Ende der Yuan-Aufwertung ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Der chinesische Yuan hat in diesem Jahr um 4 % aufgewertet. Vor allem vonseiten der USA gibt es Druck auf die chinesische Regierung, eine weitere Aufwertung zuzulassen. Das würde den Wert der von China gehaltenen Dollarbestände relativ verringern, den US-Export nach China begünstigen und den Chinas in die USA erschweren. Zwischen US-Dollar und Euro findet bereits ein Abwertungswettlauf statt, der mit Ausschlägen zwischen 1,30 und knapp 1,40 USD/E in den letzten Monaten noch keine grossen Bewegungen erzeugt hat; aber beständige und hektische Ausschläge im Umfang von einigen Prozent zeigen an, das von nervösen Akteuren heftig gerangelt wird, ohne dass eine Seite bisher einen eindeutigen Trend erzwingen kann.

 

Die Hoffnung vor allem der USA war, dass wenigstens eine Yuan-Verteuerung grösseren Ausmasses erzwingbar sei. Diese Hoffnung findet jetzt anscheinend ihre Grenze. Mit weiteren Yuan-Aufwertungen sei nicht zu rechnen, verlautet aus China. Im Gegentei sei der Yuan-Kurs vermutlich schon eher zu hoch und müsse mit einer Abwertung gerechnet werden. Dabei mischen sich vermutlich politische Entscheidungen und wirtschaftliche Trends. Der chinesische Aussenbilanzsaldo liegt nur noch mit 1,6 % im Plus und könnte ins Minus gehen. Die Investitionen von Ausländern in China nehmen ab, der Abfluss von Kapital nimmt zu. Das Wachstum wir sich vermutlich 2012 verlangsamen, auf, wie zur Zeit geschätzt wird, auf "nur" noch 8,4 Prozent.

 

Bei german.china.org steht dieser Artikel zum Thema:

 

Chinesische Banken halten weniger für Devisenverkehr zur Verfügung stehende Yuan-Bestände

 

Die Kapitalabflüsse aus China fielen im Oktober mehr aus als zuvor, was vermuten lässt, dass der Yuan inzwischen eher über- als unterbewertet ist.

 

 

 

Die chinesischen Banken hielten im Oktober erstmals seit vier Jahren wieder weniger für Devisenverkehr zur Verfügung stehende Yuan-Bestände, was Spekulationen über eine Verlangsamung der Yuan-Aufwertung und eine lockere Geldpolitik auslöst.

Die Menge sank im Oktober um 24,9 Milliarden Yuan (2,9 Milliarden Euro), wie die am Montag auf der Website der chinesischen Zentralbank veröffentlichten Daten zeigen. Analysten halten die Menge der für den Devisenverkehr zur Verfügung stehenden Yuan-Bestände normalerweise für einen Indikator für Zu- und Abflüsse von "Fluchtkapital".

"Die Kapitalabflüsse zeigen, dass die internationalen Investoren sich zunehmend um das sehr wahrscheinliche Abschwächen des chinesischen Wirtschaftswachstums nächstes Jahr sorgen. Ebenso dürfte ihnen die steigenden Risiken bei den Darlehen an die Lokalregierungen durch Finanzierungsvehikel so wie der schwächelnde Kapitalmarkt Sorgen bereiten", so der Analyst Zhuang Jian. Im dritten Quartal nahmen die Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen nach China um 25 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ab und betrugen noch 26,6 Milliarden Euro. Der Zahlungsbilanzüberschuss fiel sogar um 65 Prozent, wie die Daten des Nationalen Devisenamts zeigen.

Handelsbilanzdefizit wahrscheinlich. Zhuang prognostiziert, dass der Handelsüberschuss 2012 weiter schrumpft, sich die Aufwertung des Yuans verlangsamt und in Zukunft sogar eine Abwertung droht, da sich ein Handelsbilanzdefizit entwickeln wird. Li Daokui, ein wissenschaftlicher Berater des Geldpolitischen Komitees der Zentralbank, prognostizierte kürzlich ebenfalls, dass sich der Yuan in zwei Jahren abwerten könnte, da sich der Handelsbilanzüberschuss 2011 nur noch auf 1,6 Prozent des BIPs beläuft.

"Die Kapitalabflüsse zeigen, dass der Yuan Überbewertet ist, nicht unterbewertet", zitierte Bloomberg News Tim Condon, Vorsitzender für Asienforschung bei der ING Groep NV. "Wir erwarten weiterhin eine langsame Aufwertung des Yuans, aber noch langsamer als bisher, obwohl weniger Kapitalzuflüsse und ein Rückgang der Inflationsrate den Aufwertungsdruck senken würden. Trotz der Befürchtungen auf den Märkten glauben wir nicht, dass eine Abwertung des Yuans derzeit wahrscheinlich ist", so der Analyst Chang Jian. Dieses Jahr wertete sich der Yuan bereits 4 Prozent auf.

"Es ist logisch von der chinesischen Regierung zu erwarten, die Geldpolitik zu lockern, da der Liquiditätsdruck abnimmt. Beispielsweise könnte sie die Mindestreserveanforderungen für Geschäftsbanken lockern, um kleinen und mittleren Unternehmen zu helfen", meint Zhuang. Doch Lu Zhengwei, Chefökonom der Industrial Bank Corporation, sagt, dass der Rückgang der Yuan-Bestände im Oktober zu gering sei, um die geldpolitischen Voraussetzungen grundlegend zu ändern. Eine Lockerung der Mindestreserveanforderungen sei daher vor Ende des Jahres unwahrscheinlich. "Ein paar geringe Anpassungen, wie beispielsweise eine weitere Ausweitung der Kreditvergabe oder Offenmarkteingriffe, sind möglich", so Lu.

China werde die Überwachung der "abnormalen" Kapitalabflüsse verbessern, da es weiterhin gegen "Fluchtkapital" kämpfen wollen, erklärte das Devisenamt am Montag.

Quelle: China Daily

 

 http://german.china.org.cn/business/txt/2011-11/23/content_23987581.htm

 



Veröffentlicht in Weltwirtschaftskrise

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