20. Bundeskongress der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend
SDAJ beschließt antifaschistische Kampagne
Bundeskongreß der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend geht in die Verlängerung
Von Wera Richter
In Hannover trafen sich am Wochenende rund 140 Mitglieder der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) zu ihrem 20. Bundeskongreß. Obwohl sich die Tagung am Samstag und Sonntag jeweils bis in den Abend zog, mußte die Diskussion um den zentralen Antrag, das Zukunftspapier, verschoben werden. Das Papier ist eine programmatische Grundlage, in deren Mittelpunkt der Kampf um die Grundrechte der Jugend steht, die in einer ersten Fassung bereits im Jahr 2000 verabschiedet wurde. Die Diskussion um die nun vorgenommene Aktualisierung muß auf einer dritten Tagung des 20. Bundeskongresses nachgeholt werden. Allein für diesen Antrag lagen mehr als 400 Änderungsvorschläge aus Gruppen und Landesverbänden vor.
Für die Verzögerung hatte vor allem die Debatte über eine antifaschistische Kampagne »Nazifreie Zonen« geführt, die am Samstag nachmittag schließlich mit 40 Gegenstimmen beschlossen wurde. Im Rahmen der Kampagne, die bis zum Juni 2012 läuft, sollen vor allem in Schulen und Betrieben in Zusammenarbeit mit lokalen Bündnissen, Schülervertretungen und der Gewerkschaftsjugend »nazifreie Zonen« geschaffen werden. Kritiker wandten ein, daß fehlende Ausbildungsplätze, verweigerte Übernahme, Jugendarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung heute weit größere Probleme der Arbeiterjugend seien. In einer 20seitigen Handlungsorientierung wurde auch dieses Feld als Schwerpunkt beschlossen, allerdings erst ab Herbst 2012. Orientiert wird auf Tarifauseinandersetzungen, die Wahlen der Jugendauszubildendenvertretungen und die Mitarbeit in gewerkschaftlichen Betriebsgruppen. Kein einfaches Unterfangen in einer Organisation, die sich nach wie vor mehrheitlich aus Schülern und Studierenden zusammensetzt. Die Mandatsprüfung zählte unter den Anwesenden 17 Prozent Arbeiter und Angestellte, sieben Prozent Auszubildende und sieben Prozent Erwerbslose.
Einstimmig votierten die Delegierten für eine Kuba-Solidaritätsbrigade im Jahr 2013 sowie für die Vorbereitung der Bildungsstreiks am 17. November. An dem Kongreß nahmen neben Gästen der DKP, darunter deren Vorsitzende Bettina Jürgensen, und der VVN-BdA auch Vertreter der kommunistischen Jugendverbände aus Griechenland, Portugal, Belgien, Österreich sowie der Präsident des Weltbundes der Demokratischen Jugend, Tiago Vieira, teil. Am Sonntag wählten die Delegierten einen 33köpfigen Bundesvorstand. Björn Schmidt aus Braunschweig wurde als Vorsitzender bestätigt.
Quelle: junge welt 4.10.2011, via http://www.dkp-lsa.de/