Treffen der "syrischen Opposition" in Kairo

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Die "syrische Opposition" hat sich in Kairo getroffen. Buchstäblich, nämlich gegenseitig auf die Nase und aufs Aug. Die Kämpfer für Demokratie in Syrien haben sich wechselseitig wüst beschimpft und verprügelt, so dass das Hotelpersonal das Mobiliar in Sicherheit bringen musste. Das sind die Typen, die Syrien regieren wollen. Kämen sie an die Macht, würden sie ihre Händel untereinander nicht mehr mit mit dem grossen Maul und mit Fäusten austragen, sondern mit Maschinengewehren und Raketen. Dann wäre Syrien endlich von dem schrecklichen Diktator Assad befreit. Einen Vorgeschmack auf die dann zu erwartenden idyllischen Verhältnisse gibt dieser Artikel in der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/politik/beschimpfungen-und-pruegel-chaotische-zustaende-bei-treffen-der-syrischen-opposition-11809378.html .

 

Von der Bande würde niemand reden, wenn nicht die Westmächte mit nach Syrien eingeschleusten Söldnern und Spezialmilitär jeden Tag ein paar Dutzend Tote verursachen würden. Das wissen diese Demokraten. Das einzige, worauf sie sich einigen konnten, war denn auch die Forderung nach dem Abgang Assads - das heisst, den Anspruch auf die dann frei werdenden Ämtlein und Pfründen - und die "Anerkennung" der "Freien Syrischen Armee" - das heisst, genau dieser Soldnertruppen, deren Schlächtereien dieser "Exil-Opposition" überhaupt erst den Resonanzboden schaffen, der der westlichen Presse die Möglichkeit gibt, sie fürs öffentliche Bewusstsein ins Spel zu bringen. Ohne die verdeckte militärische Intervention der Westmächte und ihrer Lakaien auf der arabischen Halbinsel,, deren finanziellen Aufwand für die Söldnergelder und Waffen und das Herauskaufen von Deserteuren aus der syrischen Armee, würde kein Mensch von dieser "Exil-Opposition" reden, so wie auch in den vergangenen zwanzig Jahren kein Mensch von ihnen geredet hat und ihre Prügeleien untereinander keinen FAZ-Artikel wert gewesen ist.

 

Die Interventionsmächte haben damit schon ein Problem. Das Gesindel ist als Repräsentant einer "syrischen Demokratie" nicht vorzeigbar. Man hat aber keine anderen Repräsentanten für ein künftiges Kolonial-Regime.

 

   

Veröffentlicht in Naher-Mittlerer Osten

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