Saturday, 28. january 2012 6 28 /01 /Jan. /2012 10:28

Zeit der Existenz der Sowjetunion war die angeblich marode sowjetische Landwirtschaft ein Lieblingsthema der westlichen Propaganda. Wenn die SU aufgrund einer Missernte wieder einmal ein paar Millionen Tonnen Weizen auf dem Weltmarkt einkaufte, war das ein gefundenes Fressen - die Kolchosenwirtschaft halt, da kann ja nichts dabei herauskommen ... Die russische Landwirtschaft von heute ist dagegen in den Massenmedien kein Thema. Es wäre ja auch peinlich, darüber zu informieren, dass die Rückkehr zum Kapitalismus auch in der Landwirtschaft keinen Fortschritt erbracht hat, sondern das Gegenteil. Der Bestand an Rinder und Schafen ist z. B. im Vergleich zu 1990 auf ein Drittel zurückgegangen. Für 35 Milliarden Dollar muss das heutige Russland jedes Jahr Lebensmittel aus dem Ausland einkaufen.  42 Millionen Hektar Ackerland sind brach gelegt. - Keine Werbeargumente für die kapitaistische Freiheit.

 

Eine kleine Übersicht bietet der Artikel von Willi Gerns in der DKP-Zeitung UZ vom 20. Januar:

 

 

"Heuschrecken" greifen nach russischem Ackerland

Zweite Runde der Konterrevolution in der Landwirtschaft

 

In: unsere zeit vom 20.01.12

 

 

 

Die in den Neunzigerjahren vom damaligen russischen Präsidenten Jelzin und seiner Mannschaft auf Geheiß ihrer "Berater" von IWF und Weltbank durchgeführten "Reformen" haben katastrophale Folgen für die Landwirtschaft Russlands gehabt.

 

Folgen der Jelzin-"Reformen"

 

Von den sozialistischen Großbetrieben auf dem Lande, den Kolchosen und Sowchosen, haben sich nur weniger als die Hälfte den mit der Konterrevolution entstandenen kapitalistischen Verhältnissen anpassen können. Waren 1990 noch 8,3 Millionen Menschen in den landwirtschaftlichen Großbetrieben beschäftigt, so waren es 2006 nur noch 2,2 Millionen. Es folgte eine Landflucht in die Städte, unzählige Dörfer sind verfallen, ganze Landstriche entvölkert oder nur noch von alten Leuten bewohnt. Hohe Arbeitslosigkeit und Alkoholismus sind allgegenwärtig.

 

Unter Putin und Medwedjew halten die Probleme in der Landwirtschaft an. In Russland gibt es 402 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. 115 Mio. davon sind Ackerland. Allein in den letzten 10 Jahren wurde ein Drittel (42 Mio. Hektar) des fruchtbaren Landes brach gelegt oder für andere Zwecke verwandt. ("Rossiskaja Gazeta", 5. 10.) Während zu Zeiten der Sowjetunion fast 20 Prozent des Staatsbudgets für die Landwirtschaft ausgegeben wurden, war es in der Russischen Föderation 2010 nur etwa 1 Prozent. Erzeugte der Agro-Industrie-Komplex in der Sowjetunion 20 Prozent der Bruttoproduktion der UdSSR, so sind es im heutigen Russland dagegen nur noch 8,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Wurden in der Zeit des letzten 5-Jahrplans 1986-1990 105 Mio. Tonnen Getreide produziert, so waren es 2006-2010 gerade mal 80 Mio. Tonnen. Auch der Viehbestand ist beträchtlich zusammengeschmolzen. So beträgt er bei Rindern und Schafen heute nur noch ein Drittel des Bestandes von 1990. Im Gefolge müssen 53 Prozent der Nahrungsmittel für 35 Mrd. Dollar jährlich importiert werden. (Nach Angaben der KPRF)

 

Als Ergebnis der Konterrevolution haben sich die Strukturen der russischen Landwirtschaft von Grund auf verändert. In einem "Russische Landwirtschaft im Umbruch" überschriebenen Internet-Beitrag werden drei sich stark unterscheidende Sektoren genannt: 28 000 Großbetriebe, die 80% der Fläche bewirtschaften; 260 000 Privatbauernbetriebe, die 8% der Fläche bearbeiten; und rund 20 Millionen Nebenerwerbsbetriebe, die etwa 5% der Fläche auf kleinen Parzellen bewirtschaften, aber rund 50 Prozent des Endrohertrages der Landwirtschaft produzieren. Ihre Produkte dienen vorwiegend dem Eigenbedarf, Überschüsse gehen auf den Markt. (cmirenin.com/de/main/article/12)

