Syrien: Der Nächste bitte ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Schon seit Beginn der Unruhen in Nordarfika/Nahost war gelegentlich zu lesen, logischerweise müsse doch jetzt auch Syrien dran sein. Ist es jetzt dran ? - Jedenfalls läuft gerade ein Versuch.

 

Die TV-Bilder zeigen kleine Pulks von zum Teil vermummten Jugendlichen und eine erkleckliche Anzahl brennender Autos. Auch Gebäude sind abgefackelt worden. Wie immer, wenn Randale ist, freuen sich natürlich die Medien und können der warmen Worte gar nicht genug finden für Leute, die Autos anzünden, in Paris oder Lyon oder Kreuzberg z.B. . Immer, wenn sowas passiert, schreibt Die Welt, der schwarze Block bringe den wahren Willen des teutschen Volkes zum Ausdruck und die Süddeutsche, das sei das berechtigte Aufbegehren gegen eine Regierung, die sich um den Willen der Leute nicht schere, sondern die Laufzeiten von Atomlraftwerken verlängert und in Afghanistan Krieg führen lässt, obwohl 70 oder 80 % der Bürger dagegen sind.  Nicht wahr ?

 

Im Ernst: Die "Gewalt der Strasse" ist schon schön, aber ja nicht im eigenen Herrschaftsbereich . in dem fall ist sogar von Terrorismus zu sprechen - , sondern nur und ausschliesslich, wenn sie in Ländern passiert, mit denen man ein Hühnchen zu rupfen hat oder die auch nur irgendwie ein wenig unbequem, weil nicht in allem botmässig sind. So ein Fall ist Syrien. Es ist in vielem, aber nicht in allem botmässig. Das genügt. Interessant ist, dass das Wort "bunte Revolution" nicht mehr benutzt wird, schon im Fall Libyens wurde es das nicht mehr. Es ist zu einem Synonym für von aussen, von der CIA und allerlei anderen Diensten inszenierte Revolten geworden und als Vorstufe des Nation Building, der Verwandlung von Staaten in Vasallenstaaten entlarvt. Das Wort wird nicht mehr benutzt, das Konzept aber unverändert weiter verfolgt. Und jetzt ist Syrien dran, wenn es klappt.

 

Vorläufig klappt  noch nicht viel, was auf TV-Bildern vorzeigbar wäre. Es war in Libyen schon nicht so üppig, aber ein paarhundert Demonstranten in irgendeiner syrischen Stadt sind doch arg wenig Vorzeigevolk. Von Volksmassen ist nichts zu sehen, und bisher geht noch nicht einmal das westlich orientierte Kleinbürgertum auf die Strasse. Es twittert  noch nicht so richtig. AVAAZ hat noch nicht einmal eine Unterschriftensammlung per Internet für eine Flugverbotszone angefangen.

 

Aber der gute Wille, Syrien zu libysieren, ist zweifellos da. Der Versuch ist gestartet.

 

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update:

Wie die Regime Change-Operationen der Geheimdienste funktionieren, vollzieht MeinParteibuch nach:

 

http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2011/03/23/blutige-us-regime-change-kampagne-greift-nun-syrien-an/

 

 

Veröffentlicht in Naher-Mittlerer Osten

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almabu 03/23/2011 18:01



Wann kommt die Demokratiebewegung in Israel und fegt Netanyahu und Lieberman aus den Ämtern?



Sepp Aigner 03/23/2011 18:05



In dem Fall müssten das die israelischen Bürger selbst machen. Das hat die CIA nicht im Arbeitsprogramm, und Mossad auch nicht.