Ukraine: Klitschko for President ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die Helden der "orangenen Revolution" haben abgewirtschaftet. Der ehemalige Praesident ist von der politischen Buehne verschwunden. Seine Komplizin und Rivalin ist zwar im Westen ganz gut als verfolgte Unschuld, die mittels eines politisch motivierten Prozesses ins Gefaengnis gesteckt wurde, zu verkaufen, aber bei den Ukrainern weniger. Das Gerichtsurteil mag zwar politisch motiviert sein, aber geklaut hat die Dame wirklich, was sie kriegen konnte. Der moralische Bankrott der ukrainischen Politikaster, die den nach Westen orientierten Teil der neuen ukrainischen Raeuberbourgeoisie repraesentierten, hatte den Umschwung der Stimmung zugunsten des anderen Teils  zur Folge, der dem Westen gegenueber gewisse Vorbehalte hat und sich eher mit den russischen Klassenbruedern liiert. Das macht Janukowitsch fuer den Westen zum Feind. 

 

Die Lage erfordert dringlich einen Ersatz fuer die vernutzten alten "orangenen Revolutionaere", einen, ueber den sich die Leute wieder eine Zeitlang Illusionen machen koennen und der bereit ist, das Land an den Westen auszuliefern. Dieser Ersatz scheint jetzt gefunden zu sein. Gerade wird eine neue Partei hochgezogen, mit dem Boxer Vitali Klitschko als Gallionsfigur. Was fuer ein Mann ! Durchtrainiert wie Schwarzenegger in seinen besten Tagen, aber nicht wie dieser geistig beschraenkt, sondern Akademiker, menschlich so sympathisch, eiserne Faeuste und kluger Kopf, Haudrauf und ein Mann von Kultur - der edle Wilde in seiner attraktivsten Erscheinungsform. 2013 sind Praesidentschaftswahlen. Bis dahin ist Klitschko von den wsestlichen Medien zum Superstar aufgebaut - garantiert.

 

Leider ist Klitschko, wie man im Volksmund sagt, ein "falscher Fuffziger". Seine Partei ist Partnerorganisation der CDU. Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in der Ukraine emsig zugange mit der Vorbereitung eines erneuten Umschwungs Richtung Westen. Aus dem ueppig ausgestatteten EU-Fonds fuer die "Foerderung der Zivilgesellschaft" in Osteuropa, fuer den Herr Dr. von und zu Guttenberg von den USA aus arbeitet, wird so manches Millioenchen in die ukrainische Zivilgesellschaft" eingespeist werden, zwecks Foerderung der Sorte Demokratie und Freiheit, die den freien Zugriff deutscher und USamerikanischer Banken und Konzerne auf die ukrainischen Ressourcen und den, dank slawischer Genuegsamkeit, ziemlich wettbewerbsfaehigen Arbeitsmarkt verspricht. Auch waere der Hinauswurf der russischen Flotte aus der Krim und die Eingliederung der Ukraine in die freiheitlich-demokratische NATO eine attraktive Option, die die Einkreisung Russlands von dieser Seite her - im Nachbarland Georgien ist ja guenstigerweise der US-Staatsbuerger Saakaschwili schon im Praesidentenamt - vervollstaendigen wuerde.

 

Klitschko selbst sagt, sein politisches Vorbild sei Mohamed Ali. Das entweder dumm oder infam. Mohamed Ali stand gegen den Vietnamkrieg, gegen den weltweit agierenden USamerikanischen Imperialismus. Das Projekt Klitschko steht  fuer das Gegenteil. Wir werden in der naechsten Zeeit viel davon hoeren.

Veröffentlicht in Osteuropa

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