Leserbrief von Dr. H.-P. Brenner zum auf kommunisten.de erschienen Artikel zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag und dem Artikel von Kurt Bachmann dazu.
Auf der DKP-Internetseite kommunisten.eu ist dieser Artikel zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffs-Vertrag erschienen: http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=3017:q-stalin-der-verraeter-bist-du-q&catid=77:analysen&Itemid=154 . Viele DKP-Mitglieder sind über über den Text empört, weil er geschichtliche Tatsachen entstellt und ein tendenziöses und einseitiges Bild zeichnet.
Dr. Hans-Peter Brenner, Mitglied des Parteivorstands, hat mir die folgende Stellungnahme mit der Bitte um Veröffentlichung zugeschickt. Ich komme ihr gern nach, weil ich seine Meinung teile.
Hier der Text.
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Dr. Hans-Peter Brenner
Ich fühle mich als Mitglied des Parteivorstands der DKP mehrfach durch diesen unsäglichen Beitrag betroffen und stelle für mich fest:
„kommunisten.de"" wurde vom Parteivorstand als „Nachrichtenportal" eingerichtet, damit die DKP unabhängig vom Rhythmus ihrer Wochenzeitung schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren kann. Wieso befasst sich „kommunisten. de überhaupt mit diesem so „brandaktuellen" Thema und dann noch ohne Rücksprache mit dem Parteivorstand auf eine derart blamable, historisch unseriöse, alle Klischees des Antikommunismus nachäffende Manier.
Dieses Ereignis ist 72 Jahre alt. In 72 Jahren haben die deutschen Kommunisten, sei es als KPD, SED oder DKP sich mehrfach in Dokumenten und Stellungnahmen der verschiedenen Parteigenerationen zu dieser komplexen Frage geäußert. Nichts davon ist in diesem- von einem noch dazu anonym bleibenden Verfasser (hth - Wer ist das???) wiederzuerkennen.
Der PV der DKP hatte vor nur wenigen Wochen - nach langer, qualifizierter und solidarischer Diskussion - das Sekretariat der DKP beauftragt eine Stellungnahme zum 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion zu erarbeiten. Das ist geschehen und hat den Standpunkt der DKP zu dieser Periode einmütig zum Ausdruck gebracht. Nichts davon findet sich in Wort und Tenor dieser „hth"-Stellungnahme.
Führende Funktionäre der DKP wie der ehemalige Vorsitzende Kurt Bachmann, der frühere Direktor des Instituts für Marxistische Studien und Forschungen Prof. Jupp Schleifstein (z.B. in „Der Intellektuelle in der Partei" Seite 58 ff) haben den deutsch-sowjetischen Angriffsvertrag aus eigener Zeitzeugenschaft differenziert beurteilt. Nichts davon findet sich in diesem „hth-Pamphlet" wieder.
Der Text kann nur als provokative Dummheit beurteilt werden. Was immer sich Autor und Reaktion sich sonst gedacht haben mögen.
Ich jedenfalls protestiere.
Hans-Peter Brenner
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Zum Thema deutsch-sowjetischer Nichtangriffs-Vertrag verweise ich auf zwei Texte, die ich in diesem Blog gespiegelt habe:
Kurt Bachmann:
Willi Gerns: