Quantcast

Honduras

Wednesday, 21. september 2011 3 21 /09 /Sept. /2011 06:14

 

1,8 Prozent bei den Berliner Wahlen - die FDP wird zur Splitterpartei. Solche Sorgen hat sie in anderen Ländern nicht. Dort braucht sie, um Einfluss auszüben, keine Stimmen, sondern bloss das Geld ihrer Mäzene und ordentlich Staatsknete, wie es sich für eine Partei der Leistungs(weg)träger gehört. Im Ausland heisst die FDP Friedrich-Naumann-Stiftung. Sie heisst da aber bloss anders. Das Geschäft, das sie besorgt, ist das gleiche, im Inland wie im Ausland: Sie besorgt das Geschäft der Reichen.

 

Beispiel Honduras: Die "liberale" FDP hat dort mit den Putschisten gekungelt und tut es weiter. Bei dieser Sorte Entwicklungshilfe und Demokratie-Export fallen Pöstchen an. Irgendjemand muss die Drecksarbeit ja machen. Und für Pöstschenabstauber ist die Partei, die kaum noch vorzeigbares politisches Personal hat, allemal eine Kader-Reserve.

 

Der neue Kader für Honduras ist ein gewisser Christian Lüth. Hoffentlich bleibt er in Honduras. Noch besser wäre, die hondurensische Volksbewegung würde ihn fangen und einsperren, als Gefahr für die Öffentlichkeit. Anderenfalls ist ja, bei weiteren FDP-Wahlergebnissen a la Berlin, nicht auszuschliessen, dass der Putsch-Spezialist seine Kenntnisse auch in Deutschland einsetzt.

Kritik an Berufung von Vertreter der Naumann-Stiftung in Ministerium. Mitarbeiter hatte Umsturz in Honduras 2009 befürwortet

Sitz der Naumann-Stiftung in Honduras
Dieser Artikel ist Teil eines Dossiers:

Deutsche Stiftungen in Lateinamerika

Die Aktivitäten deutscher Stiftungen in Lateinamerika
Berlin/Tegucigalpa. Während die FDP im Superwahljahr 2011 beinahe von der politischen Bildfläche verschwunden ist, sorgt die parteinahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) weiter für Konflikte im politischen Berlin. So haben mehrere Vertreter der Opposition im Bundestag die Versetzung des umstrittenen bisherigen Stiftungsvertreters in Honduras, Christian Lüth, in das Entwicklungsministerium (BMZ) kritisiert. Lüth war zum Zeitpunkt des Putsches gegen die letzte demokratisch gewählte Regierung des mittelamerikanischen Landes Ende Juni 2009 Leiter des FNSt-Büros in Honduras. Vertreter deutscher Parteien, von Nichtregierungsorganisationen und der honduranischen Demokratiebewegung warfen Lüth vor, den Sturz des damaligen Präsidenten Manuel Zelaya befürwortet und im Hintergrund mutmaßlich sogar unterstützt zu haben.
Auf eine Anfrage (siehe Anhang) des Grünen-Bundestagsabgeordneten Thilo Hoppe bestätigte nun die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Gudrun Kopp, die Berufung Lüths in das Ressort unter Leitung seines FDP-Parteifreundes Dirk Niebel. Er werde dort "als Referent im Bereich der Steuerung der Durchführungsorganisationen eingesetzt" schreibt Kopp. In seiner Anfrage hatte der Grünen-Abgeordnete darauf hingewiesen, dass Lüth als Stiftungsvertreter "den Putsch in Honduras im Juni 2009 rechtfertigte und damit in Opposition zu der Einschätzung von Organisation Amerikanischer Staaten, der Europäischen Union, der UNO und auch der deutschen Bundesregierung stand".
"Dass Christian Lüth nun in das BMZ wechselt und in dem Referat arbeitet, das mit der Steuerung der Durchführungsorganisationen befasst ist, wirft einige Fragen auf", sagte Hoppe nun im Interview mit amerika21.de. Nach dem international geächteten Putsch in Honduras habe Lüth zu den wenigen gehört, die den Umsturz rechtfertigten. "Lüth sollte klarstellen, ob er immer noch der Meinung sei, die Putschisten hätten damals gute Argumente für den Staatsstreich gehabt", forderte der Bundestagsabgeordnete: "Und auch das BMZ sollte Klarheit darüber herstellen, wie es die damalige Vorgänge beurteilt." Schließlich habe auch die damalige Bundesregierung der großen Koalition den Putsch mit deutlichen Worten verurteilt. "Nun treten Zweifel auf, ob es die Bundesregierung bei dieser Position geblieben ist oder durch den Einfluss der FDP und der Friedrich-Naumann-Stiftung die Sache jetzt anders sieht", urteilt Hoppe.
Auf Kritik stößt die Berufung auch bei der Linkspartei. Gegenüber amerika21.de wies auch die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel darauf hin, dass die Position der Naumann-Stiftung zum Putsch in Honduras im Widerspruch zum Urteil der UNO, der OAS, der EU und der damaligen deutschen Regierung stand. "Die erneute Stellenbesetzung im BMZ mit Führungspersonen aus der umstrittenen Friedrich-Naumann-Stiftung wird natürlich politische Auswirkungen haben und die Haltung gegenüber progressiven Regierungen in Lateinamerika weiter nach rechts verschieben." Dies habe man an anderer Stelle bereits bei der Ablehnung der Unterstützung des Yasuni/ITT-Projektes in Ecuador erlebt, fügte Hänsel an.
 