 

Großinvestoren erobern die Landwirtschaft

 

In dem Aufsatz "Die russische Landwirtschaft im Privatisierungsprozess: vom Kolchos zum Investorenarchipel?" von Peter Lindner und Alexander Vorbrugg, der in den Russland-Analysen Nr. 229 v. 18. 11. 2011 veröffentlicht wurde, wird der Sektor "Großbetriebe" detaillierter aufgeführt. Zu ihm gehören danach die ehemaligen Kollektivbetriebe; börsennotierte Betriebe, die ursprünglich nicht aus der Landwirtschaft kommen und denen es vor allem um eine möglichst hohe Rendite ihrer Investitionen geht; verarbeitende Betriebe; und Investoren, die nur temporär Geld parken und auf Baulandausweisungen spekulieren o. ä. (S. 4) Zumindest die "Geld-Parker", aber auch andere landwirtschaftsfremde Großinvestoren kann man sicher der Spezies "Heuschrecken" zuordnen.

 

Als allgemeine Ursachen dafür, dass sich Großinvestoren der Landwirtschaft zuwenden, nennen die Autoren vor allem den rasanten Anstieg der Weltmarktpreise für Lebensmittel und die wachsende Inanspruchnahme von Agrarflächen für Biotreibstoffe. Hinzuzufügen sind die gewaltigen finanziellen Mittel der Finanzinvestoren und anderen Konzerne die auf der Suche nach profitablen Anlagemöglichkeiten sind und in ihrer unstillbaren Gier nach Höchstprofit sich immer neue Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft untertan machen. Als spezifische Gründe für das besondere Interesse an der russischen Landwirtschaft wird auf die z.T. riesigen ungenutzten landwirtschaftlichen Flächen und die im Vergleich zu anderen Ländern extrem niedrigen Hektarpreise hingewiesen. Nicht unerwähnt bleiben sollte aber auch das zur Verfügung stehende umfangreiche Potential gut ausgebildeter landwirtschaftlicher Fachkräfte, die teils noch zu Zeiten der Sowjetunion gerade in der Bewirtschaftung großer Flächen und Tierbestände wertvolle Erfahrungen sammeln konnten sowie das im Vergleich zu vielen anderen Ländern noch niedrige Lohnniveau.

 

Ausländische Investitionen legen zu

 

Gemäß den Quellen, auf die sich Lindner und Vorbrugg stützen, verfügen Agrarholdings in Russland derzeit über 17 Mio. Hektar oder knapp 20% aller von Groß- und Mittelbetrieben genutzten Flächen sowie von deren Beschäftigten. Werden davon die als "staatlich" qualifizierten Betriebe abgezogen, verbleiben immerhin noch 10% der Fläche und der Beschäftigten. Im Schwarzerdegebiet werden jedoch - je nach Quelle - bereits 25% bzw. sogar 40-45% der Flächen von Agrarholdings bewirtschaftet. (S.4) Es wird darauf hingewiesen, dass Investitionen aus dem Ausland in den letzten Jahren rasant gestiegen sind, obwohl Ausländer bisher Agrarland nicht als Eigentum erwerben dürfen sondern gezwungen sind, Tochterunternehmen zu gründen, Anteile an russischen Unternehmen zu erwerben oder Land zu pachten. Die Schwierigkeiten beim Landkauf dürften aber ein wesentlicher Grund dafür sein, dass ausländische Direktinvestitionen bisher weniger in die Landwirtschaft im engeren Sinne als vielmehr in die Lebensmittelverarbeitung gehen. So flossen 2008, dem bisherigen Boomjahr, annähernd 900 Mio. USD ausländische Direktinvestitionen in die Landwirtschaft im engeren Sinne, aber fast 4 Mrd. USD in die Lebensmittelverarbeitung. Nach dem krisenbedingten Absturz 2009 waren es 2010 wieder 446 Mio. USD bzw. 2,8 Mrd. USD. (Nach Tabelle 7 auf S. 9)

 

