere künstlich in Stellung zu
bringen, ist eine kleinbürgerliche intellektuelle Überheblichkeit, die von den praktischen Erfordernissen absieht und im Effekt nicht nur nichts zur Beförderung des Klassenbewusstseins beiträgt,
sondern dem sogar hinderlich ist. Die MG besorgt, ob ihre Anhänger das wollen oder nicht, das Geschäft der Bourgeoisie.


Dir auch ein schönes Wochenende.



G


Der Sepp, den du grüßt, hält nicht den Kommunismus für konkret machbar, sondern menschenwürdige Löhne. Ob Prolet zu sein ehrabschneiderisch ist, weiß ich nicht, weil ich mich mit Ehrabschneiderei
nicht befasse. Aber wie ein Prolet zu denken, muss der Prolet aufhören können, um sich vom Proletsein zu befreien. Sonst will er "Arbeit" wie Sepp und almabu bzw. obsolete Denkschablonen. 
Over.



Antworten
S


Dafür, was "der Sepp" "für konkret machbar hält" zu sagen, braucht der Deine missgünstigen "Übersetzungen" nicht. Was Du in dieser Kommentarfolge treibst, ist einfach argumentloses
Bashing.