Quantcast

Weltwirtschaftskrise

Sunday, 21. april 2013 7 21 /04 /Apr. /2013 17:11

Übernommen von http://belafix.wordpress.com/2013/02/25/privateigentum-und-finanzkapital/ :

 

 

Privateigentum und Finanzkapital

Von Beate Landefeld

In den drei Jahrzehnten vor der aktuellen Krise wuchs der Finanzsektor ungefähr viermal so schnell wie die übrige Wirtschaft. Die Krise und ihr Management haben diese Disproportion nicht nennenswert abgebaut. Vielmehr bemühen sich die Regierungen besonders der großen Staaten, den unvermeidlichen Schrumpfungsprozess mit Staatshilfen so abzufedern, daß ihre führenden Finanzkonzerne ihn gut überstehen oder sogar gestärkt daraus hervorgehen. Auch in Deutschland kam es 2008 zur Bildung des Rettungsfonds SoFFin, der mit 480 Mrd. Euro für die Stabilisierung deutscher Finanzkonzerne ausgestattet wurde.1

Breit berichtet wurde über Staatshilfen für die Mittelstandsbank IKB, für die HRE und diverse Landesbanken. Daß auch die größten privaten Finanzkonzerne Stütze bekamen, stellen die neoliberalen Medien nicht groß heraus: So wurde die weltgrößte Versicherung Allianz von ihrer damaligen Tochter, der maroden Dresdner Bank, befreit. Die Dresdner ging an die Commerzbank, bei der der Staat mit über 25% größter Aktionär wurde, damit sie ihrerseits nicht ins Straucheln kam. Die Deutsche Post, mit der staatlichen KfW als Hauptaktionärin, verkaufte die Postbank an die Deutsche Bank, die so ihre Abhängigkeit von der schwankungsanfälligen Investmentsparte verringern konnte.2

Bei diesen Deals, wie auch bei der Installierung des SoFFin, kooperierten staatliche und privatmonopolistische Finanzinstitutionen aufs Engste. Von einem staatsmonopolistischen Komplex der Finanzwirtschaft zu sprechen, ist nicht übertrieben, zumal die Verbindung von Staat und Finanzwirtschaft schon „von Natur aus“ besonders eng ist.3 Vor Kurzem wurde der SoFFin für weitere Jahre verlängert. Seit der spanischen Bankenkrise wird auch auf EU-Ebene unter dem Schlagwort „Bankenunion“ über direkte Bankenhilfen aus dem ESM, eine gemeinsame Aufsicht und die Zusammenlegung der nationalen Einlagensicherungen verhandelt, wobei Berlin keine große Eile an den Tag legt.4

Bis heute nicht umgesetzt wurde Frau Merkels Postulat, wonach „künftig kein Institut und kein Produkt“ der Finanzbranche unreguliert bleiben dürfe. Das liegt nicht nur am Einknicken der Politiker gegenüber Finanzmärkten und Spekulanten, wie oft gemutmaßt wird. Vielmehr scheint die Resistenz des Finanzsektors gegen alle Versuche, ihn zu bändigen, mit seiner Rolle im heutigen Kapitalismus zusammenzuhängen. Diese Rolle hat sich historisch im Ergebnis von Klassenhandeln herausgebildet, als systemimmanente Bearbeitung des Widerspruchs zwischen der Tendenz zur Vergesellschaftung der Produktion und dem Privateigentum an den entscheidenden Produktionsmitteln. Weiterlesen »

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Weltwirtschaftskrise - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Friday, 19. april 2013 5 19 /04 /Apr. /2013 07:16

Nach den offiziellen Meldungen verzeichnet die deutsche Autoindustrie Absatzeinbrüche in der Grössenordnung von zwischen zehn und zwanzig Prozent. Das hört sich dramatisch an, ist aber in Wirklichkeit noch geschönt. Ein Drittel der Neuzulassungen sind Tageszulassungen von Händlern. Diese in Wirklichkeit unverkäuflich auf Halde stehenden Fahrzeuge fallen aus der Statistik - bzw. stehen in der Statistik als Zulassungen. Die ohnehinstark rückläufigen Neuzulassungen sind also noch einmal um ein Drittel niedriger als die Statistik ausweist.