Die Autoren machen in ihrem Beitrag auch auf die ökonomischen und politischen Folgen aufmerksam, die die dargelegten Entwicklungen nach sich ziehen können: "Im ländlichen Raum Russlands, wo die wirtschaftliche Situation ganzer Landkreise primär von der Landwirtschaft abhängt, könnte demzufolge in Analogie zum ´Kolchos-Archipel´ nun ein ´Investoren-Archipel´ entstehen - eine Insellandschaft territorialer Einheiten, in denen ökonomische wie politische Entscheidungen faktisch von einzelnen Investoren getroffen werden, die damit in einem sehr umfassenden Sinn über die Lebensverhältnisse im ländlichen Raum bestimmen würden." (S. 5)

 

Willi Gerns



via http://www.triller-online.de/index2.htm





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Friday, 27. january 2012 5 27 /01 /Jan. /2012 15:02

In ihrem neuen Parteiprogramm stellt sich die Linkspartei "ohne Hintertürchen" gegen Kriegspolitik. Aber die Praxis sieht anders aus. Weder die Partei als ganzes noch die Bundestagsfraktion oder irgendeine Landtagsfraktion haben den Aufruf gegen die Kriegsvorbereitungen gegen Syrien und Iran unterschrieben. Diejenigen, die sich das Parteiprogramm auch in der Praxis zur Richtschnur nehmen, sind eine Minderheit. Konsequent für den Frieden einzutreten bedeutet, nicht koalitionsfähig zu sein mit den Kriegstreiberparteien SPD und Grüne. Das ist aber vielen Mandatsträgern und Funktionären der Linkspartei wichtiger.

 

Das Programm-Papier ist geduldig und liest sich schön. Wenn es darauf ankommt, ist es nicht viel wert, wie sich an diesem Beispiel zeigt. Auf die Linkspartei insgesamt ist in Sachen Krieg und Frieden kein Verlass. Man erinnere sich an Gysis List in Sachen NATO: Da steht irgendwo die Forderung nach Auflösung der NATOm ? - Aber nicht nach Austritt aus der NATO ! Also bleibt die "schöne Forderung" folgenlos, und das mit Bedacht. Das kennzeichnet die Haltung der "Realpolitiker" in der Linkspartei. Sie wollen ankommen im imperialistischen Deutschland, in Ministerämtern und als Partei, die "dazu gehört".

 

Den Schlächtern dienen - An die Macht und in den Krieg auf dem Rücken der syrischen und iranischen Bevölkerung    

 

 
Geschrieben von: Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF)

 

Freitag, den 27. Januar 2012 um 14:29 Uhr

 

Als Karl Liebknecht 1914 dem deutschen Kaiser und den Kriegskrediten seine Stimme verweigerte, war er der einzige Abgeordnete, der dies im damaligen Reichstag tat. Bereits vorher hatten sich die sozialdemokratischen PatriotInnen offen gezeigt: Nationale Reden signalisierten Unterstützung im „Verteidigungsfalle“, Bebel stimmte der Kostendeckung der Heeresvorlage zu und die Meinung linker antimilitaristischer KritikerInnen wurde öffentlich als „Einzelmeinung“ von der Parteiführung diffamiert. Schon damals verbreiteten die deutschen Eliten die Mär vom „Verteidigungskrieg“. Von heute aus betrachtet, hätten sie ergänzen müssen: „zum Schutz des russischen Volkes“. Das hätte den kriegswilligen SozialdemokratInnen vielleicht den Verrat am eigenen Programm und das Überlaufen noch erleichtert.

Liebknechts eigene (sozialdemokratische) Fraktion hatte den nationalen Pakt mit der herrschenden Klasse einer klassenkämpferischen Position gegen den Krieg und die UnterdrückerInnen im eigenen Land vorgezogen und war schließlich, berauscht von der Anerkennung durch den einstigen Klassenfeind, in den Krieg gezogen. An die „Sicherheit“ Deutschlands oder an die Solidarität mit dem angegriffenen Schlächter im russischen St. Petersburg (Petrograd) verschwendete Liebknecht hingegen zurecht keinen Gedanken. Warum auch? Schließlich sollten die deutschen und die russischen ArbeiterInnen Seite an Seite gegen ihre herrschenden Klassen kämpfen. Ein Krieg verschlechterte die Kampfbedingungen aber grundlegend.

Nun hat jede Analogie ihre Grenzen. Wir gehen nicht davon aus, dass ein Angriff der NATO auf den Iran und/oder Syrien einen Weltkrieg auslöst. Ein Flächenbrand wäre aber unvermeidlich.