via http://zas-correos.blogspot.com/2011/09/brdhonduras-putsch-verteidiger-soll.html
von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Honduras - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (4)ansehen
Wednesday, 9. december 2009 3 09 /12 /Dez. /2009 16:23


Meldung der venezolanischen Nachrichtenagentur aporrea von gestern, Dienstag:

Die Mitgliedsstaaten des Mercado Comun del Sur (Mercosur) verurteilten energisch den Staatsstreich in Honduras und die Verhinderung der Wiedereinsetzung des Praesidenten, Zelaya, in sein verfassungsmaessiges Amt. Sie erkennen die Wahlen vom 29. November nicht an und betrachten sie als ausserhalb der Legalitaet stehend.

Brasilien, Uruguay, Paraguay, Argentinien und Venezuela betrachten die Verletzungen der Menschenrechet und Einsckraenkung der Freiheiten durch das de-facto-Regime, deren Opfer das hondurensische Volk ist, als nicht hinnehmbar. Sie erkennen die Wahlen, die von einem grossen Teil der internationalen Gemeinschaft in Frage gestellt werden und aus denen der Rechtspolitiker Portofilio Lobo als Sieger hervorgegangen ist, nicht an.

Anerkannt werden die Wahlen von Costa Rica, Kolumbien, Peru, den USA und Israel.

der ganze (spanische) Text hier:
http://www.aporrea.org/tiburon/n146732.html

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Honduras - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Friday, 6. november 2009 5 06 /11 /Nov. /2009 12:22

Die USA haben mit Hilfe Michelettis in Honduras vorlaeufig ihr Ziel erreicht: die Verhinderung einer Linksentwicklung in einem weiteren lateinamerikanischen Land. Ganz im Sinn des neuen Friedensnobelpreistraegers war diesmal das Mittel nicht die brachiale Militaerintervention, sondern die smarte Tour, das flexible Doppelspiel von "Verteidigung der Demokratie" in den offiziellen Verlautbarungen und Intrige hinter den Kulissen. Micheletti, in Lateinamerika in Anlehnung an die Panzer-Gorillas Goriletti genannt, die Kreatur, die sich dafuer hergab, der hondurensischen Oligarchie stellvertretend fuer die weitere Dominanz des Imperiums die Pfruenden zu retten, war gehalten, beim Abschlagen der Koepfe selektiv vorzugehen und nicht allzuviel Skandal zu machen. 

