Streik in Berliner Charite geht weiter

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Seit dem 2. Mai streiken die Beschäftigten des Universitätsklinikums Charite. In der Urabstimmung haben fast 93 % für den Streik gestimmt.Die Hauptforderung: 300 Euro mehr für alle.

 

Hier eine Presseerklärung der Gewerkschaft verdi:

 

Streik an der Berliner Charité wird fortgesetzt
P R E S S E I N F O R M A T I O N von ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Streik an der Berliner Charité wird fortgesetzt
Neues "Arbeitgeberangebot" unzureichend


Am heutigen Mittwochnachmittag, dem 4. Mai 2011, hat es ein Gespräch zwischen der Charité-Arbeitgeberseite und ver.di gegeben. "Die Arbeitgeber haben zwar ein neues Angebot vorgelegt, das aber nicht ausreicht, um wieder in Verhandlungen einzusteigen. Der Streik wird unvermindert fortgesetzt", sagte heute Abend Bettina Weitermann, ver.di-Verhandlungsführerin.

Die Arbeitgeberseite hat sich zwar bewegt, aber in dem neuen Angebot sind die Angleichungsschritte zu gering und die angestrebte Angleichung an das bundesweite TVöD-Niveau ist zu weit entfernt. "Wir sind selbstverständlich zu weiteren Gesprächen bereit, erwarten aber, dass die Arbeitgeber ihr Angebot deutlich verbessern, damit sich ein Verhandlungskorridor erschließt", so Bettina Weitermann.

Durch den Streik verschärft sich die Situation an den Charité-Standorten. "Die Versorgung schwer erkrankter Patienten ist sichergestellt, inzwischen wurde vereinbart, dass eine hochrangig besetzte zentrale Clearingstelle strittige Fälle begutachtet", sagte Bettina Weitermann. Die Patientensicherheit ist auch zukünftig gewährleistet.

Berlin, 04.05.2011

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

 

 

Die DKP erklärt sich mit dem Streik solidarisch und ruft zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen auf:

 

Solidarität mit den Charité – Beschäftigten

Seit dem 2. Mai 2011 streiken die Beschäftigten des Berliner Universitätsklinikum Charité. Gestreikt wird für 300 Euro mehr für alle KollegInnen, für mehr Personal, verbesserte Arbeitsbedingungen und eine höhere Vergütung. „Die Forderungen sind mehr als berechtigt, meint Rainer Perschewski, Landesvorsitzender der DKP Berlin, „schon jetzt bilden die Beschäftigten in der Lohnskala mit mindestens 14 % unter den anderen Krankenhäusern das Schlusslicht! Das ist ein Skandal!“ Verantwortlich für diesen Skandal ist der Berliner Senat. Die Tarifpolitik des Senates steht unter der Überschrift der Haushaltssanierung. Inzwischen ist es in Berlin ein Problem Fachkräfte für den Öffentlichen Dienst zu erhalten, da rundherum höhere Löhne gezahlt werden. Selbst im Klinikum Vivantes wird entsprechend mehr Gehalt bezahlt. Zudem wurde durch die Vorgabe des Senates für einen ausgeglichenen Haushalt an der Charité der Kostendruck massiv erhöht. „Es kann nicht angehen, dass Gesundheit unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet wird,“ führt Rainer Perschewski weiter aus, „das hat schlechtere Gesundheitsversorgung zur Folge.“ Der Streik an der Berliner Charité geht daher alle BerlinerInnen an. Die DKP Berlin hat sich daher solidarisch mit dem Streik erklärt und fordert dazu auf Solidaritätserklärungen und Aktionen zu starten.

Erklärungen bitte an:
carsten.becker@verdi-berlin.de Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. und
bettina.weitermann@verdi-berlin.de

 

 

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