Zum Verhältnis von Arbeiterklasse und Kleinbürgertum zur Zeit der Oktoberrevolution und heute

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

 

Nach der Oktoberrevolution erzwangen die Verhaeltnisse den Aufbau des Sozialismus in einem Land, und zwar ausgerechnet in einem zurueckgebliebenen. Die materiell-technische Basis fuer eine sozialistische Gesellschaft existierte nicht, damit auch nicht der gesellschaftliche Arbeitskoerper, der sozialistischen Verhaeltnissen entsprochen haette. Der Sozialismus war lediglich per Verfassung und staatlicher Macht proklamiertes Ziel. Zwischen politischer Verfassung und materieller/sozialer Basis klaffte eine ganze Entwicklungsetappe. Sie wurde in weniger als zwei Jahrzehnten unter unsaeglichen Muehen und zeitweisen Grausamkeiten, bis hin zum Massenterror, zurueckgelegt.

 

Ohne die Oktoberrevolution haette in Russland im Fall des Sturzes des Zarismus und der Ubergang zu buergerlich-demokratischen Verhaeltnissen, die Weiterentwicklung des noch schwach entwickelten Kapitalismus angestanden. Aber die russische Bourgeoisie war sowohl zu schwach gewesen, aus eigener Kraft, bzw. als fuehrende Kraft eines politischen Buendnissses mit der Arbeiterklasse und den Bauern, die zaristische Selbstherrschaft zu verjagen, als auch zu schwach, sich der Arbeiterklasse und den Bauern erfolgreich entgegenzustellen, die "schon weiter wollten". Ihre klaegliche Rolle manifestierte sich im Verrat an den objektiv anstehenden eigenen politischen Zielen - Beseitigung der starken feudalen Reste und Errichtung der eigenen Macht - , indem sie aus Furcht vor den Volksmassen sowohl mit dem zaristischen Unterdrueckungsapparat kluengelte als auch mit den imperialistischen Interventen, die beide nicht an einem entwickelten kapitalistischen Russland interessiert sein konnten.

 

Der Sieg der Arbeiter und Bauern im Buergerkrieg gegen die Anhaenger der Selbstherrschaft, die Bourgeoisie und die imperialistischen Interventen und das Scheitern der Revolutionen in Westeuropa setzte diese Aufgaben auf die Tagesordnung:

- Errichtung der materiellen Basis des Sozialismus - Industrialisierung, Elekrifizierung, Schaffung eines modernen Verkehrsnetzes, Erhoehung der landwirtschaftlichen Produktion fuer die mit der Industrialisierung verbundene Verstaedterung eines bedeutenden Teils der Landbevoelkerung, fuer eine mit der Industrialisierung wachsende Arbeiterklasse.

- Verwandlung von vielen Millionen landlosen und Klein- Bauern in Arbeiter; die fuer die industrielle Grossproduktion erforderliche Qualifizierung der neuen, zu einem bedeutenden Teil noch analphabetischen Arbeiter; die Qualifizierung von Millionen Arbeitern fuer Verwaltungs- und Fuehrungsfunktionen; allgemeine Volksbildung und Hebung des kulturellen Niveaus.

 

Das Tempo dieser "nachholenden Entwicklung" haette, nach der Interessenlage der Arbeiter und Bauern, gemaechlich sein koennen. Aber die junge Sowjetunion entschied darueber nicht nach aus der eigenen Gesellschaft abgeleiteten Kriterien. Das Tempo entschied der Imperialismus, der zwar momentan aus dem Land gejagt, aber entschlossen war, bei naechster Gelegenheit der "roten Gefahr" den Garaus zu machen. - Entweder die "nachholende Entwicklung" wuerde binnen kuerzester Zeit geschafft werden - oder die SU wuerde dem an allen Grenzen lagernden Feind erliegen. Wie "knapp das ausging", zeigt der Ueberfall Hitlerdeutschlands zwanzig Jahre nach dem Ende des russischen Buergerkriegs. Die Faschisten konnten erst unmittelbar vor den Toren Moskaus zum Stehen gebracht werden. Um ein Haar haetten sie, mit zu erwartenden unvorstellbar barbarischen Folgen, die Sowjetmacht geworfen.

