Zypern: Die "rote Insel" in der EU-Krise

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Zypern zählt nur gut 1,1 Millionen Bürger - ungefähr so viele wie die Balearen-Insel Mallorca. Das Land ist faktisch geteilt. Grossbritannien unterhält dort zwei Militärstützpunkte - eine der Bedingungen für die Entlassung aus dem Kolonialstatus 1960. Mit dem Untergang der sozialistischen Staaten hat es einen gewichtigen aussenpolitischen Rückhalt verloren. Seit 2004 gehört Zypern zur EU. Im griechischen Teil ist die kommunistische AKEL die dominierende Partei. Aber mehr als eine Veraltung des Kapitalismus bei einer gewissen Schonung der Arbeiterklasse und des Kleinbürgertums und ein gewisserSchutz der kleinen und mittleren Kapitalisten gegen ausländische Monopole ist nicht drin.

In der Folge des griechischen Schuldenschnitts, der die von zypriotischen Banken gehaltenen griechischen Staatsanleihen drastisch entwertete, musste Zypern im Juni beim EFSF um einen Milliardenkredit anfragen.Im Moment geht es darum, die damit gewöhnlich verbundenen Auflagen, die auf die gezielte Verarmung der Masse der Bevölkerung hinauslaufen, zu vermeiden. Parallel wird mit Russland über einen Grosskredit verhandelt. Von dort hatte Zypern 2010 schon einen Kredit über 2,5 Milliarden Euro erhalten.

Der politische Spleiraum Zyperns ist nicht gross. Der kleine Staat ist auch ein Beispiel dafür, dass eine Linksregierung nicht allzuviel an den Lebensverhältnissen ändern kann, so lange die Eigentumsverhältnisse unangetastet bleiben und die Gesetzmässigkeiten des Marktes wirken.

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