Syrien: Tausendundeine Lüge und wie sie in die Medien kommen

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Die meisten Geschichten über Syrien in den NAO-Medien basieren einfach auf den "Informationen" von zwielichtigen "zivilgesellschaftlichen" Organisationen, die eher im Geheimdienst-Milieu angesiedelt sind, als dass sie wirklich solche wären. Ein Haupthetzer hockt zum Beispiel in London und streut von dort aus seine täglichen Lügen. Bei Al Jazeera ist die obligatorische Quelle für die behaupteten täglichen Verluste an Menschenleben - immer natürlich verursacht vom "Assad-Regime" - "Nach Aussage von Aktivisten" ... Das flimmert dort täglich 24 Stunden lang über den Ticker. Welche Aktivisten ? Ist das eine Berufsbezeichnung ? Dann könnte es schon sein, dass die Bezeichnung gar nicht so falsch ist. Oder zum Beispiel AVAAZ: Der Verein hat seine Agenten im Libanon, nahe der syrischen Grenze, und grast die Flüchtlinge aus Syrien nach Leuten ab, die sich für die USamerikanischen Propagandazwecke verwenden lassen.

 

Dass sich Journalisten westelicher Medien überhaupt wenigstens in der Nähe der Ereignisse in Syrien befinden, ist die Ausnahme. Die FAZ hat einen hingeschickt. Seine Reportage gibt einen seltenen Einblick in das Zustandekommen der Nachrichten über das Land. Frau Doetzer schreibt in einem letzten Satz, quasi als Fazit: "manche Geschichten sind einfacher zu erzählen, je weniger man weiß ..."

 

Hier der Artikel:

 

http://www.faz.net/artikel/C32315/syrische-fluechtlinge-kann-man-schusswunden-vergessen-30496796.html

 

 

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<br /> <br /> Dies Fundstück illustriert bestens, was ich anfangs in dem Thread über Sinn und Unsinn des Anschreibens gegen die medialen Lügen behauptete: "Wahrheit" wie "Lüge" sind Waren und als Solche<br /> identisch, und zwar nicht erst, wenn harte Münze oder Papier dafür zirkuliert. Und in den "Geschichten" wird auch greifbar, aus welchem "Stoff" die Veräußerlichkeit, also das allgemeine<br /> Äquivalent dieser Ware besteht: Es ist Sinnhaftigkeit. Es ist das "Weiß warum", das Unterworfene zu erwerben trachten, um die Gewalt gegen sich aushalten und in Selbstkontrolle<br /> transformieren zu können. Konkret: Religion.<br /> <br /> <br /> Die teils lizensierte teils direkt angezettelte schiere Menschenschlachterei, als welche die Kriege des Imperiums zur Verwandlung des national gegliederten Weltmarktes in ein militärisch<br /> betreutes Chaos derzeit stattfinden, läßt einen Teil der Beteiligten "Demokratie" und "Freiheit" zu religiösen Titeln nehmen, die eine polarische Identität mit dem Islam salafitischer Prägung<br /> aufweisen. (Okay, die haben sie nicht erst seit gestern oder heute, aber sie greift mehr auf das Erscheinende über, denn je zuvor).<br /> <br /> <br /> Gegenüber diesen religiösen Titeln finden sich die säkularen Sachwalter der "Ordnung" in der existentiellen Pflicht wieder, ihren Kampf um Selbsterhalt ihrerseits als einen Religionskampf zu<br /> führen. Das geschah schon 1982, als Hafiz alAssad den religiös-rassistischen Aufstand der Muslimbuderschaft mit dem Massaker von Hama beendete, das ihnen "mit gleicher Münze" heraus gab.<br /> <br /> <br /> Aber der Zweck dieses Massakers - das sieht man daran, daß die überlebenen Muslimbrüder nicht vertrieben, und nur verfolgt wurden, wenn sie ihre Subversion weiter zu führen versuchten - war es,<br /> den Multikulturalismus - (ja, tatsächlich, in Syrien ist er Realität!) - der syrischen NATION als ein Terrorregime zu bestätigen, in dem sich jedes "Weiß warum", auch das islamistische, frei<br /> bewegen können sollte, solange es die Kräfte der "Ordnung" nicht angriff.<br /> <br /> <br /> Dieser nationale Konsens (!) ist nun angegriffen. Und warum?<br /> Ganz einfach: Weil er auf einem Minimum an urbaner Prosperität fußte, von der rurale Territorien profitierten. Und die Quellen dieser Prosperität versiegten maßgeblich ... mit der Zerschlagung<br /> des Irak und der Verwüstung des Libanon! Die Dürre tat ein Übriges. So ergreift die Zerrüttung des "weiß warum", der Sinnhaftigkeit der nationalen Ständegesellschaft Syrien mit dem Schwinden der<br /> Ernten nicht nur das rurale Volk, sondern auch Teile des urbanen Proletariats. Dann braucht es nur noch Anstifter, um die Sach zum Brennen zu bringen, und die kommen aus Saudi-Arabien, Jordanien<br /> - und, was die oberen Ränge anbelangt, aus dem Großbürgertum, das seine Revenuen gern von den nationalen Fesseln befreiht sehen möchte.<br /> <br /> <br /> Übrigens: Auf seine etwas ungewohnte Weise sagte genau dies Bashar al Assad in einem WSJ-Interview Anfang letztes Jahr, als noch kein Zeichen des Aufruhrs am Medienhimmel erschienen war. Und als<br /> es "losging" sagte er: Das Ausland versucht uns (!) in einen Religionskampf zu stürzen.<br /> <br /> <br /> Der Mann hat einen verdammt klaren Verstand.<br /> <br /> <br /> <br />
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