Thilo Sarrazin wird nicht aus der SPD ausgeschlossen.

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Das Ausschlussverfahren ist niedergeschlagen. Die Antragsteller sollen ihre Ausschlussanträge zurückgezogen haben. Ein Rassist und antiislamischer Hetzer hat Platz in der SPD. Das sagt mehr über die SPD als über Sarrazin. 

 

Wie ist das jetzt, SPD-Mitglieder, SPD-Wähler ? Nehmt Ihr das hin ? Ist es das, was man unter sozialdemokratisch a la SPD zu verstehen hat ? Pluralismus der Meinungen, Rechtsextreme eingeschlossen ? Wo ist die Grenze ? Was macht ihr denn, wenn die PRO-Bewegung beantragt, eine SPD-Arbeitsgemeinschaft zu werden ? Was für Argumente gäbe es dagegen, wenn ein Sarrazin Euer Genosse ist ? 

 

Schämt Euch ! Oder, wenn Ihr Euch nicht schämen wollt, macht endlich bei dieser Partei die Tür von aussen zu. Stockt Euch nicht der Kugelschreiber beim nächsten Wahlkreuzchen ?  

 

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update:

 

Im sozialdemokratischen Vorwärts wird so kommentiert:

 

http://www.vorwaerts.de/blogs/war-alles-halb-so-schlimm

 

Diese Distanzierung von Sarrazin ist billig. "Die SPD hat sich keinen Gefallen getan ..." - das könnte doch jeder Voräwrts-Redaktuer zu ändern versuchen, indem er einen Ausschlussantrag gegen Sarrazin stellt oder, falls er das nach der Satzung der SPD nicht können sollte, sich konkret dafür stark macht, dass jemand anderes diese initiative ergreift. "Ich finde das ja uach nicht gut, was meine Partei da macht ..." - das kennt man bis zum Überdruss

 

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update:

 

Die Erklärung Sarrazins zur Niederschlagung des Ausschlussverfahrens steht hier und wird auch gleich treffend Sarrazins Aussagen gegenübergestellt, die diese erklärung als eine Auflistung von Lügen entlarven:

 

http://initiativgruppe.wordpress.com/2011/04/22/sarrazin-betreibt-taqiyya-und-verarscht-die-spd/

 

Das Sarrazin die SPD mit seiner Erklärung verarscht, glaube ich allerdings nicht. Die Beteiligten werden recht gut wissen, welches Spiel sie spielen. Sarrazin steht für eine vermutlich erkleckliche Anzahl rechtsradikaler Wählerstimmen. Dafür akzeptiert die SPD, wie man am Fall Sarrazin sieht und früher an Hupka und Konsorten gesehen hat, so ziemlich alles. Und genau in diesem zynischen Kalkül besteht die Schande.