Um diesen Punkt geht es aber in der Debatte um die Antikriegsposition einiger linker Bundestagsabgeordneter auch gar nicht. Die derzeitige Hexenjagd auf Dieter Dehm, Ulla Jelpke, Sevim Dagdelen, Heike Hänsel, Annette Groth und Eva Bulling-Schröter wegen ihrer Unterschrift unter den Aufruf „Kriegsvorbereitungen stoppen! Embargos beenden! Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens!“ hat andere Gründe. In einer Zeit der ideologischen und militärischen Mobilmachung für mögliche Angriffskriege á la Irak (Iran) und Libyen (Syrien) ist es nur unterstützenwert, dass Bundestagsabgeordnete der LINKEN sich öffentlich für den Frieden und eine friedliche Beilegung zweier internationaler Konflikte – und damit gegen die imperialistische und kriegsvorbereitende Interessenpolitik Deutschlands und der anderen NATO-Staaten – aussprechen. Sie nehmen das jüngst verabschiedete Parteiprogramm der LINKEN in diesem Punkt ernst und setzen es praktisch um. Das gemeinsame Sperrfeuer der bürgerlichen Medien, des BAK „Shalom“ und einiger sozialdemokratischer LINKEN-Funktionäre gegen die sechs ist die konsequente Folge unterschiedlicher Interessen. Die einen kämpfen mit dem Rücken zur Wand gegen den Krieg, die anderen dienen sich den SchlächterInnen der Feldzüge im Irak, in Pakistan und Afghanistan oder des Gazakriegs an und liefern ihnen die gewünschten Stichworte, um Propaganda gegen KriegsgegnerInnen zu machen. Bei möglichen Unzulänglichkeiten und der Kürze des Aufrufes: Anlass, sich als Linke/r gegen ihn zu positionieren, hat er inhaltlich nicht geboten.

Wer sich in der momentanen Situation nicht solidarisch mit den GenossInnen zeigt, die den Aufruf unterschrieben haben und sie nicht vor Angriffen in Schutz nimmt, macht sich gemein mit den bürgerlichen Medien und den regierenden Parteien, die sich trotz ihrer Verstrickung in internationalen Waffenhandel, Ölgeschäfte mit Diktatoren und ihrer Ignoranz gegenüber schwersten Menschenrechtsverletzungen durch „verbündete“ Diktaturen erdreisten, auf aufrechte AntimilitaristInnen einzuschlagen. Weshalb tragen Abgeordnete aus der eigenen Fraktion wie Jan Korte und Dagmar Enkelmann eine Kampagne gegen den Aufruf, dessen Inhalt bewusst verkürzt wiedergegeben wird, mit, anstatt sich hinter ihre GenossInnen zu stellen und sich klar gegen Angriffskriege gegen Syrien und den Iran zu positionieren?

In der LINKEN darf man den Krieg gegen Afghanistan ablehnen, in Teilen der Partei den Krieg gegen den Iran aber offensichtlich nicht. Wer sich als Koalitionär bewähren und im Lager der Grünen- und SPD-WählerInnen fischen will, kann sich dies auch nicht erlauben. Das Großreinemachen in den eigenen Reihen beginnt selbstverständlich mit denjenigen, die den Weg der Aufweichung linker Positionen nicht mitgehen wollen. Das Papier, auf dem das Parteiprogramm niedergeschrieben wurde, ist unterdessen bis zur Regierungsbeteiligung geduldig. Entscheidend ist die reale Politik. Bei den Grünen war man schließlich auch pazifistisch bis zum Kosovokrieg.

Dass ein möglicher Krieg gegen den Iran von der NATO vorbereitet wird, haben wir und andere bereits vor Wochen detailliert dargelegt. Dass auch Israel sich daran beteiligt, haben die Mainstream-Medien mehrfach gemeldet. An beidem besteht kein Zweifel. Anders als Korte und Co stehen die US-amerikanischen und israelischen Eliten auch offen zu ihrer „Rote-Linien“-Politik. Ihre Motive sind hinlänglich bekannt und können in den NATO-Papieren nachgelesen werden: Verfügung über ökonomische Ressourcen wie Öl und Gas, die Kontrolle einer geostrategisch bedeutsamen Region, die Entfernung des letzten ernstzunehmenden machtpolitischen Widersachers im Nahen Osten usw.

Die sozialdemokratischen LINKEN lösen ihr Ticket für eine Regierungsbeteiligung und für ihre Akzeptanz bei den deutschen Eliten, indem sie de facto der herrschenden Klasse des Westens für die nächsten Schritte auf dem Weg in einen neuen Krieg Rückendeckung aus der LINKEN geben. Für jene sind die Schandtaten der Assads, Husseins, Mubaraks, Schahs, Könige usw. vollkommen belanglos, solange sie ihr nutzen. Die Leidtragenden von Sanktionen und Kriegspolitik sind erwiesenermaßen eben nicht die Diktatoren, sondern die Bevölkerungen und die Kampffähigkeit linker und progressiver Kräfte in den jeweiligen Staaten.

