Wuehlarbeiteraufstand am 17. Juni

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

 

Den Gedenktag an den "Arbeiteraufstand" am 17.Juni 1953 habe ich glatt verschwitzt. Seit seinem spaeten Erfolg unter der Parole "Wir sind das Volk" (Wir = Treuhand&Deutsche Bank u. Co. KG) ist er ja auch kein Feiertag mehr. Fuer einen nicht so kleinen Teil der Befreiten ist er allerdings doch einer, wenn auch kein staatlicher, sondern ein privater - genauer: ein privat-kapitalistischer. Fuer sie ist naemlich alle Tage Feiertag, wg. bluehender Landchaften Arbeitslosigkeit.

 

Ich gedenke hiermit, pflichtschuldig, wenn auch nicht ganz termingerecht, nachtraeglich mit dem Verweis auf zwei Erlebnisberichte, die ich hier gefunden habe:

 

http://kucaf.de/2010/06/18/zwei-interessante-erlebnisberichte-zum-17-juli-1953/#maerz-1863 

 

Ein wenig nachdenklich macht mich die Tatsache schon, dass der 17. Juni sich nach der Befreiung unserer armen Brueder und Schwestern in der Soffjetzone vom kommunistischen Joch vom Feiertag wieder in einen Werktag verwandelt hat. Irgenwie koennte man das als Symbol dafuer nehmen, dass seitdem verschaerftes Werken angesagt ist - fuer die, die noch Arbeit haben. Es scheint, dass man bei dem beliebten Wort Freiheit aufpassen muss. - Freiheit fuer wen und was ?  

 

Dies bedenkend, gedenke ich hiermit eines Aufstands. Probehalber lasse ich das ge einfach einmal weg. Beim Denken pur ohne Ge kommt, deucht mich, in dem Fall heraus: Besser, man geht rechtzeitig denken, prophylaktisch. Das ist nicht nur in dem Fall ein sauguter Trick: Denken ist die speziell menschliche Alternative zum natuerlichen Trial&Error-Verfahren. Es hat sich im Lauf der menschlichen Geschichte als Letzterem ueberlegen erwiesen. Und das, obwohl das Verfahren doch vorlaeufig noch recht sporadisch angewandt wird.

 

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update:

 

Bei redblog habe ich gerade diesen Eintrag gefunden, der gut zum Thema passt:

 

