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Afrika

Wednesday, 27. march 2013 3 27 /03 /März /2013 08:59

Der erste Staatsbesuch des neuen chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping galt Russland. Der zweite Südafrika bzw. der Konferenz der BRIC-Staaten.Weitere in anderen Ländern werden folgen, aber die Reihenfolgezeigt die Prioritäten. Vom "Westen" wird das aufmerksam mit scheelen Augen registriert. Nicht zuletzt die rasch wachsenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und dem afrikanischen Kontinent stellt eine Gefahr für die europäische und US-amerikanischen Monopole dar, die bis vor kurzem in Afrika "ihr" Rohstofflager sahen, das sie nach Belieben und zu den schlechtesten Bedingungen für die Afrikaner ausbeuten konnten. Damit ist es vorbei.

 

Die FAZ widmet dem chinesischen Staatsbesuch in Südafrika einen langen Text, in dem die Veränderungen des weltweiten Kräfteverhältnisses mitreflektiert werden - die schwächer werdende Stellung der USA und Westeuropas und das Heraufkommen neuer Mächte und Allianzen. Klar im Fokus steht dabei die "Eindämmung" Chinas, der Kurs auf die wirtschaftliche und politische Schwächung und militärische Umzingelung der Volksrepublik, auf das Schüren von Konflikten in China selbst und die Hoffnung, wenigstens Teile der neuen chinesische Bourgeoisie und des städtischen Kleinbürgertums könnten dem "Westen" auf die Leimrute kriechen und sich als Sprengsatz gegen eine stabile innere Entwicklung Chinas verwenden lassen. 

 

Gegen den chinesischen Einfluss in Afrika weiss die FAZ witzigerweise kein anderes Argument, als dass "die Chinesen" doch auchnicht besser seien als man selbst - chinesischer "Imperialismus 2.0.":

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/brics-gipfel-kolonialismus-2-0-12128858.html

 

Das Blöde für den "Westen" ist, dass sich dieses "Argument" zwar propagandistisch gut verwenden lässt, aber nicht die Realität wiedergibt. Chinesische Konzerne machen zwar in Afrika jede Menge Mist, aber der Hauptaspekt ist, dass es für die Afrikaner die Geschäftsbezehungen mit China weit vorteilhafter sind als die mit den "westlichen" Konzernen. Der Aufbau moderner Infrastrukturen mit chinesischer Hilfe enthält die Perspektive des Herauskommens aus Armut und kolonialer Abhängigkeit. Das ist eine Perspektive, zu der der "Westen" in Afrika seit zweihundert Jahren nichts beigetragen hat. Und auch heute hat der "Westen" den Afrikanern nicht viel anderes zu bieten als die Zerstörung von Staaten - Somalia, Libyen, Kongo -, das Einsetzen korrupter Quisling-Regierungen, Militärinterventionen und den Abtransport der afrikanischen Reichtümer bei gleichzeitig immerweitergehender Verelendung der Menschen.

 

Hier eine chinesische Darstellung der Rolle Chinas inAfrika:

 

http://german.china.org.cn/international/2013-03/26/content_28363947.htm

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Afrika - Community: Kritische Massen
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Monday, 18. february 2013 1 18 /02 /Feb. /2013 15:37

 

 

Neokoloniales Frankreich

 

 

Die Sozialdemokratie hat sich in einen Stützpfeiler des Imperialismus verwandelt

 

Von Albano Nunes

 

Als zuerst die PCP [Portugiesische Kommunistische Partei] das Wort von der Rekolonisierung gebrauchte, um die Politik des Imperialismus zu charakterisieren, hielten Einige diese Formulierung für übertrieben. Nach der mächtigen Welle der nationalen Befreiungsbewegung, die den Kolonialismus praktisch vom Erdboden fegte, war «Neololonialismus» die gebräuchliche Bezeichnung um darauf zu verweisen, dass die Bildung formal unabhängiger Staaten schliesslich keine wirkliche Eroberung der Souveränität darstellte. Dies weil die alten Kolonialmächte mithilfe des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank rasch Mechanismen der Hilfe und Zusammenarbeit schufen, welche den unabhängigen Ländern Hände und Füsse banden und die ermutigenden Ansätze zu einer unabhängigen und fortschrittlicher Entwicklung sabotierten. Und das Verschwinden des Sozialismus als Weltsystem öffnete den Weg für eine Gegenoffensive, welche einen gigantischen Rückschlag im Prozess der Befreiung der unterdrückten Völker darstellt und einen wahren Rückfall in die dunklen Zeiten des Kolonialismus gestaltet.