 

Die bestaendige toedliche Bedrohung von aussen - und von Seiten der inneren Reaktion, die zwar geschlagen war, aber existent blieb - , der davon verursachte Zeitdruck und die Groesse der anstehenden Aufgaben selbst bestimmten den Charakter der SU in den ersten beiden Aufbau-Jahrzehnten und praegten sie zeit ihrer Existenz.

 

"Nachholende Entwicklung" auf sozialistische Art: Das bedeutete, die "naturwuechsige" Entwicklung kapitalistischer Art gleichzeitig im Zaum halten, die noch schwache eokonomische Basis in Staatseigentum vor dem Ueberwuchern durch die kapitalistische Warenproduktion schuetzen zu muessen.

 

Die Revolution hatte die feudal abhaengigen oder landlosen Bauern zu Besitzern gemacht. Das hatte es im Zuge der urspruenglichen Akkumulation des Kapitalismus auch gegeben. Die Erfahrung war, dass sich diese neue Besitzerklasse schnell ausdifferenzierte. Die Masse wurde um ihre Parzelle gebracht und proletarisiert, ins Lumpenproletariat gestossen, zur Auswanderung gezwungen oder verhungerte, waehrend ein kleinerer Teil zu Mittel- und Grossbauern aufstieg, zu einer Land-Bourgeoisie, deren Existenzgrundlage die Ausbeutung fremder Arbeitskraft war. Im Handel sich anhaeufende Kapitale und solche aus privaten Kleinbetrieben haetten auch in der jungen Sowjetunion diesen Prozess von aussen zusaetzlich gefoerdert.

 

Nach Lage der Dinge drohte nach dem Sieg ueber Zarismus und Bourgeoisie die groesste Gefahr fuer die sozialistische politische Ordnung aus den Reihen des Kleinbuergertums - einer aus ihm austeigenen Kapitalistenklasse. Dessen laendlicher Teil, die Bauernschaft, zaehlte hundert Millionen Koepfe - gegen wenige Millionen Proleten, die zu einem grossen Teil selbst noch "mit einem Bein im Dorf standen". Geriet die Masse der Bauern politisch ins Fahrwasser der Kulaken und neuen NoeP-Reichen und alten Bourgeois, war die Arbeiterklasse in hoffnungsloser Minderheit.

 

Die Bauern hatten jetzt das Land, fuer das sie die Revolution unterstuetzt hatten. Aber das war kein "Endzustand". Im Zuge der NoeP entwickelte sich schnell eine Schicht von Mittelbauern und eine Schicht von Grossbauern, Kulaken. Allerhand Haendler und sonstige "Gewerbetreibende" wurden reich. Die soziale Differenzierung tendierte "naturwuechsig" zu kapitalistischen Verhaeltnissen und damit zum Zusammenstoss mit der sozialistischen Verfassung. Bis 1927 hatte sich die soziale Differenzierung auf dem Dorf nach der allgemeinen Landzuteilung bereits wieder so weit ausgepraegt, dass es schon wieder 2,7 Millionen Familien landloser Bauern gab und die Kleinbauern dabei waren, in oekonomische Abhaengigkeit von den Kulaken zu geraten.

 

Die kleinen Bauern konnten kaum mehr leisten als sich mit Subsistenzwirtschaft selbst zu versorgen und im besten Fall einen Ueberschuss zu erwirtschaften, mit dessen Produktion und Verkauf sie als kleine Warenproduzenten agierten. Selbst wenn sie mit Technik und Duenger haetten versorgt werden und ihre Berufskenntnisse haetten verbessern koennen, waere die Produktivitaet nicht in einem Mass zu steigern gewesen, das mit dem Wachsen der Staedte und der Industrie unabdingbar wurde. Die nach der Revolution entstandenen Besitzverhaeltnisse, die Parzellenwirtschaft von vielen Millionen Kleinbauern, standen dem entgegen.

 

Die kapitalistische "urspruengliche Akkumulation" hatte ihre Quellen in der Beraubung der ganzen Welt und im Reichtums"tranfer" vom Land in die Stadt. Die "nachholende Entwicklung" in der SU hatte nicht nur keine raeuberische aeussere Quelle, sondern von aussen gab es im Gegenteil den imperialistischen Boykott und, wo nicht diesen, die erpresserischen terms of trade. Die einzige Quelle der "urspruenglichen Akkumulation" war das Land, war die baeuerliche Produktion. Von dort mussten die Nahrungsmittel kommen, die das neue Proletariat brauchte - und dieses neue Proletariat selbst.