Veröffentlicht in Gegen Rechts

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R
<br /> <br /> So ist es! Rassisten haben wir (leider) genug. Querdenker viel zu wenig. Fähige Politiker sind natürlich ebenfalls nicht in Sicht. Ich denke dabei an Merkels<br /> Schlagzeilen von heute. Stichwort: "Orientierungslos"<br /> <br /> <br /> <br />
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K
<br /> <br /> Nun Sepp,<br /> <br /> <br /> Meinungsfreiheit beinhaltet eben auch immer die Freiheit der Lüge, mit Wahrheit hat es in der Regel wenige zu tun, wenn sich auf diese berufen wird. Nur warum sich eines Problems der SPD<br /> annehmen, letztlich sind diese ganzen Verfahren Wasser auf die Mühlen der Popularität eines Sarrazin und eine indirekte Bestätigung seiner Thesen. Wenn dann noch das hohe Lied des Querdenkertums<br /> angestimmt wird, dann sind wir in der Welt des sich in Belanglosigkeiten erschöpfenden Pluralismus, wenn nicht die Frage beantwortet wird, zu was quer gedacht wird. In diesem Zusammenhang ist<br /> Sarrazin aber alles andere als ein Querdenker, da sein Denken durchaus Systemkonform ist. Das er dabei an das eine oder andere bürgerliche Tabu rührt, ändert daran nichts.<br /> <br /> <br /> Weit ist er davon entfernt die Systemfrage zu stellen, selbst Grundsätze kapitalistischen Seins werden von ihn nicht einmal in Frage gestellt, ganz im Gegenteil, arbeitet er an der Schuldfrage<br /> und benennt Schuldige für die verschiedensten Verwerfungen innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsformation. Das er in diesem Zusammenhang die eigentlichen gesellschaftlichen Ursachen<br /> diverser Verwerfungen in der Gesellschaft negiert, verwischt und entsprechend seiner Theorie begründet, ist alles andere als Querdenken.<br /> <br /> <br /> Somit die Frage an Rezensionist, zu was denkt Sarrazin quer?<br /> <br /> <br /> Um die Konsequenz einer solchen Aussage zu veranschaulichen, sei gefragt; war Adolf Hitler mit seinem Werk „Mein Kampf“ auch nur ein Querdenker? Immerhin hat der damals „auch nur Schuldige<br /> präsentiert“! Das kann man nicht vergleichen? Warum nicht, Rassentheorie ist Rassentheorie, egal ob der Gegenstand der Betrachtung Juden, Slawen, andere nicht arischstämmige oder Menschen mit<br /> islamischen Hintergrund sind.<br /> <br /> <br /> Und noch eines sei angemerkt, Rezensionist, seit wann hören „die meisten deutschen Politiker“ auf das was an den deutschen Stammtischen gesprochen wird, eher ist es umgekehrt, und die deutschen<br /> Politiker/innen geben vor, was an deutschen Stammtischen zu sprechen ist. Dabei sind ihnen sicher die verschiedensten Medien hilfreich und es sollte auch nicht vergessen werden, dass Sarrazin<br /> Politiker ist, auch wenn er derzeit kein Amt bekleidet! Aber was ist schon Politik?<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Genau genommen rührt der Bursche an bürgerlich-demokratische Tabus und öffnet den "Diskurs" in faschistische Richtung. Er kann damit an eine deutsche Tradition anknüpfen, die sich nicht auf die<br /> faschistische beschränkt. Die deutsche Staatsbürgerrechtstradition  "liebäugelt" mindestens mit der Ableitung aus Abstammung/"Blut", während der "klassische" bürgerlich-demokratische<br /> Staatsbürger nicht ethnisch definiert wird (jedenfalls nicht "theoretisch", und das macht schon noch einmal einen Unterschied aus.<br /> <br /> <br /> Ich meine deshalb, dass das ein Thema ist, bei dem es um Antifaschismus geht, bei dem aus der Interessenlage der Arbeiterklasse heraus auch das Bündnis mit den bürgerlichen Kreisen gesucht werden<br /> muss, die ihre bürgerlich-demokratischen Positionen gegen Rassismus und Faschismus verteidigen wollen.<br /> <br /> <br /> Wie weit ein rassistischer Grundkonsens schon vorangekommen ist, macht eben die SPD deutlich, die nicht zufällig den Rassisten Sarrazin "integriert", sondern weil er ein Repräsentant einer<br /> Wählerklientel ist, an der die SPD interssiert ist. Dagegen muss m.E. ein aktiver Abwehrkampf geführt werden. Kerle wie Sarrazin "totschweigen" würd ich gern. Aber das liegt ja nicht in<br /> unserer Hand. <br /> <br /> <br /> <br />
R
<br /> <br /> Ich finde es richtig, dass Sarrazin in der SPD verbleiben kann. Weshalb? Deutschland braucht Querdenker. Und die meisten deutschen Politiker hören doch sowieso darauf,<br /> was die deutschen Stammtischbrüder und -schwestern von sich geben... und das blabbern sie dann nach. Also (ausnahmsweise mal) Danke SPD!<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> "Deutschland braucht Querdenker."<br /> <br /> <br /> Das hört sich doch gleich viel besser an als "Deutschland braucht Rassisten."  Des besseren Verständnisses wegen: Ist es das, was Sie meinen, aber nicht so "direkt" sagen möchten ?<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Die SPD möchte, ja muss die Partei der Mitte sein um irgendwann mal wieder eine Wahl zu gewinnen. Da muss sie dann halt auch die "schmutzigen Träume" der Mitte dulden, zumal man gerade bei<br /> älteren Spezialdemokraten nach ein paar Bierchen im Ortsverein auch recht ungefiltertes braunes Gedankengut entdecken konnte. Ein Sarrazin passt da wunderbar rein. Dumm ist nur, dass die SPD mit<br /> dem Antrag auf Parteiausschluss gezwungen wurde, sich zu ihm öffentlich zu bekennen. Aber wer weiss? Vielleicht schadet ihr das nicht einmal, denn wie gesagt, die braune Brühe ist latent<br /> vorhanden. Ich habe mich – auch aus diesem Grund – selbst aus der Partei ausgeschlossen ;-)<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Die schmutzige Logik der Wahl-Arthmtik ist schon klar. Das ist ja auch nichts Neues. Früher waren es Leute wie Hupka, heute sind es Leute wie Sarrazin. Glückwunsch zum Selbstausschluss.<br /> <br /> <br /> <br />