Vor 133 Jahren wurde Stalin geboren

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Eine Dokumentation der DDR anlässlich seines 70. Geburtstags im Jahr 1949:

 

Teil 1 

http://www.youtube.com/watch?v=GFgCRikV_sQ

 

Teil 2

http://www.youtube.com/watch?v=KOSlXbgjBRY&NR=1&feature=endscreen 

Veröffentlicht in Geschichte

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Inson 12/30/2012 23:45


Entschuldigung, hier noch einmal vollständig mein post scriptum:


Ob Chruschschow nun explizit ein Produkt „stalinscher Politik“ ist, möchte ich mal dahingestellt lassen, gebe aber zu Bedenken, daß es in bisher jedem System Menschen gab und gibt die die
vertikale Durchlässigkeit des vorgefundenen Systems durch analfixierte Fortbewegung erhöhen wollen!





Inson 12/30/2012 22:22


Rolf Vellay, ein leider viel zu früh verstorbener Kommunist aus der BRD äußerte sich bereits 1991 zu den auch hier besprochenen Problemen. Er hat die Sache in seiner unvergleichlichen Art auf den
Punkt gebracht und deshalb möchte ich ihn zitieren:


“Lächerlich und absurd ist es, heute, nahezu vierzig Jahre nach seinem Tod, Stalin, dem er-folgreichen Architekten ...des Sozialismus in der Sowjetunion und dem Sieger über den Fa-schismus, die
Verantwortung für den heutigen kläglichen und jämmerlichen Zusammenbruch aufbürden zu wollen.


Natürlich weiß ich, welchen Widerspruch ich mit dem Rekurs auf Stalin provoziere. Doch – den klugen Theoretikern, die mir vom Wissen her zehn- oder zwanzigmal überlegen sind, gebe ich zu
bedenken: Ihr seid alle gescheitert, von Titos ‚Jugoslawischem Weg zum Sozialismus’ über die ‚Eurokommunisten’ bis zu den Konstrukteuren der ‚antimonopolistischen Demokratie’, von den
Quacksalbereien über den ‚Dritten Weg’ und ‚Demokratischen Sozialismus’ gar nicht zu reden. Stalin ist nicht gescheitert!


Den Moralisten gebe ich ein kluges Wort von Winston Churchill zu bedenken, zitiert in der FAZ vom 6. September 1990:


‚Wenn die Gegenwart über die Vergangenheit zu Gericht zu sitzen versucht, wird sie die Zukunft verlieren.’


Damit wird genau das getroffen, was den Kommunisten seit der Verdammung Stalins aus ‚moralischen Gründen’ auf dem XX. Parteitag der KPdSU widerfahren ist.


Und den Hochmütigen und Arroganten gebe ich zu bedenken: Vor anderthalb Jahren noch habt ihr Herrn Gorbatschow bei seinem Besuch in der Bundesrepublik als ‚Schöpfer des Neuen Denkens’ begrüßt und
quasi wie einen neuen ‚Messias des Sozialismus’ gefeiert. Ich habe bereits vor drei Jahren auf der ‚Perestroika’-Konferenz des IMSF in Frankfurt erklärt: ‚Gorbatschow als Generalsekretär – das
ist die Konterrevolution an der Spitze der KPdSU! Gorbatschow an der Spitze der UdSSR – das ist das Ende des Sozialismus in der Sowjetunion! ‚Neues Denken’ das ist die Paralyse des revolutionären
Gehalts der kommunistischen Weltbewegung.’ ...All das gebe ich den hoch gelehrten Theoretikern, den unanfechtbaren Moralisten und den hochmütigen und arroganten Kritikern zu bedenken, wenn ich
hier erkläre: Vorwärts in der revolutionären Weltbewegung bedeutet heute: Zurück zu Stalin - unter Vermeidung dogmatischer, jedoch sinngemäßer Anwendung seines fast seit vierzig Jahren
totgeschwiegenen theoretischen Werkes auf die inzwischen veränderten Bedingungen.”


(Zitiert aus: “Zurück zu Stalin!” in der Beilage zur “KAZ”, Nr. 219 vom 18.Juni 1991)


 


Der „Riefenstahl-Vergleich“ entspringt genau wie der „Antistalinismus“ der selben Quelle. Es ist die letztlich auf Trotzki zurückzuführende Totalitarismus-Doktrin. Eine in diesem Fall
(„Riefenstahl-Vergleich“) angenommene oder vermutete strukturelle Ähnlichkeit wird für eine Gleichsetzung benutzt. So gesehen lassen sich auch Himmel und Hölle gleichsetzen, denn diese
angenommene oder vermutete strukturelle Ähnlichkeit sagt nichts über Inhalt und Ziel dieses Films und im übertragenden Sinne der Gesellschaftsordnung aus.


