Portugal: Eine Warnung der fortschrittlichen Militärs

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

1974 haben in Portugal Volk und Militär gemeinsam das faschistische Salazar-Regime verjagt. Die Nelken-Revolution eröffnete die Möglichkeit einer sozialistischen Entwicklung des Landes. Wer diese Zeit bewusst miterlebt hat, wird sich vielleicht an die euphorischen Hoffnungen der Linken in Europa erinnern. Im Alentejo organisierten sich damals die Bauern in grossem Massstab zu Genossenschaften. Ich erinnere mich, dass der DKP-nahe Marxistische Studentenbund Spartakus, der damals die mitgliedsstärkste Studentenorganisation in der BRD war und mit 6000 Mitgliedern die heutige Zahl der Mitgliedschaft der DKP allein weit übertraf, irgendwie das Geld für einen Traktor zusammengesammelt hat, den wir den portugiesischen Bauern schenkten. Ein sozialistischer Weg wurde unterminiert und schliesslich gestoppt, nicht zuletzt von der "Sozialistischen Partei" unter Mario Soares, einem Günstling der SPD. Aber die Revolution hat Spuren hinterlassen, im Bewusstsein des Volkes und auch in der Verfassung des Landes. Auch im Militär gibt es nach wie vor einen fortschrittlichen Sektor. Jetzt, da die Unabhängigkeit des Landes auf dem Spiel steht und seine Quasi-Kolonialisierung im Rahmen der EU betrieben wird, melden sich diese Kräfte zu Wort und solidarisieren sich mit der Volksbewegung gegen die Troika-Regierung.

 

Bei Telepolis stehen dazu interessante informationen:

 

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37733/1.html

 

 

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