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Afrika - Community: Kritische Massen
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Thursday, 7. february 2013 4 07 /02 /Feb. /2013 19:48

Übernommen von http://www.kominform.at/article.php/20130207095523780 :

 

Tunesien: Mord an einem der linken Oppositionsführer

 

 

Die Regierungspartei En-Nahdha wird als verantwortlich angeprangert, ihre Parteibüros brennen an mehreren Orten

von Bernard Schmid

Chokri Belaïd (der Vorname wird „Schokri“ ausgesprochen) war ein wortgewaltiger Anwalt. Gestern abend noch stellte er dies in einer Sendung beim Sender „Nessma TV“ unter Beweis, wo er gegen die islamistische Regierungspartei En-Nahdha, ihre Politik, ihre Bilanz und ihre Praktiken wetterte.

 


Siehe auch:

Zur Situation der Linken in Tunesien

 

Zur Lage in Tunesien

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Afrika - Community: Kritische Massen
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Tuesday, 29. january 2013 2 29 /01 /Jan. /2013 09:08

Der "Kampf gegen den Terror" der "islamischen Fundamentalisten" ist der Grund für die französische Intervenetion, wenn es nach den westlichen Medien geht. Nichts ist daran wahr. Die "islamischen Fundamentalisten" sind selbst ein Instrument der Imperialisten, das dazu benutzt wird, Staaten zu destabiliseren und zu zerstören, die erneut in de facto-Kolonien verwandelt werden sollen.

 

In Mali geht es auch um Algerien. Das Land wird wahrscheinlich eines der nächsten Ziele einer westlichen Intervention sein.

 

Dazu Thierry Meyssan mit einigen interessanten Einzelheiten:  

 

Ein Krieg kann einen anderen verschweigen

 

 

"Vor unseren Augen"

 

von Thierry Meyssan

 

"Der Appetit kommt mit dem Essen" heißt das Sprichwort. Nach der Wiederkolonisierung der Elfenbeinküste und von Libyen, nach dem Versuch, sich Syriens zu bemächtigen, liebäugelt Frankreich wieder mit Mali, um Algerien im Rücken zu fassen.


Imperialistischer Krieg in Mali
Informationen zu Syrien


Während des Libyen Angriffs machten die Franzosen und Briten umfangreiche Verwendung von Islamisten gegen die Macht von Tripolis, da die Separatisten von Kyrenaika, Bengasi einmal unabhängig, nicht mehr daran interessiert waren, Muammar el-Gaddafi zu stürzen. Beim Sturz der Dschamahirija, hatte ich persönlich den Empfang der AQIM Führer durch die Mitglieder des Nationalrates des Übergangs im Corinthia Hotel erlebt, welches durch eine britische, ausdrücklich vom Irak herangeholte Spezial-Gruppe gesichert wurde. Es war klar, dass das nächste Ziel des westlichen Kolonialismus Algerien wäre und dass AQIM eine Rolle spielen würde, aber ich konnte nicht sehen, welcher Konflikt verwendet werden konnte, um eine internationale Einmischung zu rechtfertigen.

 

Paris hat ein Szenario ausgearbeitet, in dem der Krieg über Mali in Algerien eindringt.

 

Kurz vor der Eroberung von Tripolis durch die NATO gelang es den Franzosen, Tuareg-Gruppen zu bestechen und sie umzukrempeln. Sie hatten Zeit sie ausgiebig zu finanzieren und zu bewaffnen, aber es war schon zu spät für sie vor Ort eine Rolle zu spielen. Nach Beendigung des Krieges kehrten sie in die Wüste zurück.

