Wenig Umsatz auf dem Lohnsklavenmarkt

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Auf den Sklavenmärkten stellten die Sklavenhändler ihre Ware auf dem Marktplatz aus - frische Lieferung eingetroffen, wir haben für jeden etwas, bedient euch. Die Sklavenhalter kauften ein, nicht ohne vorher die Qualität der Ware eingehend geprüft zu haben. Stramme Muskeln empfahlen sich für die Feldarbeit, breite Becken und üppige Brüste für die Aufzucht neuer Sklaven, Fremdsprachenkenntnisse für den Fernhandel. Das ist noch nicht lang her, in Nordamerika zum Beispiel gerade einmal eineinhalb Jahrhunderte.

 

Es folgte die Lohnsklaverei. Persönliche Freiheit, aber keine eigenen Mittel, seinen Lebensunterhalt zu zu bestreiten - keins ausser dem Verkauf der eigenen Arbeitskraft. Das war lukrativer für die Sklavenhalter, die sich in Kapitalisten verwandelten. Man musste für die Reproduktionskosten der neuen Sklaven nur zahlen, so lange man ihre Arbeitskraft nutzte. Brauchte man die nicht mehr, war es nicht das Problem des Kapitallisten, ob die Überflüssigen einen anderen Käufer fanden oder verhungerten. Kostenersparnis. Das ist das Geheimnis des Übergangs von der Sklaverei zur Lohnsklaverei.

 

Damit entstand auch ein neuer Markt - der Arbeitsmarkt, die Vermittlung des Angebots an Lohnsklaven mit der Nachfrage der Kapitalisten nach Arbeitskraft. Bald wurde dieser geschichtliche Fortschritt für so natürlich und unabänderlich gehalten wie vormals die herkömmliche Sklaverei. Die eigene Arbeitskraft an Fremde zu verkaufen, für deren Zwecke - was denn sonst, wie könnte es dann anders sein ?! Das ist Freiheit - der Unternehmer ist frei zu kaufen und der freie Lohnarbeiter frei zu verkaufen. Ein ganz normales Geschäft. Ja, der Kauf von Arbeitskraft ist sogar eine sozusagen soziale Tat. Andernfalls müssten die Lohnsklaven ja verhungern. Das kann man ihnen doch, wo sie jetzt doch sogar liebe Mitarbeiter heissen, nicht antun. Und sogar für die nicht verkäuflichen wird gesorgt, vom Staat, auf Kosten der verkäuflichen. Die kriegen Hartz IV, müssen also nicht unmittelbar und direkt verhungern, sondern kriegen Zeit, sich an den sozialen Untergang zu gewöhnen. 

 

Die Ausdifferenzierung dieses Marktes brachte die Leiharbeitsfirmen hervor. Die Idee: Man vermittelt nicht bloss, sondern unterhält selber ein Kontigent von Lohnsklaven, die man "flexibel" den Anwendern von Arbeitskraft zeitweilig zur Verfügung stellt - Miet-Lohnsklaverei.

 

Wie es auf einem Miet-Lohnsklaverei-Markt heute in der vom Sozialismus befreiten ehemaligen DDR zugeht, beschreibt kucaf : http://kucaf.de/2012/03/24/300-waren-geladen-295-sind-gekommen-davon-201-umsonst/#more-2332 . Das ist die Freiheit, die der neue Bundespräsident meint.

 

 

Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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K
<br /> Ein äußerst brutales Beispiel für Sklaverei: Nähereien in Indien, die auch für H&M nähen. Mehr steht hier:  http://0z.fr/Wn7v4<br />
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S
<br /> <br /> Danke für den Link<br /> <br /> <br /> <br />