Syrien: Demokratie-Export in der Krise

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die Operation "Vulkan in Damaskus - Erdbeben in Syrien" ist gescheitert. Es ist den Contra-Banden nicht gelungen, durch einen konzentrierten Einsatz ihrer Kräfte in Damaskus und Aleppo wenigstens Teile derBevölkerung mitzureissen und so den fingierten, in Wirklichkeit vom Ausland dirigierten und finanzierten Bürgerkrieg in einen Volksaufstand zu verwandeln. Vor gut zwei Wochen hatten "FSA"-Führer noch behauptet, die Einnahme Aleppos sei nur noch eine Frage von Tagen. Aber sowohl in Damaskus als auch in Aleppo hielten die Söldner der syrischen Armee nicht stand und mussten sich wieder auf die Taktik des "Hit and Run", der Bombenanschläge, Entführungen und Attentate zurückziehen. Die Armee scheint bei ihren Säuberungsaktionen gute Fortschritte zu machen. Es spricht viel dafür, dass die "Freiheitskämpfer" von der Bevölkerung isolierter denn je sind.

 

Das scheint die Gründe dafür zu sein, dass die Rufe nach "Flugverbotszonen" gerade wieder lauter werden. Aber diesmal ist es nicht so einfach wie in Lybien, die NATO-Bomber als Luftwaffe der "Aufständischen" einzusetzen. Russland und die VR China lassen sich nicht noch einmal übertölpeln. Und ohne ein UN-Mandat wäre ein Eingreifen der Luftwaffen der Westmächte oder der Türkei ein klarer Völkerrechtsbruch. In Washington und Berlin heisst es denn auch, alle Optionen seien offen, aber  die Folgen jeden Schrittes müssten gut bedacht werden. Der US-Kriegsminister Panetta sagte gestern, eine "unilaterale Aktion" der USA komme nicht in Frage.

 

Das ist ein Dilemma für die Kriegstreiber, weil die Söldner-Banden ohne direkte Intervention ausländischen Militärs und die Ausschaltung der syrischen Luftwaffe unterliegen werden. Und es steht viel auf dem Spiel. Die verdeckte Intervention in Syrien hat sich nicht zufällig ergeben - etwa als Ausnutzung der inneren Konflikte in Syrien -, sondern ist von langer Hand geplant, systematisch über ein Jahrzehnt vorbereitet worden. Die Unterwerfung Syriens (oder die Verwandlung in einen "Failing State", in dem Chaos, Not und Terror weitere Interventionsmöglichkeiten offen halten) ist ein fester und wichtiger Posten bei der "Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens". Gelänge es der syrischen Armee, die Banden niederzukämpfen und wieder ein normales Leben zu garantieren, wäre das eine schwere Niederlage der USA und der westeuropäischen Interventen. Das würde zeigen, dass der Macht der Imperialisten Grenzen gesetzt sind und Widerstand nicht aussichtslos ist.

 

Zu den Hintergründen und Vorbereitungen der Intervention in Syrien und dem Charakter der "Aufständischen"gibt Thierry Meyssan in diesem Arzikel einen Überblick:  

 

http://www.redglobe.de/naher-a-mittlerer-osten/syrien/5387-wer-kaempft-in-syrien

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