Ich habe nichts dagegen, die Politik unter der Führung Stalins einer historischen und dialektischen Analyse zu unterziehen, aber dafür ist das Meiste, was von der sogenannten „Linken“ kommt,
völlig unbrauchbar. Das fällt in vielen Fällen noch hinter der bürgerlichen Geschichtsschreibung, die aus Seriositätsgründen versucht „objektiv“ zu sein, zurück.


So ist es auch nicht verwunderlich, wenn das Werk, des mit dem leider verstorbenen Hans Heinz Holz befreundeten und zu den bedeutenden marxistischen Theoretikern zählenden Prof. Dr. phil.
Domenico Losurdo, als „Ehrenrettung Stalins“ bezeichnet wird. Losurdos Versuch einer Analyse unter der Berücksichtigung der geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge ist das genaue
Gegenteil davon, denn „Hierfür betrachtet er die sowjetische Geschichte im Kontext der Tragödien des 20. Jahrhundert, entdämonisiert Stalin und stellt eine Reihe der gegen ihn erhobenen
Beschuldigungen in ihren historischen Zusammenhang, ohne sie einfach zu bestreiten.“ (Klappentext auf der Rückseite des Buches „Stalin,
Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende“). Diesem Anspruch wird Losurdo in seinem Buch vollauf gerecht.


Wenn dieses Buch so nonchalant als „Ehrenrettung Stalins“ abgetan wird, dann ist die Diskussion wirklich auf den Hund gekommen.


Dazu paßt auch die „These“ von einem notwendigen oder gar gesetzmäßigen Untergang des „stalinschen Sozialismusmodells = Realsozialismus“. Hier wird die Zielrichtung des Antistalinismus deutlich.
Die Diskreditierung des Sozialismus als „Stalinsches Sozialismusmodell“ bzw. „Realsozialismus“ wird dann sinnvoll, wenn man die wirklichen Ursachen für unser Scheitern kaschieren und ein anderes,
vermeintlich besseres, „Sozialismusmodell“ propagieren will.


Nehmen wir z.B. den ehemals von der Sozialdemokratie preferierten und nun von der PdL aufgewärmten „demokratischen Sozialismus“. Die Antistalinisten in der PdL
und ihre Vordenker in der aus bauernfängerischen Gründen sogenannten „Rosa Luxemburg Stiftung“ lassen alle Möglichkeiten zum Erreichen dieses Ziels zu, außer den Klassenkampf. Der findet im
Programm dieser Partei keine Erwähnung und damit offenbar für die „Linke“ nicht statt. Interessant sind auch die in diesem Modell gleichberechtigt nebeneinander existierenden
Eigentumsformen.


Das hat mit Sozialismus, also mit der Herrschaft der aus dem Klassenkampf siegreich hervorgegangenen Arbeiterklasse und mit der Abschaffung des Privateigentums
an Produktionsmitteln, nichts mehr zu tun. Und das ist der eigentliche Sinn und Zweck des Antistalinismus. Unter dem Vorwand, die Person Stalins und der unter seiner Führung verfolgten Politik,
zu kritisieren, unterziehen die Antistalinisten den Sozialismus einer grundsätzlichen Revision.


Die Verdammung Stalins auf dem XX. Parteitag der KPdSU durch Chruschtschow war der Ausgangspunkt für diese verhängnisvolle Politik. Die Festung wurde von diesem
Zeitpunkt an über mehrere Jahrzehnte, auch mit Phasen der Stagnation, von innen heraus sturmreif gemacht.


Eine zunehmend voluntaristische und unwissenschaftliche Leitung der Wirtschaft, die Abkehr vom proletarischen Internationalismus als Organisationsprinzip der
kommunistischen Parteien, das folgenreiche Schisma mit den chinesischen Kommunisten, die Propagierung des Eurokommunismus sind nur einige der verheerenden Folgen dieser Politik.


Wenn Gorbatschow seinen Außenminister 1988 vor der UNO Folgendes zum Besten geben ließ: "Wir sehen die friedliche Koexistenz als universelles Prinzip zwischenstaatlicher Beziehungen und nicht als besondere Form des
Klassenkampfes.", dann ist das die konsequente Fortsetzung dessen, was unter Chruschtschow begonnen wurde.