 

Dazu ein Artikel aus DWN:

 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/09/warum-parken-tausende-neuwagen-heimlich-in-bayern/ 

 

Diese Zahlen sind auch ein Beispiel für die ungeheuere Verschwendung an Material und Arbeitskraft, die der Kapitalismus beständig hervorbringt. In den 1930er Jahren wurden in den USA Lokomitiven mit Weizen geheizt oder der Weizen ins Meer geschüttet, während Millionen Menschen hungerten. Heute werden z. B. Hundertausende Autos produziert, die, nagelneu, direkt in der Schrottpresse enden. Würde man sie so billig verkaufen, dass sie tatsächlich auchverkauft werden könnten, würde das die Preise verderben. Also ab in den Müll.

 

Das ist kapitalistische Logik. Das ist tatsächlich eine zwingende Logik. Das sind die "Sachzwänge", von denen die Merkels und Konsorten  andauernd reden. So funktioniert "Marktwirtschaft". Wer meint, Naturressourcen und menschliche Arbeitskraft dürfe nicht auf dem Müll landen, muss helfen, sie abzuschaffen.

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Weltwirtschaftskrise - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Friday, 5. april 2013 5 05 /04 /Apr. /2013 17:36

"In aller Freundschaft - macht bloss nicht so weiter, anderenfalls ..." - Die längere und diplomatischere Version, verdolmetscht von Tante FAZ, lautet so:

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/waehrungskrieg-debatte-bundesregierung-warnt-japan-vor-missbrauch-der-geldpolitik-12138347.html

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Weltwirtschaftskrise - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Sunday, 24. march 2013 7 24 /03 /März /2013 09:15

Markus Gärtner ist ein in den USA lebender bürgerlicher Wirtschaftsjournalist, der kommunistischer Umtriebe völlig unverdächtig ist. Er verzweifelt eher an den Unfähigkeiten des Kapitalismus. Die Euro-/EU-Sache sieht er so:

 

http://blog.markusgaertner.com/2013/03/24/altes-problem-neue-dynamik-zentrifugalkraft-ubernimmt-macht-in-europa/ 

 

Dass ein Profi und Insider wie Markus Gärtner jedes Vertrauen in die Fähigkeit, die kapitalistische Krise so zu lösen, dass sich "ein Weg nach vorn" auftut, verloren hat, scheint mir ein Symptom zu sein. Er ist ja bei weitem nicht der einzige aus diesem Milieu. Ein nicht kleiner Teil der Fachleute, deren Job es eigentlich ist, die kapitalistische Wirtschafts- und Politikentwicklung konstruktiv-kritisch zu begleiten, ist im Grund vom Glauben abgefallen. Das Personal für die Produktion des kollektiven Bewusstseins der Bourgeoisie ist selbst tief verunsichert. Auch das ist ein Teil der Krise. Es hapert mit der Ideologie-Produktion. Die Dominanz des Bewusstsein der Herrschenden über die Beherrschten bröckelt, weil nicht wenige seiner Produzenten angesichts der erdrückenden Tatsachen innerlich selbst zu Häretikern der Religion "Westliche Werte" werden.   

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Weltwirtschaftskrise - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Tuesday, 26. february 2013 2 26 /02 /Feb. /2013 10:20

Kapitalistische Warenproduktion, der Markt als Mittel der Steuerung der gesellschaftlichen Produktion, ziehen periodisch Chaos  und Niedergang nach sich. Die gesellschaftlichen Kosten der Produktivkraftvernichtung in der Krise tragen die Lohnabhängigen und die "kleinen Leute" im allgemeinen. Jede dieser Überproduktionskrisen ist ein Zeichen dafür, dass die kapitalistische Produktionsweise an ihre historischen Grenzen gelangt und weitere Fortschritte in der Produktivkraftentwicklung hemmt. Die Notwendigkeit, die kapitalistische Warenproduktion durch gesellschaftlich geplante Güterproduktion nach den Bedürfnissen der Bevölkerung zu ersetzen, wird von Krise zu Krise dringlicher. Die Alternatie ist der Verfall von Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Hier ein Beispiel - die Überproduktion der Fahrzeugindustrie in der EU:

 

http://www.rottmeyer.de/mehr-als-nur-ein-boxenstopp/ 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Weltwirtschaftskrise - Community: Kritische Massen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen

TeleSur

Debatte in der DKP

Aktuelle Texte zur Debatte in der DKP

 

Theorie & Praxis

 

 

http://www.topblogs.de/tracker

  • RSS-Feed der Artikel
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren