Total unhype Leseempfehlung

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner




Werner Seppmann
: Den Gegenangriff organiseren ! - Aber wie ?
http://www.secarts.org

Werner Seppmann ist Kommunist, so richtig einer von der DKP. Ueber die Ecke schreibt man gewoehnlich nichts in der linken Bloggerszene. Was aus der Ecke kommt, wird gewoehnlich ignoriert. DKP - gibts die ueberhaupt noch ? Und wenn ja, sollten die was Relevantes zu sagen haben ?

Das aergert mich, ich gebs zu. Man arbeitet sich in der linken Bloggerszene an jedem Skandal und Skandaelchen der buergerlichen Parteien ab, man weiss Blogfuellendes ueber den medialen Shootingstar Piratenpartei, man entlarvt taeglich das neueste hingehaltene Stoeckchen, man folgt jeder Sau, die gerade durchs Mediendorf getrieben wird; bloss halt hoechst kritisch, moralisch erregt oder auch nur ein wenig noergelnd.

Leute wie Seppmann zu ignorieren ist ungerecht, jawohl. Wenn es nur das waere, lohnte es sich allerdings nicht, es auch nur hinzuschreiben. Aber es ist nicht nur ungerecht, sondern auch ... nicht optimal klug. Denn tatsaechlich gibt es in um um die DKP herum viel gut Angedachtes und sogar einigermassen Durchdachtes, das zur Kenntnis zu nehmen dem durchschnittlichen Diskussionsniveau entschieden gut tun wuerde.

Zum Beispiel laeuft seit einiger Zeit in der DKP eine Diskussion darueber, wie es mit den Durchsetzungsmoeglichkeiten linker Forderungen in der Krise steht. Enzuendet hat sie sich an einem Statement von 84 Mitgliedern mit eben dem Titel "Den Gegenangrif organisieren !", das von der (Mehrheit der) Parteifuehrung und vermutlich auch der Mitglieder fuer problematisch gehalten wird. Ist die Linke heute zu einem "Gegenangriff" faehig ? Wo die Lohnabhaengigen doch augenscheinlich nicht einmal faehig sind, die verbliebenen Reste einstiger sozialer Errungenschaften zu verteidigen ? Haengen Verteidigung und Angriff womoeglich dialektisch miteinander zusammen, und, falls ja, wie ? Das Papier der 84 steht im Internet, und mittlerweile gibt es um die dreissig Diskussionsbeitraege dazu, die ebenfalls nachgelesen werden koennen. (
www.debatte.kommunisten.de) Der von Werner Seppmann ist nach meinem Geschmack einer der verstaendigsten.

So, habe fertig. Das wird jetzt wieder kein Mensch lesen. Wer will schon unhype sein. Guido kann kein Englisch: Das ist viel interessanter.



Veröffentlicht in Medien

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A
<br /> Die DKP ist die groesste kommunistische Partei ueberhaupt in Deutschland. Es ist ihr auch anzurechnen, dass sie die Errungenschaften und das Ansehen der ehemals und aktuell realexistierenden<br /> sozialistischen Staaten wenigstens ansatzweise verteidigt.<br /> Leider hat sie bis heute nicht den Chrustschtschovrevisionismus, teilweise nicht mal den nesonders widerwaertigen Gorbatschovrevisionismus ueberwunden.<br /> Auch ist sie kaum oeffentlich wahrnembar, selbst dort nicht, wo sie im Landtag vetreten ist. Hier in Hannover macht die MLPD viel mehr auf sich aufmerksam, obwohl sie nur ein Zehntel so viel<br /> Mitglieder hat. Das beschraenkt sich nicht nur darauf, dass sie genug Geld fuer viele bunte Plakate hat.<br /> Ausser bei der Maikundgebung, wo sie immer einen Stand hat, nur dieses Jahr nicht, wird die DKP hier hoechstens bei Demos gesehen. Das ist so etwas wie eine Insiderpartei. Bei der KPD ist das hier<br /> auch nicht viel besser, aber da liegt das an den personellen Moeglichkeiten.<br /> <br /> <br />
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S
<br /> Wenn das mit der DKP in Hannover so ist - an den meisten anderen Orten ist das auch nicht viel anders. Die Partei ist mit knapp 5000 Mitgliedern einfach viel zu klein, um ueberall praesent zu sein,<br /> und vieles haengt halt davon ob, wie aktiv die Mitglieder in einem Ort sein wollen oder koennen.<br /> <br /> Zu dem, was Du Chruschtschowrevisionismismus und Gorbatschowrevisionismus nennst, gibt es in der DKP seit zwanzig Jahren Debatten, und mein Eindruck ist, dass das auch noch nicht abgeschlossen<br /> ist. Aber fuer so entscheidend halte ich das nicht. Die DKP hat, finde ich, ein ganz brauchbares Programm und verfolgt, so weit sie halt kann, eine leidlich gute Politik in dem Sinn, dass sie, wo<br /> es geht, die Selbsttaetigkeit der Lohnabhaengigen foerdert, Wissen vermittelt, den Sozialpartnerschafts-Schmarren aus den Koepfen treibt, die Gechichte der Arbeiterbewegung verteidigt usw. . Die<br /> Eigenaktivitaet der Menschen zu foerdern, ist das allerwichtigste. Die Kommunisten koennen nicht stellvertretend fuer die Klasse handeln, die Leute muessen das schon selber tun. Ein Zentrum<br /> kann nicht umfassend funktionieren, wenn es wenig wirkliche Bewegung gibt.<br /> <br /> Was Gorbatschwow betrifft, meine ich uebrigens, dass das einfach ein durch und durch korrupter, verschlagen-dummer und geltungsgeiler Lump ist. Da gehts nicht um theoretische Auseinandersetzung.<br /> (Wenn auch die Frage zu klaeren, wie so einer an die Spitze der KPdSU kommen konnte, von einiger Wichtigkeit ist.)<br /> <br /> <br /> <br />