Libyen: Sieg im Volkskrieg ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Ohne die Militärintervention der NATO-Staaten wäre die Rebellion in Libyen längst beendet. Wahrscheinlich hätte sie ohne die ausländische Einmischung gar nicht stattgefunden. Jedenfalls wären die "Rebellen" nicht im entferntesten in der Lage, sich ohne den NATO-Bombenterror und die ausländischen Spezialkader, die versuchen, den einheimischen Banditenhaufen ein Minimum an miltärischer Organisation beizubringen, zu halten. Es gibt viele Belege in den alternativen Internet-Medien, dass sie sich auch in den von ihnen kontrollierten Gebieten nicht auf den Volkswillen stützen können. Während die Anhänger der Gaddafi-Regierung zu Millionen demonstrieren, bekommen sie nicht einmal in Bengasi politische Kundgebungen auf die Beine, an denen sich mehr als ein paartausend Menschen beteiligen.

 

In den letzten Tagen scheint die Lage in den "Rebellen"gebieten sich weiter zu verschlechtern. Trotz des üppigen Zustroms an Waffen und sonstigen Gütern und der Versorgung des sogenannten Provisorischen Nationalrats mit (vom "Westen" gestohlenen libyschem Staats-) Geld, ist diese ominöse - inzwischen von vielen westlichen Staaten diplomatisch anerkannte - "Regierung" offenbar nicht in der Lage, in ihren Gebieten eine funktionierende öffentliche Ordnung und Verwaltung herzustellen. Stattdessen haben die Banditen ihren eigenen obersten Militärchef massakriert und kämpfen verfeindete Haufen auch in Bengasi schon gegeneinander. Nach einigen Meldungen soll (der grösste Teil des ) des "Provisorischen Rates" Richtung Ägypten getürmt sein. ( http://hinter-der-fichte.blogspot.com/2011/08/bengasi-findet-nicht-statt-reporter-in.html und http://hinter-der-fichte.blogspot.com/2011/07/lage-in-bengasi.html )

 

Das sieht nach Auflösungserscheinungen aus. Damit sind die Interventionsmächte, ob sie wollen oder nicht, vor die Frage gestellt, ob sie Libyen mit regulären eigenen Truppen besetzen. Aber wer sollte diese Truppen stellen ? Die Interventen-Front bröckelt selbst. Norwegen beteiligt sich angeblich seit heute nicht mehr an den Bombardements, andere haben Gleiches angekündigt. Italiens Berlusconi, der zur Beteiligung an der Intervention mehr gezwungen wurde, als dass er dies gewollt hätte, wird die glorreiche italienische Armee nicht nach Libyen schicken. Sein Vorgänger-Führer hat schon erfahren müssen, dass die Libyer keinen Spass verstehen, wenn man ihr Land besetzt. Der französische Führer auf Plateausohlen wird sich auch nicht trauen, seine noch glorreichere Armee zu schicken. Cameron hat noch weniger Geld als er. Bleiben die USA. Noch ein Land mit eigenen Truppen besetzen ? -Schwierige Entscheidung. Man wird ja schon mit den Afghanen nicht fertig, der Irak konnte nicht ordentlich nationgebuildet werden, die Oberaufsicht über Pakistan ist gefährdet, am Horn von Afrika gibt es dringend zu tun, Syrien will und will nicht fallen ... - überall Desaster. Und jetzt noch eins in Libyen ? Das will dreimal überlegt sein.

 

Vielleicht kann man Bengasi besetzen, Brega nehmen und Libyen auf Dauer teilen ? Mehr scheint nicht mehr drin zu sein, und selbst das ist sehr fraglich.

 

Der heldenhafte Widerstand des libyschen Volkes scheint sich gelohnt zu haben. Ein kleines Volk trotzt den grossmächtigen "führenden" Staaten. Die Opfer sind noch nicht zu Ende. Aber ein Sieg über Diversion und militärische Aggression ist jetzt in Sichtweite. Wie dieser Krieg auch ausgeht - die Liyer sind schon jetzt ein Vorbild für die ganze imperialistisch unterdrückte Welt. Mao hat einmal gesagt, der imperialismus sei taktisch ernst zu nehmen, strategisch sei er aber ein Papiertiger.

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Veröffentlicht in Afrika

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