20 Jahre Mauerfall - bewegende Bilder

http://redblog.twoday.net/stories/6388261/

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in DDR

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A
<br /> <br /> Zitat kritische Massen:<br /> <br /> <br /> "...Die Merkel-Regierung faehrt hier einen Kurs an der Kante. Die EU maximal zum deutschen Vorteil nutzen ist eine Sache. Aber zu viel davon koennte das schoene Projekt auch sprengen. Jenseits<br /> davon waere der schlechtere Ersatzplan B - wieder mal deutscher Sonderweg."<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Es gibt keinen deutschen Sonderweg, weder beim Euro noch in der EU! Als Land in europäischer Mittellage müssen wir uns auf jeden Fall mit unseren Nachbarn arrangieren, einen allseits akzeptierten<br /> Ausgleich finden. Das verbietet "per se" radikale, extreme Lösungen. Auch der deutsche "Spar- und Exportwahn" ist eine solche extreme Lösung!<br /> <br /> <br /> Ich wundere mich übrigens seit langem, warum die EU nicht die deutschen Exportsubventionierungen, Umsatzsteuerbefreiungen und Lohnzuzahlungen als Wettbewerbsverzerrungen anprangert und verbietet?<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Es ist das alte Problem: Deutschland ist fuer eine Rolle als bescheidene Mittelmacht zu muskelig, hat aber den Arsch fuer eine Weltmacht zu weit unten. Dieses Dilemma (nicht der Prolos, sondern<br /> der deutschen Bourgeoisie) macht die besondere deutsche Radikalitaet aus, die seit dem II. Weltkrieg durch die Hoffnung gezaehmt ist, mit EG/EU auf friedlichem Weg besser zum Ziel zu kommen.<br /> Sarkozy und Merkel reden nicht umsonst davon, dass der Euro und die EU eine "Frage von Krieg und Frieden" sind. Man kann es sich im Moment kaum vorstellen. Aber darum geht es tatsaechlich.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Wenn man das, was wirtschaftlich in Europa gerade abläuft, einmal mit dem militärischen Ablauf des Zweiten Weltkrieges vergleicht, dann gibt es da verblüffende Parallelen. Zunächst erobert<br /> Deutschland Europa. Dann entsteht Widerstand und schließlich wird aus UK und USA die "Befreiung" erfolgen. Das bedeutet, der deutsche Wirtschaftsexpansionismus wird geschlagen, "auf den Topf<br /> gesetzt" werden! Die durch Merkel verkörperte nationalkapitalistische Wirtschaftspolitik wird von ihren ehemaligen Freunden in den USA zerschlagen werden. Merkel darf dann ihre Rente in<br /> Kalifornien abfeiern!<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Du malst den Teufel an die Wand. Aber er koennte wirklich vor der Tuer stehen.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Der 17. Juni 1953 hat womöglich seinen Teil dazu beigetragen, dass im Westen der Wohlstand der Arbeitenden etwas stärker angestiegen ist während des Wirtschaftswunders? In den letzten Jahren<br /> konnten wir ja sehen, dass glänzende Gewinne nicht zwingend zu einem Anstieg der Löhne führen müssen, sondern – zusammen mit dem Produktivitätsgewinn – zu sinkenden Lohnstückkosten und damit zu<br /> höheren Gewinnen des Kapitals. Der Wettbewerb der Systeme hatte ganz sicher etwas mit dem relativen Wohlstand in der alten Bundesrepublik zu tun! Jetzt hat diese nackte Gier der<br /> Nationalkapitalisten zu Ungleichgewichten weltweit, speziell aber innerhalb der Euro-Gruppe begetragen. Die Ausgebeuteten, bereits um faire Löhne betrogenen, sollen deshalb jetzt zusätzlich im<br /> hohen Maße Transferleistungen erbringen zur Bankenrettung, die wahlweise als Griechenland-, Portugal- oder Spanienhilfe camoufliert wird. Aber der Druck auf die Löhne wird nicht auf dem Niveau<br /> von 1953 (zum Beispiel) halt machen, sondern jetzt sind mit den Sozialversicherungen bereits Errungenschaften der Bismarck-Zeit gefährdet. Die Schraube der Erpressung wird bis zum Widerstand<br /> weitergedreht werden, darum geböte schon die Logik eher früher als später diesen Widerstand zu leisten...<br /> <br /> <br /> PS: Paul Krugman hat in einem Kommentar in der NYT übrigens Widerstand gegen die deutschen Exporte gefordert, die als zunehmend aggressiv empfunden werden. Damit rennt er in vielen Teilen der<br /> Welt, speziell in Südwest-Europa offene Tüen ein!<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Wir Kommunisten haben den Kollegen vor 1990 in Tarifverhandlungen immer gesagt, dass da ein dritter Tarifpartner unsichtbar mit am Tisch sitzt, die DDR. Ich glaub, da war schon was dran.<br /> <br /> <br /> Krugmann: Stimmen in die Richtung gibts immer haeufiger. Ich wollte mit dem Verweis auf den german foreign policy-Artikel von neulich darauf hinweisen. Deutschland geht tatsaechlich in gewissem<br /> Mass einen Sonderweg in der Krise, und zwingt den auch anderen EU-Staaten auf, fuer die aber schlecht ist, was fuer die deutsche Bourgeoisie gut sein mag (wenn sie es politisch durchhalten kann).<br /> In den USA scheint man das inzwischen gecheckt zu haben. Das ist u.a. eine Gelegenheit, in die Risse in der EU Keile zu treiben. Die Merkel-Regierung faehrt hier einen Kurs an der Kante. Die EU<br /> maximal zum deutschen Vorteil nutzen ist eine Sache. Aber zu viel davon koennte das schoene Projekt auch sprengen. Jenseits davon waere der schlechtere Ersatzplan B - wieder mal deutscher<br /> Sonderweg.<br /> <br /> <br /> <br />