Monday 29 august 1 29 /08 /Aug. 08:23

"In der Altstadt von Tripolis stößt man nicht auf viel Begeisterung über die Revolution gegen Gaddafi. ... Ein Mann aus der Altstadt, der auf dem Weg ist, mit einer Plastikplane die Heckscheibe seines Wagens abzudichten, kann nicht verstehen, was in seinem Land jetzt vor sich geht. „Den Leuten ging es doch gut, sie hatten alles, was sie brauchten“, sagt er. „Das hier ist eine Revolution der reichen Leute.“ ..." - Sätze aus einem FAZ-Artikel von heute. Die "jubelnden Massen", die auf dem Grünen Platz die "Revolution" feiern, bestanden aus hundert oder zweihundert Leuten, und selbst das war ein Fake. - Es handelte sich um Komparsen in einem in Katar verfertigten Video. Der Grüne Platz war eine dort nachgestellte Filmkulisse. Wenn die NATO-Kriegsmedien in Tripolis "authentische Szenen" filmen, ist nie mehr zu sehen als ein Dutzend bärtiger Männer, die wild in die Luft schiessen, dazu ein Dutzend Halbwüchsiger, die, stolz, jetzt auch ins Fernsehen zu kommen, Zeige- und Mittelfinger zum Victory-Zeichen gespreizt vor die Kameras halten. Zufällig haben sie oft gerade ein paar Gaddafi-Poster oder einen nagelneuen Wandteppich mit Gaddafis Portrait dabei, auf denen sie herumtrampeln oder die sie mit dem Gewehrlauf durchstossen.

 

Die ärmlichen Propagandabilder zeigen unfreiwillig, dass die Botschaft, die sie vermitteln sollen, eine Lüge ist. Tripolis ist keine befreite Stadt, sondern eine besetzte Stadt. Die Bewohner, die nicht geflohen sind, leben in einer Atmosphäre des Massenterrors. Den Terror üben nicht die Regierungskräfte aus, sondern die Banden der NATO.

 

So ganz kann auch Tante FAZ nicht an dieser Tatsache vorbei. Für die Grobausgabe der Lügen ist BLÖD zuständig. Der FAZ-Leserschaft muss "Differenziertes" geboten werden. Freilich, ein Happy End muss es dann doch geben. Es findet sich ein Mann, der sagt, er habe die Monarchistenfahne persönlich aufs Minarett gehängt. "... Seradsch gefällt es, dass sich seine Heimat gerade so neu anfühlt. ..." Na also. Das wird dem Seradsch, dem glücklich gefundenen oder notgedrungen erfundenen, keiner abstreiten können. Tripolis fühlt sich sicher wirklich ganz neu an. Strassen und Plätze voller Leichen, ein plündernder Mob, eine Millionenstadt ohne Wasser und Strom, Säuberungen von Haus zu Haus - das alles ist neu. Das ist die "Befreiung" von Tripolis.

 

Hier der FAZ-Artikel: Angst vor der neuen Zeit

 

http://www.faz.net/artikel/C32315/libyen-angst-vor-der-neuen-zeit-30492954.html

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Afrika - Community: Kritische Massen
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