 

Die Tuareg sind ein Nomadenvolk, das in der zentralen Sahara und an den Grenzen der Sahelzone lebt, ein großer Raum, der sich über Libyen und Algerien, Mali und Niger verteilt. Wenn sie auch Schutz der ersten beiden Staaten erhielten, wurden sie stattdessen von den letzten beiden vernachlässigt. Infolgedessen haben sie seit den 1960er Jahren die Souveränität von Mali und Niger auf ihr Land bestritten. Gut logisch beschlossen die von Frankreich bewaffneten Gruppen, ihre Waffen zu benützen, um ihre Ansprüche in Mali geltend zu machen. Die nationale Bewegung für die Befreiung der Azawad (MNLA) übernimmt die Macht in fast allen Teilen des nördlichen Mali, wo sie lebt. Eine kleine Gruppe von Tuareg-Islamisten, Ansar Dine, allerdings mit AQIM verbunden, benützt die Möglichkeit, die Scharia in einigen Orten zu verhängen.

 

Am 21. März 2012 wird ein seltsamer Staatsstreich in Mali verübt. Ein geheimnisvolles "Komitee für die Wiederherstellung der Demokratie und die Wiederherstellung des Staates" (CNRDRE) stürzt den Präsidenten Amadou Toumani Touré und sagt, die Wiederherstellung der malischen Autorität im Norden des Landes zu wollen. Das Ergebnis ist viel Verwirrung, da die Putschisten nicht erklären können, wie ihre Tat die Situation verbessern wird. Der Sturz des Präsidenten ist umso eigenartiger, weil eine Präsidentschaftswahl fünf Wochen später geplant war, und dass der scheidende Präsident nicht Kandidat war. Das CNRDRE besteht aus Offizieren, die in den Vereinigten Staaten ausgebildet wurden. Das Komitee CNRDRE verhindert den Betrieb der Wahl und überträgt die Macht einem der Kandidaten, in diesem Fall dem frankophilen Dioncounda Traore. Dieser Taschenspielertrick wird von der ECOWAS legalisiert, dessen Präsident niemand anderer als Alassane Ouattara ist, der vor einem Jahr in der Elfenbeinküste von der französischen Armee auf den Thron gehisst wurde.

 

Der Staatsstreich betont die ethnische Teilung des Landes. Die malischen Eliteeinheiten der Armee (in den USA gegründet) mit einem tuareg‘schen Befehlskommando schloss sich der Rebellion mit Waffen und Gepäck an.

Am 10. Januar griff Ansar Dine - unterstützt durch andere Islamisten Gruppen – die Stadt Konna an. Daher verließ sie das Gebiet der Tuareg, um das islamische Recht auf den Süden von Mali zu erweitern. Der Übergangs-Präsident Dioncounda Traore verhängt den Ausnahmezustand und ruft Frankreich zu Hilfe. Paris engagiert sich in den darauf folgenden Stunden, um die Einnahme der Hauptstadt Bamako zu verhindern. Mit Vorausplanung hatte der Elysee in Mali Männer des 1. Fallschirmjäger Regiment der Marine Infanterie ("die koloniale") und des 13. Fallschirm Dragonerregiments, Hubschrauber vom COS, drei Mirage 2000D, zwei Mirage F - 1, drei C135, eine Hercules C130 und einen Transall C160 vorpositioniert.

In der Tat, es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ansar Dine eine reale Bedrohung dargestellt hätte, da die eigentliche Kampftruppe, nicht die Islamisten sind, sondern die Tuareg-Nationalisten, die keine Ambitionen im Süden von Mali haben.

