Uebungen im Selberdenken

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In den Medien ist die Neusprech-Dienstanweisung: Die Krise ist vorbei. Wie das in der Neusprech-Sprache so ist, soll damit in den Koepfen ein Bild erzeugt werden, das die wirkliche Welt virtuell in ihr ziemlich genaues Gegenteil verkehrt. Krieg ist Friedensmission, Besetzung fremder Laender ist Befreiung, Kapitaldiktatur ist Demokratie und Krise ist eben neuer Wirtschaftsaufschwung.

 

Die Neusprechexperten haben aber ein Problem: Die Koepfe sind keine Behaelter, die mit beliebigem Muell gefuellt werden koennen. In den Menschenkoepfen gibt es einen subversiven Mechanismus - das Selberdenken. Und diese Faehigkeit ist, zum Pech der Neusprechexperten, mit der Wirklichkeit auf eine bestimmte Weise korreliert: Je unangenehmer die Wirklichkeit wird, desto staerker wird das Beduerfnis nach Selberdenken.

 

Dieser Mechanismus beeintraechtigt die Wirkungen des Neusprechs ernsthaft. Wer durch die Bloggerwelt klickt, findet Massen von Selbstdenkversuchen. Vielem merkt man an, dass noch geuebt werden muss. Anderes zeigt, dass Uebung den Meister macht.

 

Fuer Letzteres zwei Beispiele - zwei Texte von Jochen Hoff:

- Sozialdemokratie ? Das war einmal.

- Es gibt kein Miteinander von Arbeit und Kapital

Nachzulesen bei http://www.duckhome.de/tb/index.php?frontpage

 

Jochen Hoffs Befunde lassen sich auch polit-oekonomisch fundieren. Ich finde, das wird in diesem Text recht gut gemacht:

 

- Ansgar Knolle-Grothusen und Peter Hartmann: Umrisse einer oekonomischen Analyse des Kapitalismus heute, http://www.dkp-online.de/marxbild/doku/oeko-kap.pdf

 

 

Von da aus laesst sich weiterdenken. Aus Befunden lassen sich Handlungsabsichten ableiten. Hier ein Versuch: http://www.dkp-online.de/programm/ . Fuer die Liebhaber von Light-Versionen: http://die-linke.de/programm/programmentwurf/

 

Das sind Resultate von Miteinanderdenken, das auch seine Vorteile hat, wenn es auch das Selberdenken nicht ersetzen kann.

 

Veröffentlicht in Weltwirtschaftskrise

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