Zum Tod von Käthe Reichel

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Ein Nachruf von  Günther Drommer in junge welt:

 

http://www.jungewelt.de/2012/10-23/012.php

Veröffentlicht in Kultur und Gesellschaft

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gkb 10/27/2012 18:00


Mit einem hast Du Recht: Von einem Sozialdemokraten trennt Dich politisch weniger als von mir. Siehe G.W.F. Hegel, "Kritik des Gothaer Programms" (für "Traditionsmarxisten": Vorsicht - Späßchen!)

Sepp Aigner 10/28/2012 10:11



Du erwähnst jetzt wiederholt die Kritik des Gothaer Programms. Für die, die mitlesen (falls es jemanden gibt, der mitliest), hier der Wortlaut dieser Kritik: http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm 



gkb 10/26/2012 16:11


Das scheint ein Problem zu sein: Dass Du immer heraus- oder erfinden willst, was jemand ist und dich nur am Rande dafür interessierst, was jemand schreibt, denkt, sagt oder macht. Solche Kämpfe
sind mir zu unkonkret. Aber es gibt ja anscheinend allerhand Partner dafür, die sogar Massenverankerung vorweisen können.

Sepp Aigner 10/27/2012 15:35



In dem Fall sollte es sich um ein Spässchen handeln. Es ist ja leider nicht so, dass uns beide politisch nur so viel trennen würde wie einen DKP-Zentristen und mich trennt. Zum Vorwurf
selbst: Andersherum. Das, was jemand sagt, denkt, macht, macht ihn. Dafür eine Überschift zu finden, heisst nur, die Quintessenz der Sache zu benennen. Das bedeutet gerade nicht zu ignorieren,
woraus diese Essenz gewonnen ist, sondern ist deren Voraussetzung. Mag schon sein, dass ich vorschnell oder nicht genügend bedacht benenne. Die Unfehlbarkeit will ich dem Papst nicht streitig
machen.



gkb 10/26/2012 12:17


Meine Bezugnahme auf Köbele ziehe ich zurück. Ich hatte die Passage in seinen "organisationspolitischen" Überlegungen, die ich meinte, diametral falsch gelesen. Über die
"organisationspolitischen" Positionen 'an sich' mache ich mehr erst Gedanken, wenn die Deutungsbeliebigkeit zu Dingen wie z.B. EU oder Finankrise innerhalb der DKP die Repräsentanten der
unterschiedlichen "Flügel" wieder auf mindestens auf eine Sichtweite von 0,5 Lichtjahren einander entgegengespült hat. Absolute Wahrheiten (wie z.B. die, dass es keine absolute Wahrheiten gibt)
kann es ja eh nicht geben.

Sepp Aigner 10/26/2012 15:57



"... mache ich mehr erst Gedanken, wenn ...": Du bist ja einZentrist ?!



gkb 10/24/2012 22:44


Als "Traditionsmarxisten" wärt ihr mir jetzt nicht vorgekommen, wenn ich den - mir nicht geläufigen - Begriff richtig deute. Beim Sepp Aigner bin ich nämlich mit zunehmender Forums-Korrespondenz
immer restloser überzeugt, dass er tatsächlich glaubt, die "Kritik des Gothaer Programms" sei eine dialektisch antizipierte und posthum edierte Arbeit Hegels.


 


Wie dem auch sei: Eigentlich ging es ja um Käthe Reichel (möge ihr die Erde leicht sein). An ihrem - unbestrittenen - Aufrecht-geblieben-Sein, ihren Einlassungen am 4. November 89 und z.B. zu
Hartz IV gäbe es was zu analysieren - weil es so symptomatisch ist, was da aufrecht geblieben ist. Der Glaube an einen demokratischen Staat, der 'eigentlich' doch auch für was Gutes taugen könnte
und 'immerhin' im Vergleich zum Faschismus - aus gutem eigenen Grund - das beliebte "konkrete Kämpfe"-Spiel zulässt, einhegt und rechtspflegt. Wie alle anderen Redner und SED-Leute 1989 (außer
EH) nicht einmal der Versuch einer Erklärung, wie die Bundesrepublik eigentlich beschaffen war/ist, die da siegesgewiss herandrohte. Wie der Westen - mittels weltweiter Austeilung von
Schuldverschreibungen auf seine überlegene Gewalt - den Rüstungswettlauf finanzierte, den der Osten verloren hatte - kein Erklärungsversuch, nirgends. ich fand Erklärungen in den damals adhoc
produzierten Büchern der ewig Rumschwallenden, während alles in der SED, was im bürgerlichen Sinn satisfaktionsfähig war, sich in den demokratischen Betrieb stürzte.


 


Aber was sind Euch schon Erklärungen. Da haltet Ihrs mit Friedrich Wilhelm - "Hegelsche Drachensaat". Dass was richtig oder falsch sein kann, habe ich in dem Umkreis dieser Tage erstmals bei
Patti Köbele ansatzweise gelesen (der mir in seinerzeitigen Disputen noch Seit' an Seit' mit Leo Mayer gegenübersaß).


 


Wo alles schon so super einsortiert ist, werdet Ihr Euch doch jetzt nicht mit Inhalten aufhalten wollen. Beruflich bin ich übrigens Medienschmierant im dezidiert rechten Lager und Mietwucherer,
ohne Käs. Was soll da schon rauskommen ...

Sepp Aigner 10/25/2012 18:36



Was hast Du denn von Köbele gelesen ?



retmarut 10/24/2012 14:42


@gkh: Ich begreife mich ob meiner objektiven Klassenlage als Teil des Proletariats. Als Kommunist versuche ich zudem, im Proletariat (durch Aufklärungs- und Bildungsarbeit unter den Kollegen
sowie in konkreten Kämpfen meiner Klasse) das Klassenbewusstsein zu erhöhen, also den Schritt von der Klasse an sich zur Klasse für sich zu stärken. Und das alles im marxistischen Bewusstsein,
dass nur die proletarische Klasse dazu in der Lage ist, die Bourgeoisie zu stürzen und eine neue höhere Gesellschaftsformation zu errichten, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen
beseitigt ist.


Deine Klassenlage kenne ich nicht. Ich kann allerdings zum "Gegenstandpunkt"-Spektrum aus jahrelanger Erfahrung mit dieser Szene einschätzen, dass die meisten von denen, die mir da begegnet sind,
a) weder der Arbeiterklasse angehören noch b) ein proletarisches Klassenbewusstsein haben (wollen) bzw. auch nicht viel auf die Arbeiterklasse geben. Stattdessen viel Rumgeschwalle und heiße
Luft, kaschiert durch akademische Worthülsen. Das mag auf Erstsemester und Dozenten im SoWi- oder Politikseminar durchaus Eindruck machen, ändert aber nichts am sinnfreien Schwallgehalt.


Mag bei Dir vielleicht anders sein, aber außer halbgarer Marxlektüre (ob aus erster Hand oder via "Gegenstandpunkt" sei mal dahingestellt) und galligen Tiraden gegen vermeintliche
"Traditionsmarxisten" habe ich in den letzten Monaten Deinerseits auch nicht viel gehört.