Kriege und die imperialistische Politik der Embargos, Sanktionen usw. helfen niemandem außer den herrschenden Klassen in den USA, Deutschland, Frankreich, Israel usw. Sie sorgen für humanitäre Katastrophen für den Großteil der Zivilbevölkerung und schwächen progressive und emanzipatorische Kräfte innerhalb der Länder- oder lassen sie gleich ganz verschwinden. Damit wird den westlichen Mächten auch die Chance gegeben, in absehbarer Zeit evtl. ihre nächsten Marionetten zu installieren, die dann freie Hand erhalten, mit allen anderen politischen Bewegungen so umzugehen, wie es die Könige in Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait usw. schon seit Jahrzehnten unter Billigung derselben Kräfte tun dürfen, die momentan Menschenrechtsverletzungen im Iran und in Syrien beklagen. Die linke syrische und iranische Opposition, die derzeit (gewollt oder ungewollt) von den KriegstrommlerInnen als KronzeugInnen herangezogen werden, werden dann das Bauernopfer sein, das sofort erbracht wird, sobald sie den Interessen des Westens nicht mehr nutzen.

Für uns gibt es daher auch keine Gründe, der herrschenden Politik nur einen einzigen Millimeter weder moralisch noch politisch über den Weg zu trauen. Wir haben – auch aus der linken – Geschichte gelernt. Der Hauptfeind steht im eigenen Land. Krieg dem Kriege!

Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF)
26. Januar 2012

 

Quelle: http://www.redglobe.de/deutschland/friedensbewegung/4900-den-schlaechtern-dienen-an-die-macht-und-in-den-krieg-auf-dem-ruecken-der-syrischen-und-iranischen-bevoelkerung

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Friday, 27. january 2012 5 27 /01 /Jan. /2012 12:47

 

7,3 % mehr ausländische Touristen im Jahr 2011. Für 2012 ist eine ähnliche Steigerung auf dann 2,9 Millionen geplant.

 

Über 2,7 Millionen Touristen besuchten Kuba im Jahr 2011

Das Nationalamt für Statistik und Information (ONEI) Kubas bestätigte die Ankunft von 2.716.317 ausländischen Besuchern im Jahr 2011, ein Rekord für den kubanischen Tourismus.

Über 2,7 Millionen Touristen besuchten Kuba im Jahr 2011Es waren damit 184.572 Besucher mehr als im Jahr 2010 und es setze sich die ansteigende Tendenz der letzten Jahre fort, wurde auf der Website dieses Amtes mitgeteilt.

 

Tourismusminister Manuel Marrero gab die Zahl der ausländischen Besucher des Jahres 2011 auf der XXXII. Internationalen Tourismusmesse von Madrid bekannt und sagte, das dies eine Steigerung um 7,3 % gegenüber 2010 bedeutete.

 

Der Minister erwähnte, dass mehrere Länder Rekordzahlen bei der Entsendung von Touristen nach Kuba erreicht haben, angefangen bei Kanada, mit über einer Million, aber unter anderen auch Großbritannien, Argentinien, Mexiko, Venezuela, Chile, Kolumbien und Russland.

 

Zu den Perspektiven der Tourismusindustrie in Kuba äußerte er, dass mit umfangreichen Investitionen in Hotelinstallationen für ihre Diversifizierung und für die weitere Erhöhung der Qualität der Dienstleistungen gearbeitet werde, ohne auf die Modalität des Sonne- und-Strand-Tourismus zu verzichten.

 

Für dieses Jahr ist eine Besucherzahl von 2,9 Millionen ausländischen Touristen vorgesehen, wozu ein weitreichendes Aktionsprogramm entwickelt wurde.

 

Quelle: http://www.granma.cu/aleman/kuba/26ener-Touristen.html

 


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Friday, 27. january 2012 5 27 /01 /Jan. /2012 12:22

 

 

Auschwitz

 

 

Heute jährt sich zum 67. Mal die Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee
Bereits am 31. Juli 1941 war dem SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts und engster Mitarbeiter von Heinrich Himmler, dem SS-Reichsführer, die administrative Vorbereitung der "Endlösung der Judenfrage" übertragen worden. Reichsmarschall Hermann Görings Ermächtigungsgesetz für Heydrich lautete, "alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflussgebiet in Europa".



