USA: Keine Reisefreiheit nach Kuba

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

"Freier Austausch von Menschen und Meinungen" war eine Parole, die Helmut Kohl seinerzeit bis zum Erbrechen wiederholte. Eigentlich meinte er den freien Austausch des sozialistischen Volkseigentums in kapitalistisches Privateigentum. Aber das hätte sich nicht so gut angehört. Hängen blieb: Keine Reisefreiheit - typisch Sozialismus. Aber so typisch dann doch nicht: US-Bürgern ist es bis heute verboten, nach Kuba zu reisen, und zwar nicht von der kubanischen, sondern von der US-Regierung. Das scheint Kohl damals gar nicht aufgefallen zu sein. Nie hat er ein Wort über die Menschenrechte gegenüber seinen USamerikanischen Freunden verloren.

 

Dei wenigen Reisemöglichkeiten nach Kuba, die US-Bürgern erlaubt sind, werden jetzt auch noch auf fast Null eingeschränkt:

US-Finanzministerium behindert Reisen nach Kuba

WASHINGTON, 27. August. — Die US-Behörden haben eine Reihe von bürokratischen Maßnahmen eingeführt, die das Programm "People to People" behindern, das im Jahr 2011 von der Regierung Barack Obamas wieder aufgenommen worden war.

Die neuen Regelungen erschweren die Erneuerung von im Vorjahr erteilten Lizenzen für Reiseveranstalter, und die Zahl der dazu auszufüllenden Formulare stieg von sechs auf mehrere hundert Seiten.

Wie PL mitteilte, ist es für die Erneuerung der Lizenzen erforderlich, die Reisen des letzten Jahres auf die Minute genau zu dokumentieren, um nachzuweisen, dass keine normalen touristischen Aktivitäten durchgeführt wurden.

Ein kürzlich in der Zeitung Detroit Free Press erschienener Artikel enthüllte, dass fast keine der Organisationen, die im Besitz einer Lizenz der Exportkontrollbehörde für die Organisierung von Reisen nach Kuba waren, diese erneuern konnte. Viele angekündigte Reisen mussten abgesagt oder aufgeschoben werden.

Jim Friedlander, der Präsident des Anbieters von Reiseleistungen „Academic Arrangements Abroad" in New York, sagte: „Wir arbeiten mit rund 30 verschiedenen gemeinnützigen Organisationen zusammen, die in den kommenden zwölf Monaten Reisen nach Kuba im Programm haben, und keine von ihnen konnte bisher ihre Lizenz erneuern."

Zu den Gruppen, die ihre Lizenzen für Kuba-Reisen nicht verlängern konnten, gehören Harvard Alumni, The Metropolitan Museum of Art, National Geographic, Insight Cuba und der National Trust for Historic Preservation.

In den ersten Jahren der Regierung von George W. Bush wurde die Kontrolle über Reisen nach Kuba verstärkt und das Programm "People to People" beseitigt, das von Clinton geschaffen wurde und mit einer Lizenz des US-Finanzministeriums den akademischen, studentischen und religiösen Austausch erlaubt.

Das Verbot für alle US-Bürger, nach Kuba zu reisen, ist jedoch, mit Ausnahme dieser Exzeptionen, immer beibehalten worden. (SE)

 

Quelle: http://www.granma.cu/aleman/nachrichten/28agost-viajes.html

 

 

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almabu 08/30/2012 15:31


Vor allem muss verhindert werden, dass bei schnell wachsender Armut in den USA, auch im Cuba nahen Florida, der arme Teil der Bevölkerung Floridas seine Lage mit der der Kubaner vergleichen kann
und Schlüsse daraus zieht. Ich war zuletzt vor zehn Jahren in Florida und in Teilen der Halbinsel sah es damals schon so aus wie in der Dritten Welt...

almabu 08/30/2012 15:28


Die Amis sind halt immer noch sauer, dass Fidel das US-Puff-Cuba unter Battista beendete und ihre Mafia von der Insel verjagt hat. Da sind sie sehr nachtragend!