 

Sowohl die Entwicklung der sozialen Klassen - und damit ihrer politischen Potenzen - , als auch die notwendige Steigerung des Mehrprodukts der Landwirtschaft mussten hauptsaechlich mit politischen Mitteln "in sozialistischer Richtung" beeinflusst werden. Von der Hebung des Bildungsniveaus und, mangels einer entwickelten Industrie fuer landwirtschaftliche Technik, voellig unzureichender Versorgung der Bauern mit Technik und Duenger abgesehen, gab es keine anderen Mittel. Die Entwicklung "ihren Lauf nehmen zu lassen", haette andererseits die Rueckentwicklung zu kapitalistischen Verhaeltnissen nach sich gezogen.

 

Die politischen Mittel bestanden bekanntlich in der Beendigung der NoeP und einer Verstaerkung der zentralstaatlichen Planung und in der Kollektivierung der Landwirtschaft.

Letztere schuf die Besitzverhaeltnisse, die "im Prinzip" in der Lage waren, die baeuerliche Landwirtschaft in eine Agro-Industrie zu verwandeln. "Oekonomisch logisch" waere gewesen, zuerst eine Industrie fuer landwirtschaftliche Technik zu schaffen. Das haette der Masse der Bauern von selbst gezeigt, dass ihre Klitschen ein Hindernis fuer die Anwendung dieser Mittel waren. Das waere "wirksame Medizin" gegen den neuen Besitzerstolz gewesen. Die Ueberfuehrung in staatliche oder genossenschaftliche Grossbetriebe haette ueber einen laengeren Zeitraum gestreckt und diese vom Mass der Einsicht der Bauern in deren Notwendigkeit abhaengig gemacht werden koennen. Diese Moeglichkeit gab es nicht. Die Kollektivierung wurde "ueberstuerzt", als politische Kampagne, als Machtkampf, begleitet von Zwang und Repressalien durchgefuehrt. Sie war kaum im Interesse der Mittelbauern und schon gar nicht in dem der Kulaken, und auf dem Stand um 1930 herum auch nicht im oekonomischen Interesse der kleinen Bauern, obwohl diese die Hauptkraft der Kollektivierung waren, weil diese sie vor den Kulaken rettete. Letztere konnten sich nur per politischer Ueberzeugung, per Einsicht in die Zukunftstraechtigkeit der Kollektivwirtschaft und gegen die eigenen unmittelbaren Interessen fuer sie engagieren. Das taten erstaunlich viele, aber nichtsdestotrotz fuehrte die Kollektivierung nahe an den Buergerkrieg, zunaechst sogar zu einem Absinken der landwirtschaftlichen Produktion - und "vice versa" zu Abgabepflichten, die das Dorf zum Teil zum Hungern brachte - waehrend das neue Industrieproletariat und die Staedte trotz der drakonischen Requirierungen ihrerseits auch hungerten.

 

Soweit die Masse der Bauern nicht von der Kollektivierung ueberzeugt werden konnten, sondern mit Zwang in diese "eingebracht" wurden, brach die KPdSU damit faktisch das Buendnis zwischen Arbeiterklasse und Bauern und verwandelte einen Buendnispartner in eine politisch unterworfene Schicht. Selbst die buergerlichen Rechte wurden fuer einen Teil der Landbevoelkerung eingeschraenkt: Die Aufhebung der Freizuegigkeit erinnerte fatal an die Praktiken der ehemaligen Grossgrundbesitzer und der Zarenmacht.

 

Die gesellschaftlichen Widersprueche und die aus ihnen wachsenden politischen Konflikte erschuetterten die KPdSU selbst. Die Diskussionen verwandelten sich in politischen Kampf, Meinungsverschiedenheiten in Todfeindschaften. Sie beschaedigten die innere Demokratie der KPdSU und der Sowjets fuer immer. Sie waren ein Knotenpunkt in der Verwandlung der KPdSU aus einem Instrument der Arbeiterklasse zu einem Quasi-Offizierskorps der Klasse, das - durchaus im Interesse der Klasse und ihren sozialen und politischen Interessen "treu ergeben" - militaerische Disziplin in den eigenen Reihen durchsetzte, in den zugespitztesten Situationen inklusive Kriegs- und Standrecht, dem symbolischem Spiessrutenlauf der "Selbstkritik" und Aechtung.