 

Um seine militärische Intervention voranzutreiben, fordert Frankreich Hilfe von vielen Staaten, darunter Algerien. Algier ist in der Falle: mit der ehemaligen Kolonialmacht zusammenarbeiten oder die Gefahr eines Rückflusses der Islamisten auf seinen Boden laufen. Nach Zögern stimmte es zu, seinen Luftraum dem französischen Durchflug zu öffnen. Aber letztendlich greift eine nicht identifizierte islamische Gruppe einen British Petroleum Gas-Standort im südlichen Algerien an, und wirft Algier Komplizenschaft mit Paris in dem malischen Fall vor. Hundert Menschen wurden Geiseln, aber nicht nur Algerier und Franzosen. Das Ziel ist klar, den Konflikt durch Erweiterung auf Algerien zu internationalisieren.

 

Die Technik der französischen Einmischung ist eine Kopie von der Bush-Administration: islamistische Gruppen verwenden, um Konflikte zu kreieren und dann an Ort und Stelle eingreifen, unter dem Vorwand die Konflikte zu lösen. Deshalb wiederholt die Rhetorik von François Hollande den "Krieg gegen den Terrorismus", obwohl er von Washington fallen gelassen wurde. Man findet in diesem Spiel die üblichen Protagonisten: das Katar nahm Aktien in großen französischen Unternehmen in Mali und der Emir von Ansar Dine steht Saudi-Arabien nahe.

 

Der Brandstifter-Feuerwehrmann ist auch ein Zauberlehrling. Frankreich hat beschlossen, seine Anti-Terror-Maßnahmen, den Vigipirate-Plan zu stärken. Paris fürchtet keine Aktion der malischen Islamisten auf französischem Boden, aber den Rückfluss von Dschihadisten aus Syrien. In der Tat hat die DCRI während zwei Jahren die Rekrutierung von jungen französischen Muslimen gefördert, um mit der FSA gegen den syrischen Staat zu kämpfen. Aufgrund der Auflösung der FSA kommen derzeit die Dschihadisten in die Heimat zurück, wo sie aus Solidarität mit Ansar Dine Lust haben könnten, diese in Syrien gelernten terroristischen Techniken anzuwenden.

Übersetzung: Horst Frohlich

 

Quelle: Al-Watan (Syrien)

 

voltairenet.org, 21.01.2013

 

via http://www.kominform.at/article.php/20130128181451579 

 

_____

update

 

S. auch : http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kampf-gegen-al-qaida-pentagon-plant-drohnenbasis-im-nordwesten-afrikas-12043165.html   

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Afrika - Community: Kritische Massen
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Thursday, 24. january 2013 4 24 /01 /Jan. /2013 23:42

Übernommen von http://www.kominform.at/article.php/20130123044357376 :

 

junge Welt: Krieg im Wüstenstaat

 

 

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich setzt in Mali Soldaten und schweres militärisches Gerät gegen islamistische Gruppierungen ein. Die Konfliktursachen werden ­verdrängt, die Interessen der Tuareg bleiben auf der Strecke

Von Gerd Bedszent

Der heutige Staat Mali leitet seinen Namen von einem Feudalreich her, das im 13. und 14. Jahrhundert große Teile Westafrikas umfaßte. 1883 begann auf diesem ­Territorium die koloniale Landnahme durch Frankreich.

Im Zuge der Entkolonialisierung erlangte die Provinz »Französisch-Sudan« im Jahre 1960 ihre Unabhängigkeit. Als Folge der Zergliederung Westafrikas durch willkürliche Grenzziehungen der Kolonialverwaltung setzte sich die Bevölkerung des neugegründeten Staates aus über dreißig Ethnien zusammen, wobei die Ackerbau treibende Bevölkerung des Südens den Wüstennomaden des Nordens, zu denen auch die Tuareg gehören, zahlenmäßig immer weit überlegen war und es auch heute ist. Die politischen und wirtschaftlichen Schwerpunkte des Staates Mali lagen daher stets im Süden. Die sozialen und kulturellen Disproportionen zwischen den beiden höchst unterschiedlichen Landesteilen wurden bisher von keiner malischen Regierung gelöst.


Imperialistischer Krieg in Mali  

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von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Afrika - Community: Kritische Massen
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