Übrigens reagierte Gorbatschow auf jeden Rückschlag seiner „Katastroika“ mit einer weiteren Enthüllung „stalinscher Verbrechen“. Diese Art der Exkulpation ist
seit damals fester Bestandteil „linker“ Geschichtsbetrachtung.


Die Konterrevolution beendete 1989/90 das, was 1917 so vielversprechend begann. Die UdSSR ging siegreich aus dem II. Weltkrieg hervor und der Sozialismus wurde
auf einem Drittel der Erde Realität. Der nationale Befreiungskampf der unterdrückten Völker erhielt in Folge dessen einen ungeheuren Aufschwung. Die sozialistische Staatengemeinschaft sorgte für
die Dauer ihrer Existenz weltweit für Frieden und Stabilität!


In Anbetracht der vielen Opfer eines seit der Konterrevolution immer aggressiver agierenden Imperialismus und der noch zu „veranschlagenden“ weiteren Opfer von
einem „notwendigen Untergang“ zu reden, halte ich nicht nur für falsch sondern auch für zynisch!


 


P.S. Ob Chruschschow nun explizit ein Produkt „stalinscher Politik“ ist, möchte ich





Gunther, nur ein Bürger. 12/29/2012 20:09


Ja, Sie haben es geschrieben!, aber es gefällt mir nicht. Denken Sie mal darüber nach ob die Linke hier nicht der Rechten einen großen Gefallen macht? Wie Sie sehen müssen Sie nur sinnlose
Erklärungen abgeben, dass sollte nicht nötig sein. Die DEFA hat sehr gute Filme produziert!, es stört mich einfach.


 


Die Inhalte sind ganz unterschiedlicher Natur, aber was soll denn "allgemeiner Zeitgeschmack" sein? Kommen wir mal auf die Form (Wirkung) zu sprechen, genauer die (Ursache) Froschperspektive.
Genau das ist es doch was zur Überhöhung des Sujets führt. Wann diese entdeckt wurde kann ich nicht sagen. Sehen wir uns mal die moderne Kunst der russischen Revolution an, objektiv ein epochaler
"Eingriff" in die Kunstgeschichte...


 


Filmemacher Sergej Eisenstein


Konstruktivisten El Lissitzky, Alexander Rodtschenko oder Wladimir Tatlin


Suprematist Kasimir Malewitsch


Schriftsteller Maxim Gorki oder Wladimir Majakowski


Fotografie ???


 


http://www.sozialismus.info/media/m/kunst%20in%20russland.pdf


 


Aleksander Rodtschenko - Fotografie: "Das Neue sehen". Ich kenne das Buch leider nicht.


 


http://www.google.de/images?q=rodtschenko&hl=de&gbv=2&tbm=isch&ei=sjzfUJ2tDsXbtAaIr4DoDw&start=20&sa=N


Hier ist die Froschperspektive zu sehen...


 


http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.fotogeschichte.info/uploads/pics/88_250b_01.jpg&imgrefurl=http://www.fotogeschichte.info/index.php%3Fid%3D68&usg=__YB00-xOZiFvP5Uk_sKah0NaRl8Y=&h=343&w=250&sz=35&hl=de&start=16&zoom=1&tbnid=LqCnWLf6ukaFRM:&tbnh=120&tbnw=87&ei=JTbfUO2rN4rptQa8noDIDw&prev=/images%3Fq%3DRodtschenko%2BFotografie%26hl%3Dde%26sa%3DX%26gbv%3D2%26tbm%3Disch&itbs=1


Eines der teuersten Fotos überhaupt...


 


http://www.google.de/imgres?imgurl=http://uploads1.wikipaintings.org/images/el-lissitzky/lenin-tribune-1920.jpg&imgrefurl=http://www.wikipaintings.org/en/el-lissitzky/lenin-tribune-1920&usg=__dmAeeXMbq92hPA9z0fJylqOKRgU=&h=768&w=490&sz=54&hl=de&start=28&zoom=1&tbnid=5BudekKDO-0BDM:&tbnh=142&tbnw=91&ei=IDvfUMmSM833sgaxv4BA&prev=/images%3Fq%3Del%2Blissitzky%26start%3D20%26hl%3Dde%26sa%3DN%26gbv%3D2%26tbm%3Disch&itbs=1


Kennt das überhaupt jemand? 