 

Arbeiterklasse und Kleinbuergertum heute

 

Die Widersprueche zwischen der Masse des Kleinbuergertums und der Arbeiterklasse basierten in der SU auf den speziellen historisch-politischen Umstaenden und der Unentwickeltheit der materiellen Verhaeltnisse. Heute sind die objektiven Interessen und die daraus resultierenden Moeglichkeiten des politischen Verhaeltnisses zueinander in den Metropolen grundlegend anders und auch in der Peripherie sind sie modifiziert. Die traditionelle, auf den Erfahrungen des sozialistischen Aufbaus in der SU und der VR China basierende kommunistische Einschaetzung dieses Widerspruchs und der ihm innewohnenden Potenzen muss entsprechend veraendert werden.

 

Das Zentrum der heutigen gesellschaftlichen Widersprueche ist der zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse. Aber beide Klassen "stehen ganz anders da" als vor hundert Jahren. Der Imperialismus, der sich damals durchzusetzen begonnen hatte, ist heute voll entwickelt, und sein innerer Widerspruch zwischen Entwicklungspotential und Erschoepfung hat begonnen, sich in die Richtung des letzteren zu neigen.

 

Die Arbeiterklasse macht in den Metropolen heute die Mehrheit der Bevoelkerung aus. Ihre Macht waere Demokratie im Sinne der Macht der Mehrheit per se - einfach per Kopfzahl. Der Schluessel fuer die Ueberwindung des Kapitalismus ist nicht mehr die Entmachtung der Bourgeosie schlechthin, sondern die Entmachtung des Monopolkapitals, einer kleinen Schicht innerhalb der Bourgeoisie, die selbst zum Grossteil ihrer Klasse in immer haerteren Gegensatz geraet. Die Enteignung des Monopolkapitals und die Ueberfuehrung seines Besitzes in Volkseigentum ist identisch mit der Volksmacht ueber die entscheidenden Produktionsmittel, und zwar aeusserst entwickelte Produktionsmittel, die von einer Arbeiterklasse mit entsprechenden Qualifikationen auf allen Ebenen, in Produktion und Distribution und deren Verwaltung, betrieben werden.

 

Die mittlere und kleine Bourgeoisie besitzt heute, verglichen mit der Zeit vor hundert Jahren, weit maechtigere Produktionsmittel. Aber an der Gesamtheit der Produktivkraefte besitzt sie einen relativ weit kleineren Teil als damals. Daraus ergeben sich modifizierte Beziehungen der Arbeiterklasse zur Masse der Bourgeoisie und entsprechende politische Konsequenzen.

Das gilt in noch weit hoeherem Mass fuer das Verhaeltnis zu den kleinbuergerlichen Schichten. In den Metropolen sind die Bauern als kleine Warenproduzenten und Schicht des Kleinbuergertums nur noch eine Randerscheinung. Die kapitalistische Entwicklung hat aus der Hauptmasse des Kleinbuergertums, dem laendlichen, im Kern der wertktaetigen Bauern, eine kleine Minderheit gemacht. Heute hat das Kleinbuergertum eine voellig andere soziale Gestalt als im Russland um die Zeit der Revolution und der Aufbau-Jahrzehnte. Es ist staedtisches Kleinbuergertum. Es macht immer noch einen bedeutenden Teil der Bevoelkerung aus, ist aber im Gegensatz zu damals gegenueber der Arbeiterklasse in der Minderheit. Und seine Stellung im Gesamtgefuege der Gesellschaft ist viel schwaecher geworden. Ein Teil naehert sich hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Funktionen, seiner Stellung in den Betriebs- und Verwaltungshirarchien, und hinsichtlich seiner sozialen Lage der Arbeiterklasse an. Andere Teile liegen naeher an der Bourgeosie. Aber alle Sektoren des Kleinbuergertums stehen entweder direkt unter der Fuchtel des Monopolkapitals oder werden ueber Kredit, Vertraege und Geschaeftsbeziehungen mit diesem ungleichen "Partner" und den Staat um einen Teil ihres Arbeitsergebnisses gebracht.