Im Sommer 1941 beschloss die NS-Führung die Ermordung aller im deutschen Machtbereich lebender Juden. Hunderttausende Juden aus fast ganz Europa wurden nun in die Ghettos im Osten deportiert. Die systematische Deportation der deutschen Juden begann im Oktober 1941, die ersten von ihnen starben am 25. November bei Massenerschießungen im litauischen Kaunas. Deutsche Einsatzkommandos, unterstützt von Waffen-SS, regulären Polizeieinheiten und Wehrmachtstruppen, töteten mehr als eine halbe Million Menschen, darunter auch Frauen und Kinder. Die größten Massaker sind auf Mahnmalen des Völkermords in Europa, Amerika und Israel verewigt: Kamenez-Podolsk 23 600 Tote, Babij Jar 33.700, Witebsk 16.000, Dnjepropetrowsk 10.000, Odessa 27.000, Dalnik 20.000, Rowno 21.000, Minsk 19.000, Riga 38.000, Wilna 33.500. Die Menschen wurden zusammengetrieben, mussten Kleider und Wertsachen abgeben und dann in kleinen Gruppen an den Rand einer Grube treten, wo sie erschossen wurden.

Am 18. Dezember 1941 beriet Hitler in seinem Hauptquartier "Wolfsschanze" in Ostpreußen mit Himmler über das Schicksal der Juden. Kryptisch notierte der Reichsführer-SS dazu in seinen Dienstkalender: "Judenfrage - als Partisanen auszurotten".

 

Die letzte Phase der NS-Judenpolitik war nunmehr ausschließlich auf die Ermordung der Juden ausgerichtet. Der Völkermord an den Juden, aber auch an Sinti und Roma hatte bereits begonnen, als Heydrich am 20. Januar 1942 auf der "Wannsee-Konferenz" mit Staatssekretären und hohen Funktionären des NS-Staats die verwaltungsmäßige Umsetzung und technisch-organisatorische Details der "Endlösung der Judenfrage" besprach. Nun setzte das NS-Regime alle Mittel ein, um den Völkermord europaweit zu koordinieren und systematisch durchzuführen.

 

Zentrum der NS-Vernichtungspolitik war das 1940 errichtete Konzentrationslager (KZ) Auschwitz, wo die SS auf Anweisung des Lagerkommandanten Rudolf Höß bereits im September 1941 das Giftgas Zyklon B an sowjetischen Kriegsgefangenen "erprobt" hatte. Seit Anfang 1942 fuhren die Deportationszüge aus fast ganz Europa in das größte Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz.

 

In der südpolnischen Stadt Oświęcim - Auschwitz ist der deutsche Name der polnischen Kleinstadt - bei Krakau hatte die SS von April 1940 an das größte ihrer Arbeits- und Vernichtungslager bauen lassen. Unmittelbarer Anlass zur Gründung des Lagers war die ständig wachsende Zahl der massenweise festgenommenen Polen, die die "lokalen" Kapazitäten der bestehenden Gefängnisse überschritt. Es bestand aus dem Stammlager, dem drei Kilometer entfernten Lager Birkenau, in dem sich die Gaskammern und Verbrennungsöfen befanden, und 45 Zwangsarbeitslagern bei Fabriken in der Umgebung. In dem Gebiet waren bis zu 155.000 Menschen zusammengepfercht.

 

Ende 1941 hatte in Auschwitz die Massenvernichtung begonnen. In Birkenau wurden seit Juni 1942 deportierte Juden aus ganz Europa an der Rampe "selektiert", also entweder sofort in die Gaskammern oder in die Zwangsarbeit geschickt. Kinder, Alte und andere als nicht arbeitsfähig geltende Häftlinge wurden in der Regel noch am Tag ihrer Ankunft in den als Duschräume getarnten Gaskammern von Birkenau ermordet. Ein Sonderkommando von Häftlingen musste die Leichen in den Krematorien oder auf freier Fläche verbrennen. In den kommenden Jahren steigerten sich die Transporte bis zu deren Höhepunkt im Jahre 1944 mit 600.000 Juden, von denen 500.000 direkt in den Gaskammern ermordet wurden.