 


Es gibt noch eine andere Tribüne...


http://www.google.de/imgres?imgurl=http://static.newworldencyclopedia.org/thumb/5/57/TatlinMonument3int.jpg/200px-TatlinMonument3int.jpg&imgrefurl=http://www.newworldencyclopedia.org/entry/Constructivist_architecture&usg=__gYMoks5p5VB498V_rpwuKdhUhgE=&h=271&w=200&sz=21&hl=de&start=3&zoom=1&tbnid=SZEyQrwjOK3-XM:&tbnh=113&tbnw=83&ei=5D3fUL2cD42Pswb_04HACQ&prev=/images%3Fq%3DTatlin%2BLenin%2BTrib%25C3%25BCne%26hl%3Dde%26gbv%3D2%26tbm%3Disch&itbs=1


"Though it remained unbuilt, the materials—glass and steel—and its futuristic ethos and political slant (the movements of its internal volumes were meant to symbolize revolution and the Marxist dialectic) set the tone for the projects of the 1920s."

Winston Smith 12/25/2012 12:24


Sehr geehrter Kranich05,

eine Antwort in meinem Sinne gibt es bereits von Inson.

Ich möchte aber noch zwei drei Dinge ergänzen: Vielfältig und mehr als leichtfertig ausgesprochen sind die Anwürfe Richtung Stalin und nicht dessen Ehrenrettung.

Es gibt ein Sprichwort: Wer sich verteidigt, klagt sich an. Jemanden in diese Situation zu bringen ist eine gereifte Methode (NATO-Kriege etc.) und aus dieser Situation heraus soll man sich nun
nüchtern mit Stalin-Kritikern auseinander setzen können?!

Ich las vor einigen Jahren Peter Hacks Briefwechsel und er sagte dort etwas über Revolution und Moralismus. Wie ich sehe (google), sollte es Allgemeinwissen sein.

Losurdos Buch habe ich vor einigen Tagen ausgelesen. Lesen! Ludo Martens Buch las ich vor einigen Jahren. Lesen!

Ergänzend (Gulag, Kriegsgefangenschaft) empfiehlt es sich "Treibeis am Jenissei" von Walter Ruge zu lesen. Eine Art Verifizierung stellt "Als die Jagd zu Ende war: ..." von Hajo Hermann dar. (ja,
von diesem Nazi)

Die letzten Seiten von Losurdos Buch beschäftigen sich u.a. auch damit, dass dazu sehr gut der Leserbrief von Herrn Kapfenberger (Man kann sich nur wundern) aus der akt. jungen Welt paßt.
(Methodik siehe oben)

Eigentlich kann ich (Jahrgang 1974, Magdeburg) nur empfehlen, nicht auf jeden hingeworfenen Beißknochen der Reaktion anzuspringen und vor allem nicht deren Begriffe zu übernehmen. Entschuldigen
Sie bitte meine Anmaßung. :-)

Frohe Weihnachten,

W.S.

modesty 12/24/2012 18:55


Ich habe geschrieben: "obwohl der Riefenstahl-Stil auf sozialistisch
natürlich allgemeiner Zeitgeschmack war, so hat man damals halt Personen und Ereignisse inszeniert." Damit habe ich keinewegs die Inhalte der Propaganda-Filme von Leni Riefenstahl mit denen von
kommunistischen oder sozialistischen Propaganda-Filmen verglichen, sondern die stilistischen Mittel - und das auch gleich mit meinem Hinweis verbunden, dass der Einsatz dieser Mittel zeittypisch
war, westliche Wochenschauen sahen genauso aus, wie Sepp schon anmerkte. Riefenstahl hat den Propaganda-Film natürlich auch nicht erfunden - allerdings für die Nazis sehr erfolgreiche
Propaganda-Filme gedreht, wobei sie im Aufbau der Plots und in der Wahl der filmischen Mittel für ihre Zeit ziemlich innovativ war. Deshalb waren diese Filme ja so erfolgreich, was schlimm genug
ist.


Heute wirkt die Ästhetik jener Zeit beklemmend, zumindest auf mich. Das
ist alles, was ich damit aussagen wollte. Ich habe mich in meinem Studium unter anderem mit Filmgeschichte und Filmanalyse beschäftigt, insofern maße ich mir an, zu Filmästhetik etwas sagen zu
können.


Die kommunistischen und sozialistischen Filmemacher haben sich aus dem
gleichen ästhetischen Instrumentarium bedient. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Natürlich mussten die Kommunisten auch Propagandafilme machen - damit habe ich überhaupt kein
Problem, und ich wünschte, es gebe heute (wieder) welche - aber eben zeitgemäße, was zugegebenermaßen schwierig ist, zumal in Filmen heutzutage technisch abgefeimteste Mittel benutzen werden
können, die Inhalte oft dürftig bis fragwürdig sind.


Das bringt mich auf die Frage: Wie könnte ein kommunistischer
Propaganda-Film heute aussehen?