Westerwelle und Assad: Wer hat keine Zukunft ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Eine FAZnet-Überschrift von heute: "Westerwelle: Keine Zukunft für Assad". Ähnliches hat Hillary Clinton schon vor ein paar Monaten gesagt. Ähnliches sagen alle Krakeeler der internationalen Politik über Gaddafi.Ähnliches sagen sie über andere Regierungen - oder sie sagen es nicht, arbeiten aber suberversiv an deren Sturz.

 

Leute wie Clinton und Westerwelle repräsentieren ihrerseits nicht die Mehrheit der Staatsbürger in ihren Ländern. In den USA gehen vierzig oder fünfzig Prozent der Wahlberechtigten längst nicht mehr zur Wahl, weil es gar nichts zu wählen gibt. Ob ein Bush mit dümmlich triumphierendem Grinsen die Menschen in die Armut treibt oder ein Obama mit frömmelnd bedauernder Miene kommt auf das Selbe hinaus. Eine Figur wie Clinton hat bei allenfalls einem Viertel der Bevölkerung Rückhalt, und der besteht auch nur darin, dass sich die Leute sagen, die "Demokraten" seien vielleicht irgendwie im Vergleich mit den "Republikanern" die kleineren Gangster. Westerwelle repräsentiert nach allen Meinunsumfragen der letzten Monate drei oder vier Prozent der deutschen Bevölkerung. Und dieser Mensch sagt über eine andere Regierung eines anderen Landes: „Ich glaube nicht, dass es noch eine vom syrischen Volk unterstützte politische Zukunft für Assad geben kann“,( http://www.faz.net/artikel/C32315/syrien-westerwelle-keine-zukunft-fuer-assad-30480474.html )....

 

Was ist das ? Sind sie verrückt ? Sind sie unglaublich unverschämt ? Vermutlich mischt sich das. Wie bescheuert muss man denn sein, der ganzen Welt Vorschriften machen zu wollen, während der eigene Laden jeden Tag einzustürzen droht ? Wie unglaublich unverschämt ist es, sich überall, wo das möglich ist, mit den abgefeimtesten Mitteln in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen, missliebige Regierungen zu stürzen, die eigenen Hörigen an die Macht zu hieven, bis hin zur direkten Militärintervention ? Das Bedenklichste ist aber, dass sich erwachsene Leute in den imperialistischen Ländern von unverschämten Verrückten regieren lassen. 

 

Hektische Betriebsamkeit der Regierungen der EU-Staaten an diesem Wochenende, Italien taumelt am Abgrund des Staatsbankrotts und die deutsche Regierung sagt, ein solcher Brocken sei zu gross, um ihn zu "retten", die Bonität der USA wird von S&P erstmals herabgestuft ... Die kommende Woche könnte für die Leute, die den "Westen" immer noch, wenn auch mit zunehmenden Zweifeln, für überlegen und zukunftsfähig halten, lehrreich werden. Ob Assad eine politische Zukunft hat, ist noch nicht entschieden. Dass Westerwelle keine hat - schon. Irgendwie ist das symptomatisch.

Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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