Wie und warum kommunisten.de einen kubanischen Text publiziert

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

kommunisten.de hat einen Artikel von Dario Machado, einem kubanischen Kommunisten, auf seine Site gestellt: "Was heisst es heute, links zu sein ?" ( link ) Machado reflektiert darin die nach Zeit und Umständen unterschiedlichen Inhalte von "Links". Für Kommunisten, die eine zielführende Aktionseinheits- und Bündnispolitik betreiben wollen, eignet sich der Text gut, um die eigene Praxis zu überprüfen.Die Kommunisten kommen bei Machado allerdings gar nicht vor. Das hat einen einfachen Grund. In Kuba ist die Arbeiterklasse an der Macht und die kommunistische Partei ist die Avantgarde der Revolution. Das ist der selbstverständliche Ausgangspunkt eines kubanischen Kommunisten, von dem aus er sich nach möglichen Bündnispartner umsieht.

  

In Deutschland regieren die Kommunisten bekanntlich nicht, ihr Masseneinfluss ist gering, die Zahl der inder DKP organisierten liegt bei 3 600. Unter diesen, also ganz anders gearteten Umständen ist, wenn von "der Linken" die Rede ist, die Rolle und Funktion der kommunistischen Partei nicht so selbstverständlich, dass darüber kein Wort verloren werden müsste, auch nicht für die Kommunisten selbst.

 

Ein klärendes Wort dazu wäre also in einer Einführung zu Machados Artikel notwendig gewesen. Ein solches steht bei kommunisten.de aber nicht. ( link ) Machaods Text schneit unvermittelt durch die Tür, wie die De-Kontextualisierung überhaupt ein bewährtes Mittel der Manipulation ist.

 

Und um Manipulation geht es. Machados Text ist 13 Seiten lang. An einigen Stellen setzt er sich auch mit ultralinken Fehlern auseinander. In der Einführung bei kommunisten.de sind es diese Bemerkungen, die fast vollständig zitiert werden. Damit liegt der Zweck, den Text überhaupt zu veröffentlichen, offen. Er wird in der parteiinternen Auseinandersetzung benutzt, um nahezulegen, dass eben diese ultralinken Fehler in der DKP bei denen zu suchen sind, die sich dagegen wehren, dass Leo Mayer u. Co aus der DKP "eine andere Partei" machen wollen. Der miese Trick funktioniert nicht, kommunistende-Genossen. Die Gegner der neuesten"Erneuerung" sind nicht spinnerte ultralinke Kleinbürger, die vorübergehend wild geworden sind, sondern gestandene Kommunisten, von denen sich viele seit Jahrzehnten als solche bewähren. Der Versuch, sie zu diffamieren, wird nicht viel bringen, weil die DKP-Mitglieder nicht doof sind.

 

Der arme Genosse Machado, der die konkreten Zusammenhänge, in die sein Artikel gestellt wird, kaum kennen kann, bedankt sich bei kommunisten.de für die Veröffentlichung. Er ist hereingelegt worden. Oder hat kommunisten.de bei ihm angefragt, ob er mit seinem Text zur Parteiauseinandersetzung in der DKP Stellung nehmen möchte ? Ich bin mir ziemlich sicher, dass er danach nicht gefragt worden ist, sondern dass er dafür ohne sein Wissen benutzt wird.

 

In Machados Artikel kommen, wie gesagt, die Kommunisten nicht vor, sondern nur eine "Linke", die, je nach den Umständen, mal so und mal anders sein kann, wie es sich aus den jeweils konkreten Zusammenhängen von Aktionseinheits- und Bündnispolitik eben ergibt. Machado kann sich seiner Partei ziemlich sicher sein. Die in der DKP organisierten Kommunisten können das nicht sein. Es geht um die Existenz der Partei. Und wenn diejenigen, die aus ihr eine "andere Partei" machen wollen, einen Text über "die Linke" bei kommunisten.de einstellen, nehmen sie einen, in dem die kommunistische Partei nicht einmal mehr vorkommt. Eben auch deshalb, von anderen widrigen Umständen abgesehen, geht es um die Existenz der DKP.  

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