Tod durch Arbeit, durch Kälte oder durch Erschießen - all diese Vernichtungsmethoden wurden den Vollstreckern zu mühsam. Deshalb kam es am 5. und 6. September 1941 zu einem makabren Test: Zum ersten Mal wandte die SS an jenem Tag das Blausäurepräparat "Zyklon B" an Menschen an; "erfolgreich", wie Lagerkommandant Rudolf Höß zufrieden feststellte und später bemerkte: "Ich muss offen sagen: Auf mich wirkte die Vergasung beruhigend, da ja in absehbarer Zeit mit der Vernichtung der Juden begonnen werden musste. Mir graute immer vor den Erschießungen. Nun war ich doch beruhigt, dass uns allen diese Blutbäder erspart bleiben sollten."

 

Nur 15 bis 20 Prozent eines jeden Transports wurden für mörderische Zwangsarbeiten am Leben gelassen. Wer am Leben blieb, musste Zwangsarbeit leisten. Das Unternehmen IG Farben errichtete in Auschwitz-Monowitz ein eigenes Arbeitslager, auch andere Firmen wie Krupp siedelten sich rings um das Lager an. Die Lebenserwartung der Arbeiter betrug im Schnitt drei Monate. Ruinöse Lebensbedingungen auf dem Lagergelände - wie die qualvolle Enge in den zumeist feuchten Baracken - sorgten dafür, dass unter den "zum Leben verurteilten" Häftlingen Krankheiten und Epidemien grassierten. Hinzu kamen der anhaltende Wassermangel und die dürftigen Essensrationen von 1.300 Kalorien für "leicht" arbeitende und rund 1.700 Kalorien für "schwer" arbeitende Häftlinge. Die Arbeitszeit betrug elf bis 15 Stunden.

Tausende Menschen kamen in Auschwitz neben der systematischen Ermordung auch durch medizinische Versuche um, wofür besonders der Mediziner Josef Mengele verantwortlich war. Nachdem Himmler im Sommer 1942 den weiteren Ausbau von Auschwitz befohlen hatte, wurde ab 1943 mit vier Gaskammern und angeschlossenen Krematorien der Massenmord an Juden, aber auch an Sinti und Roma nahezu "industriell" durchgeführt. Da die Kapazität der Krematorien nicht mehr ausreichte, wurden die Leichen der Ermordeten ab 1944 auch in offenen Gruben verbrannt.

 

Seit Ende 1942 waren die Westalliierten in groben Zügen und seit Frühjahr 1944 umfassend über Funktion und Zweck des Konzentrationslagers Auschwitz informiert, und zwar zuletzt sowohl durch die polnische Exilregierung, durch geflüchtete Häftlinge als auch durch Aufklärungsflüge der amerikanischen Luftwaffe, deren Bildmaterial vom CIA ausgewertet wurde. Es erfolgten aber keine Luftangriffe. Spätestens im Mai 1943 waren auch der Vatikan und Papst Pius XII., die höchste moralische Instanz des Westens, im Bilde. "Juden. Fürchterliche Lage", hielt ein internes Papier fest. Es gebe "gezielte Todeslager". Papst Pius verzichtete auf öffentlichen Protest - vorgeblich um "größere Übel zu verhindern".

 

Insgesamt wurden in Auschwitz von Anfang 1942 bis Ende 1944 schätzungsweise über eine Million Menschen umgebracht, darunter hauptsächlich Juden sowie viele tausend Sinti, Roma, Polen und Kriegsgefangene, grausam und fabrikmäßig vernichtet durch Arbeit, Hunger, Menschenversuche und vor allem durch das Giftgas Zyklon B. Der systematische Massenmord war Höhepunkt des NS-Rassenwahns. Die zur sofortigen Ermordung bestimmten Häftlinge wurden nicht registriert, was genaue Angaben über die Opferzahlen so schwierig macht. Die letzte dokumentierte Vergasung fand am 1. November 1944 statt. Die Krematorien und die Gaskammern im Lager Auschwitz II wurden ab Oktober 1944 auf Befehl Heinrich Himmlers zerstört - die letzte erst kurz vor dem Einmarsch sowjetischer Truppen. Am 17. Januar 1945 kamen ein letztes Mal neue Häftlinge in Auschwitz an. Am folgenden Tag begann die Evakuierung des Lagers. In den so genannten Todesmärschen in Richtung Westen wurden 58.000 Gefangene aus dem Lager getrieben. Die meisten von ihnen starben. In der Nacht vor dem 27. Januar 1945 sprengten die SS-Truppen das letzte Großkrematorium in Auschwitz-Birkenau.