Eva Gollinger beschreibt in ihrem Blog Postcards from the Revolution, wie smarter Putsch a la Obama geht:

http://www.chavezcode.com/2009/11/honduras-victory-for-smart-power.html

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Honduras - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Saturday, 31. october 2009 6 31 /10 /Okt. /2009 04:29

Gestern unterschrieben Praesident Zelaya und der Putschistenfuehrer Micheletti ein Papier, nach dem Zelaya wieder sein Amt ausueben koennen soll - bis zu Neuwahlen am 29. November. Wenige Stunden vor der Unterzeichnung war Thomas Shannon, Staatssekreater im US-Aussenministerium in Tegucigalpa eingetroffen.

Shannon war voll des Lobes: "Ich moechte unterstreichen, dass die internationale Hilfe den Rahmen geschaffen hat, aber die Arbeit selbst haben die Hondurenser gemacht, und ich moechte meine Bewunderung fuer die Hingabe an die Demokratie in diesem Volk ausdruecken." Zelaya und Micheletti seien "Helden der hondurensischen Demokratie".

Die bekannte Hingabe der USA an die Demokratie in Lateinamerika bekraeftigte er fuer den hondurensischen Fall so: "Ich versichere, dass die USA bei den Wahlen am 29. November an der Seite von Honduras stehen werden." Das darf man dem Mann glauben. Wenn erforderlich, werden die USA nicht bloss an der Seite stehen, sondern sogar das Haendchen fuehren.

Vielleicht ist dies jetzt das vorlaufige politische Ergebnis des Staatsstreichs und des Widerstands der Bevoelkerung und des legitimen Praesidenten gegen diesen. Die Putschisten und ihre US-Hintermaenner haben ihr Ziel zunaechst erreicht: Die Diskussion und Entscheidung ueber eine neue Verfassung wurde verhindert.   Zelayas Praesidentschaft ist vorerst erledigt, seine Amtszeit laeuft in vier Wochen ab. Andererseits haben sich im Widerstand gegen die Putschisten die Volkskraefte formiert. Ein Teil der Hondurenser hat gezeigt, dass man mit ihnen nicht mehr machen kann, was man will. Wie das reale Kraefteverhaeltnis zwischen Oligarchie und Volk in diesem Prozess geworden ist, wird sich in den naechsten Monaten zeigen.

El Pais bilanziert so:
- Micheletti hat erreicht, was er wollte: Zelaya um die Macht zu bringen und die internationale Anerkennung der Wahlen am kommenden 29. November.
- Zelaya konnte, nach vier Monaten Machtausuebung durch die Putschisten und einmonatigem Eingeschlossensein in der brasilianischen Botschfat, nicht mehr erreichen.
- Die 10 Familien, die Honduras kontrollieren, erleiden keinen weiteren oekonomischen Schaden durch das Wirtschaftsembargo (und die "Feindschaft" der USA", wie El Pais meint).
- Die "internationale Gemeinschaft" habe endlich einmal in einem Fall erfolgreich gehandelt und ihr Prestige damit gestaerkt.

Vielleicht ist Honduras das erste Exempel fuer eine modifizierte US-Taktik fuer die Dominierung Lateinamerikas: die flexible Verbindung von Putsch und Terror mit formal demokratischen Manoevern.

Die Eindaemmung der Linksentwicklung ist fuer die USA von strategischer Bedeutung. An der Dominanz Lateinamerikas haengt zwar nicht ihre weltweite hegemoniale Stellung, aber diese zu verlieren waere trotzdem eine bedeutende Schwaechung, und eine Befreiung von dem US-Joch in Lateinamerika wuerde auch anderen anderswo in der Welt den Ruecken staerken.

Vielleicht ist Nicaragua der naechste "Fall".



Zitate aus El Pais, 31.10.2009, "Zelaya y Micheletti ponen fin a la crisis", http://www.elpais.com

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Honduras - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Saturday, 17. october 2009 6 17 /10 /Okt. /2009 13:41


Die Verhandlungen zwischen Praesident Zelaya und den Putschisten sind entgueltig gescheitert. Naeheres dazu unter:

http://principiis-obsta.blogspot.com/


von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Honduras - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen

TeleSur

Debatte in der DKP

Aktuelle Texte zur Debatte in der DKP

 

Theorie & Praxis

 

 

http://www.topblogs.de/tracker

  • RSS-Feed der Artikel
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren