Zensur - und was man dagegen tun kann.

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Bei Gegenmeinung http://principiis-obsta.blogspot.com/2011/06/massenrevolte-in-griechenland.html

 steht ein Artikel, in dem es auch um die "Berichterstattung" der etablierten Medien über die Ereignisse in Griechenland geht. Der Artikel von Giorgos Mitralias ist von Hans-Günther Mull für Tlaxcala übersetzt worden und auch von SoZ http://www.sozonline.de/2011/06/massenrevolte-in-griechenland/#more-2475 übernommen worden.

 

Hier die Passage des Artikels, in der es um das "grosse Schweigen" der Mainstream-Medien geht:

 

 

Es ist nicht mehr nur ein einfacher Protest noch eine breite Mobilisierung gegen die Sparpolitik. Von nun an ist es eine wirkliche Massenrevolte, die durch Griechenland fegt! Eine Revolte, die ihre Weigerung, “ihre Krise” und “ihre Schulden” zu bezahlen, laut hinausschreit und dabei das neoliberale Zwei-Parteien-System, wenn nicht gar das gesamte politische Personal in äußerste Bedrängnis bringt.


Wieviele waren es am Sonntag, den 5.Juni 2011 auf dem Syntagmaplatz im Zentrum von Athen, direkt gegenüber dem Parlament? Schwer zu sagen, denn eine der Besonderheiten dieser Massenversammlungen ist, dass es mangels zentraler Ansprachen oder eines Konzerts ein ständiges Kommen und Gehen von Demonstranten gibt. Aber nach der Schätzung der Verantwortlichen der Athener U-Bahn, die wissen, wie sie die Anzahl ihrer Fahrgäste berechnen, strömten an diesem denkwürdigen Abend mindestens 250.000 Menschen auf den Syntagmaplatz! Insgesamt waren es mehrere Hunderttausende, wenn man die Massenansammlungen “historischen” Ausmaßes auf den zentralen Plätzen Dutzender anderer griechischer Städte hinzuzählt.

In diesem Moment stellt sich jedoch eine Frage: Wie ist es möglich, dass eine solche Massenbewegung, die zudem dabei ist, eine griechische Regierung zu erschüttern, die im Zentrum des europäischen Interesses steht, von allen westlichen Medien mit einem ohrenbetäubenden Schweigen bedacht wird? Während der ersten zwölf Tage praktisch kein Wort, kein Bild von dieser beispiellosen Menge, die ihre Wut gegen den IWF, die Europäische Kommission, die Troika und auch Frau Merkel und die ganze internationale neoliberale Crème herausschreit. Absolut nichts. Nur bisweilen einige Zeilen über “Hunderte Demonstranten” auf den Straßen Athens, die dem Aufruf der Gewerkschaften folgen. Eine seltsame Vorliebe für die dürren Kundgebungen der völlig diskreditierten Gewerkschaftsbürokraten, während einige hundert Meter weiter seit zwei Wochen gewaltige Massen bis spät nach Mitternacht demonstrieren…


Das ist einfach Zensur, von bislang unbekanntem Ausmaß. Eine sehr organisierte und systematische Zensur, die um jeden Preis das Übergreifen der griechischen Bewegung auf Europa blockieren und verhindern will! Angesichts dieser neuen Waffe der modernen Heiligen Allianz wird es erforderlich sein, dass wir alle gemeinsam reagieren, um diesen Skandal anzuprangern und die Mittel zu finden, dieses Verbot der Information der Öffentlichkeit zu umgehen: durch die Entwicklung der Kommunikation zwischen den sozialen Bewegungen ganz Europas und die Schaffung unserer eigenen alternativen Medien…

 

Die hier aufgeführten Tatsachen sind offensichtlich. Dass die Mainstream-Medien lügen, verschweigen und manipulieren ist so ziemlich Allgemeingut. Die Frage ist aber, was daraus folgt.

 

Das Genörgel darüber, dass die Medien "ihrer Informationspflicht nicht genügen", "ihrer Aufgabe nicht nachkommen" ist völlig fruchtlos und ausserdem falsch, was die "Aufgabe" betrifft: Genau das, was sie tun, IST doch ihre Aufgabe, die sie von den Eigentümern dieser Medien, den grossen Anzeigenkunden, der politischen Führung der öffentlich-rechtlichen Medien gestellt bekommen und die sie SEHR GUT erfüllen. Das wird nicht anders werden. Wer nörgelt und trotzdem weiter Süddeutsche, SPIEGEL, Frankfurter Rundschau, sein Provinzblatt kauft, ist selber inkonsequent. Es GIBT Alternativen wie z. B. die Tageszeitung junge welt. Man KANN die Düddeutsche abbestellen und junge welt abonnieren. Man muss es bloss tun:


Empört Euch!
Liebe Leserinnen und Leser,

immer mehr Menschen empören sich weltweit über wachsende soziale Widersprüche. Nicht nur in Athen, Madrid und Lissabon gehen Hunderttausende auf die Straße. Neue Protestformen werden entwickelt – und traditionsreiche wiederbelebt. Generalstreik in Prag, in Kolumbien erobern Bauern ihre Parzellen von den Paramilitärs zurück. Der Platz an dieser Stelle reicht lange nicht, um nur die wichtigsten Verschärfungen zu benennen. Oder die vielfältigen Formen des Widerstandes.

Dazu braucht es schon eine Tageszeitung, die jeden Tag Fakten, Meinungen und Analysen bietet. Die nicht verschweigt, daß die zentrale Ursache der Probleme im Zwang des Kapitalismus zur Profitmaximierung liegt, bedingt durch die vorherrschenden Eigentumsverhältnisse. Empörung ist ein erster wichtiger Schritt, solche Verhältnisse zu durchschauen – und zu verändern. Dazu ist die junge Welt ein wichtiges Instrument. Deshalb bieten wir für die nächsten drei Monate das Empört-Euch-Abo an.

Empörung über Ungerechtigkeiten genügt nicht. Aber noch schlimmer wäre es, sich mit den Verhältnissen abzufinden. Allerdings wird Empörung, auch wenn sie von vielen Menschen nach außen getragen wird, frei nach Marx nur dann zum Erfolg führen, wenn Kombination sie vereint und Kenntnis sie leitet. Dazu braucht es mehr als spontane Erhebungen. Und mehr als eine linke, unabhängige Tageszeitung. Aber ohne beides wären Veränderungen erheblich schwieriger durchzusetzen.

Allerdings: Nach drei Monaten endet das Aktionsabo. Wer sich auch danach für den Lauf der Dinge interessiert, sollte im Anschluß das Normalabo bestellen. Das Empört-Euch-Abo kann auch genutzt werden, um die junge Weltweiterzuempfehlen. Oder für drei Monate zu verschenken.
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