 

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch die 322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin befreit. Die Rote Armee fand in dem evakuierten Komplex noch 7.600 Überlebende und 650 Leichen vor. In den Magazinen fanden die Befreier 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenmäntel und -kleider, 44.000 Paar Schuhe, 14.000 Teppiche und 7,7 Tonnen menschliches Haar.

 

Am 2. Juli 1947 wurde durch ein Gesetz des Sejm, des polnischen Parlaments, auf den zwei erhalten gebliebenen Teilen des ehemaligen Konzentrationslagers, Auschwitz I und Auschwitz II- Birkenau, das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau errichtet. Das KZ Auschwitz gehört seit 1979 zur UNESCO-Liste des Welterbes und führte dort den Namen "Konzentrationslager Auschwitz". Um eine Identifikation des Lagers mit seiner Lage in Polen auszuschließen, beschloss das Welterbekommittee 2007, die offizielle Bezeichnung in "Auschwitz-Birkenau - deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager (1940-1945)" abzuändern.

 

Auschwitz ist zum Synonym für millionenfachen Mord geworden, für Folter und Menschenversuche, für eine bis ins letzte geplante Vernichtungsmaschinerie - für Unmenschlichkeit schlechthin. Die industrielle Tötung von Millionen von Menschen, die nach den Regeln der Bürokratie zweckrational und routinemäßig vollzogen wurde, ist eine unfassbare Perversion.

 

Das wirkliche Ausmaß der Vernichtungspolitik verdeutlichte der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Chefankläger Robert H. Jackson eröffnete am 14. November 1945 das Verfahren gegen 24 Angeklagte mit dem Hinweis auf die Singularität des Verbrechens: "Die Geschichte berichtet von keinem Verbrechen, das sich jemals gegen so viele Opfer gerichtet hat oder mit solch einer berechnenden Grausamkeit begangen worden ist."

Erst am 20. Dezember 1963 wurde im Plenarsaal des Frankfurter Stadtparlaments der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess gegen 22 Angeklagte eröffnet. Das Verfahren endete im August 1965 mit der Urteilsverkündung im Bürgerhaus Gallus. Sechs Angeklagte erhalten eine lebenslange Haftstrafe, elf werden zu Zuchthausstrafen zwischen drei und 14

Jahren verurteilt, drei Angeklagte freigesprochen.

 

Quelle: www.lpb-bw.de/auschwitz
Bildnachweise: Foto 1: Bundesarchiv,Bild 175-04413 / CC-BY-SA, S. Mucha; Foto 2 (siehe Quelle); Foto 3: Pimke. Lizenz: CC BY 1.2

 

via http://www.kominform.at/article.php/20120127104200499

 

update:

_____________________________

 

Die Rede von Marcel Reich.Ranitzki im deutschen Bundestag am 27.Januar 2012 im Wortlaut http://www.faz.net/aktuell/rede-zum-gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus-ein-tag-in-meinem-leben-11627427.html

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Geschichte - Community: Kritische Massen
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Friday, 27. january 2012 5 27 /01 /Jan. /2012 07:30

Die Arbeitgeber würden ihren Arbeitnehmern gern noch viel mehr Arbeit geben, sogar unbezahlt. Aber immer noch zu viele Arbeitnehmer wollen nicht mehr Arbeit nehmen und meinen, sie bräuchten Tarifverträge und ähnlichen freiheitsfeindlichen Tineff. Eine Untersuchung französischer Statistiker hat jetzt ein Ranking der Leistungsbereitschaft für den Kampf um den Standort aufgestellt. Danach arbeiten die Rumänen z. B. im Jahr fast vierhundert Stunden mehr als die bekannt fleissigen Deutschen. Und sogar die bekannt faulen Griechen, die sich immer bloss die Sonne auf den Bauch scheinen lassen (nachzulesen im BLÖD-Archiv und gelegentlich aktuellen Ausgaben), sind danach noch fleissiger als die fleissigen Deutschen. Vorwärts zu rumänischen Verhältnissen ! Im Kampf um den Standort darf kein Opfer gescheut werden !

 

Näheres weiss die FAZ:

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/arbeitsmarkt-und-hartz-iv/eu-vergleich-deutsche-arbeiten-sechs-wochen-mehr-als-franzosen-11603477.html

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: EU - Community: Kritische Massen
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TeleSur

Debatte in der DKP

Aktuelle Texte zur Debatte in der DKP

 

http://www.tundp.info/ Homepage

 

 

http://www.topblogs.de/tracker

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