 

Die sozialen Rollen, die das Kleinbuergertum austreibt, wirken auf die Arbeiterklasse, besonders ihre oberen Schichten, so "attraktiv" und damit demoralisierend wie je. Aber das ist nicht der Kern der Sache. Daraus kann sich das Verhaeltnis der Arbeiterklasse zum Keinbuergertum nicht hauptsaechlich ableiten. Der Kern ist die oekonomische Stellung dieser Schichten, und diese enthaelt weitreichende gemeinsame Interessen mit der Arbeiterklasse.

Sozialistische Produktionsverhaeltnisse brauchen eine wachsende Masse wissenschaftlich-technischer und verwaltender Intelligenz. Die Uebermacht der grossen Produktionsmittel, die Notwendigkeiten der organischen Verzahnung der einzelnen Teile des Wirtschaftskoerpers, sichern das Kollektiveigentum nicht mehr vorwiegend "kuenstlich" per politischer Macht, sondern sind einfach die den Produktivkraeften entsprechende "natuerliche", "historisch-logische" Organisationsform der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion. Was sich aus dem Kleinbuergertum heraus an Kapitalismus entwickelt, repraesentiert nicht mehr den fortgeschrittensten Stand, sondern den Schwanz der Entwicklung. Die Emsigkeit und Findigkeit des Kleinbuergers, der "es zu etwas bringen will", muss unter den heutigen Bedingungen nicht mehr mit politischen Mitteln oekonomisch gezuegelt werden, sondern kann nutzbringend in einen sozialistischen Wirtschaftskoerper eingebaut werden.

 

Im Herankommen an den Kampf um die Macht und dem Kampf um die Macht selbst geht es fuer die Arbeiterklasse darum, die Monopolbourgeoisie zu isolieren und ihr ihr politisches Glacis, dessen Teil die Masse des Kleinbuergertums heute - entgegen den eigenen Interessen - ist, d.h. das Kleinbuergertum und sogar die kleinen und einen Teil der mittleren Kapitalisten fuer ein Buendnis zu gewinnen. Aber der oekonomische Inhalt des Verhaeltnisses zwischen Arbeiterklasse und Kleinbuergertum ist eine gemeinsame Perspektive unter sozialistischen Verhaeltnissen, die auch fuer Letzteres im Vergleich zu seiner Lage unter der Herrschaft des Monopolkapitals vorteilhafter ist.

 

So, wie zur Zeit der Oktoberrevolution das Arbeiter-Bauern-Buendnis die strategische Achse gesellschaftlicher Veraenderung war, ist es heute das Buendnis Arbeiterklasse-Kleinbuergertum. Und im Unterschied zu damals gibt es keinerlei Zwangslaeufigkeit fuer einen Bruch dieses Buendnisses unter erreichten sozialistischen Verhaeltnissen, keinerlei Notwendigkeit der "kuenstlich"-politischen, zwangsweisen Verwandlung von Kleinbuergern in Arbeiter. Und im Unterschied zu damals waere die Arbeiterklasse als herrschende Klasse nicht mehr die Minderheit der Bevoelkerung, sondern deren Mehrheit, und umgekehrt waere das Kleinbuergertum nicht mehr die Mehrheit, sondern die - wenngleich immer noch starke - Minderheit.

 

 

 

 

 

