Weltwirtschaftskrise - naechste Phase

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die taegliche mediale Gehirnwaesche hat viele Menschen hoffen lassen, die Krise sei schon so gut wie vorbei. Gestern sackten die Aktienkurse weg. Griechenland und Portugal wurden von den Rating-Agenturen in ihrer Kreditwuerdigkeit zurueckgestuft und die naechste Zurueckstufung praktisch angekuendigt. Der griechische Staat ist zahlungsunfaehig. Die griechischen Banken sind ueberschuldet. Die naechste Phase der Krise hat begonnen.

 

Als im September 2008 ein Boersen-Crash die aktuelle Weltwirtschaftskrise ausloeste, zeigte sich, dass die Spekulation der vergangenen Jahre auf Sand gebaut war. Nach der Krise am Anfang des Jahrtausends waren die Aktien-Indizes rasch wieder angewachsen und bis 2008 bis zum Platzen aufgeblaeht. Die "innovativen Finanzprodukte, wie die gefinkelt konstruierten oder auch auf blossen Wetten basierenden Schwindelpapiere von den Finanzidioten genannt werden, machten das Zehnfache an Anspruechen auf gesellschaftlichen Reichtum auf, als real vorhanden ist. Waehrend die Produktion in den entwickelten kapitalistischen Laendern mit Jahresraten von zwei oder drei Prozent wuchs, wuchsen die Zettelberge um zehn, zwanzig, dreissig Prozent jaehrlich. Die Krise am Jahrtausendanfang hatte an dem Wahn, der blosse Handel mit Zetteln koenne wirklichen Reichtum erzeugen, nicht das Geringste geaendert.

 

Seit Ende 2008 besteht die "Bekaempfung" der neuen Krise im wesentlichen darin, dass die Staaten die Schuldenberge der Zocker uebernehmen. Die pro-kapitalistische Propaganda, Unternehmergewinne seien deswegen gerechtfertigt, weil die Unternehmer schliesslich auch das Risiko tragen, wird so ad absurdum gefuehrt. Die grossen, monopolistischen Kapitale waelzen ihr Risiko auf den Staat ab, und der Staat waelzt es auf die Masse der Bevoelkerung ab. Die Reichen werden reicher, indem die Armen aermer gemacht werden.

 

Die neue Phase der Krise hat eine neue Qualitaet. - Auch die allerletzte Instanz, der Staat, kann die auf den Spekulationszetteln aufgemachten Reichtumsansprueche nicht mehr garantieren. Jetzt fallen zunaechst die schwaechsten - Griechenland und Portugal. Aber in Frage steht das gesamte Geld- und Kreditsystem weltweit. Ob das noch einmal ein paar Jahre in die Zukunft verschoben werden kann oder ob mit der neuen Phase der Krise Apokalypse Now begonnen hat - der "grosse Kladderadatsch" steht an. Das bedeutet fuer die Menschen, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben muessen, dass sie auf ein Existenzminimum wesentlich geringeren Niveaus gebracht werden. Und fuer die untersten Schichten steht unmittelbare Not an.

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