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E
<br /> <br /> <br /> Und wenn es in der SU nun so viele Klassengegensätze gegeben hat, warum ist dort nach Lenin ein verschrobener<br /> Kap. aufgebaut worden, und die, die sich auf ihn beriefen im GULAG landeten? Wenn Sie die kap. Produktionsweise in kleinen Parzellen in der Landwirtschaft kritisieren und die Kollektivierung auch<br /> unter Zwang nötig war, warum sind dann trotzdem Millionen Menschen verhungert? <br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Meines Erachtens musste die KPdSU nicht die Bauernschaft unterwerfen, mag sein, dass eine weitere Entwicklung der Landwirtschaft von Nöten war, einen Hungertod hat es dennoch gegeben. Das sich<br /> die KPdSU aus der Reflektierung dieser Unterjochung nie hat befreien können ist marginal, weil dieser Parteikommunismus ungeeignet ist für einen demokratischen Soz. Der ideolog. und polit. Ansatz<br /> ist einfach falsch gewesen, denn alle Staaten mit sow. Modell sind kläglich gescheitert.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Und können Sie mir erklären, wenn Sie schon so viel erklären können, warum Stalin dann Millionen Menschen in den GULAG geschickt hat?<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Neben dem amerik. Imperialismus, der sich Ihrer Meinung nach erschöpft hat, wird es noch den chin. Imperialismus geben. Denn Absatzmärkte einer soz. Marktwirtschaft müssen ja auch erschlossen<br /> werden, es ist nun mal so, dass China wie der Westen kaum Rohstoffe zur Verfügung hat. Deshalb sind die schwächeren kap. Staaten zur Unterwerfung verdammt und daran ändert China nichts.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Wenn Sie die kap. Warenproduktion und Akkumulation verdammen, worin besteht dann eigentlich der Unterschied zur sogenannten soz. Warenproduktion?<br /> "Sozialistische Produktionsverhaeltnisse brauchen eine wachsende Masse wissenschaftlich-technischer und verwaltender Intelligenz. Die Uebermacht der grossen Produktionsmittel, die Notwendigkeiten<br /> der organischen Verzahnung der einzelnen Teile des Wirtschaftskoerpers, sichern das Kollektiveigentum nicht mehr vorwiegend "kuenstlich" per politischer Macht, sondern sind einfach die den<br /> Produktivkraeften entsprechende "natuerliche", "historisch-logische" Organisationsform der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion." Ich wusste nicht, das stalinistische Parteien, ob SED<br /> oder KPdSU dazu jemals in Lage gewesen wären. Als Gorbi genau das versucht hat, brach alles auseinander, weil die Menschen als Befehlsempfänger erzogen wurden. Wer hat Marxisten dazu gezwungen<br /> nach dem 2. Weltkrieg nicht andere Wege zu gehen? Lässt das der demokratische Zentralismus genau Ihre Beschreibung eigentlich zu?<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Und wo gab/gibt es einen halbwegs funktionierenden demokratischen Sozialismus, der nicht von oben dirigiert werden muss? Der nicht ein kap. Wirtschaftssystem simuliert und behauptet deshalb schon<br /> ein Sozialismus zu sein? Vllt. sollten Komm. einfach nie wieder Macht bekommen, weil sie sich wieder die Köppe einschlagen werden und alles auf die Antagonismen in der Gesellschaft <br /> schieben. Ein politisches System neigt leider immer dazu von Theoretikern und Bürokraten aufgefressen zu werden, denn so kann es keine demokratischen Institutionen geben, die immer von den<br /> Parteibonzen besetzt werden, weil die Ak noch nicht reif genug ist. Wieso können Kommis in keinem Land ein halbwegs vernünftige Wirtschaft aufbauen, sondern ideologisieren immer über den<br /> Klassenfeind rum? Wieso sind Kommis zu dumm zu begreifen, dass Menschen eben anders sind als sie sie sehen? Wenn also nach Marx die Arbeiter entfesselt arbeiten können im Soz./Kom., warum<br /> passiert das nicht? Können Menschen überhaupt ohne Druck und Bestrafung arbeiten? Oder anderes gesagt: Identifizieren sich die Werktätigen mit ihrer Arbeit? Ich kenne dieses soz. Land nicht,<br /> vllt. JU, aber das war der glorreichen SU ein Dorn im Auge. Denn es konnte ja bei aller Solidarität nicht sein, dass die Arbeiter in selbstverwalteten Betrieben arbeiten, oder? Wer hat die dummen<br /> Marxisten dazu gezwungen sind zu zwingen nicht von anderen Wegen lernen zu wollen? Warum hat es keinen Technologietransfer gegeben und jedes soz. Land hat eigene schlechte Maschinen entwickelt?<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Die Kapitalisten haben richtig Grund zur Besorgnis!<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Uff. Fertiig ? Soltschenyzin auf ein paar Dutzend Zeilen komprimiert ... Naja, mehr Inhalt ist da ja auch nicht. Und warum anonym ? Stehen Sie nicht zu dem, was Sie schreiben ?<br /> Täte ich allerdings an Ihrer Stelle auch nicht, bei solchen Ergüssen.    <br /> <br /> <br /> <br />