Zum Tag: Null Motors
General Motors hat gestern Konkurs angemeldet. Den groessten Autohersteller der Welt gibt es nicht mehr.
Im Septemerber 2008 hatte GM seinen hundertsten Geburtstag gefeiert, in eben den Tagen, in denen eine der groessten Banken in den USA und weltweit, Lehman Brothers, zusammenbrach. Auch GM ging in diesen Tagen vom Verfall in die Agonie ueber. Schon spaetestens seit 2005 war es steil bergab gegangen. Innerhalb der letzten vier Jahre machte GM 82 Milliarden Dollar Verlust. Nach Massenentlassungen in den 1990er Jahren waren im Jahr 2000 noch 195 000 Beschaeftigte uebriggeblieben. 2008 waren es nur noch 92 000.
GM war Ende der 1920er Jahre zum groessten Autohersteller der Welt augestiegen und blieb es ungefaehr vier Jahrzehnte lang. Der Abstieg begann in den 1970er Jahren, als japanische und westeuropaeische Konzerne den Riesen auf dem US-Markt und weltweit ernsthaft zu bedraengen begannen. Der Abstieg hat auch runde vierzig Jahre gedauert.
Unter massgeblicher Finanzierung der US Regierung wird jetzt eine Aufanggesellschaft gegruendet. Das ist nicht eine neue Zukunft fuer einen staaatlichen "New-GM"-Konzern, sondern Abwicklung, Treuhand auf USamerikanisch. Die ehemaligen DDR-Buerger wissen, was Abwicklung und Treuhand bedeuten.
Der Konkurs von GM ist ein Symbol. Die besten Zeiten des US-Imperiums sind vorbei. Neue Maechte kommen herauf. Die kraeftigeren kleinen Woelfe im Rudel in Westeuropa und Asien schnappen nach den Flanken des Leitwolfs. Eine Neuverteilung der Macht- und Einflusssphaeren steht an. Wenn das die Malocher in aller Welt nur Geld kosten wuerde, haetten sie maechtig Glueck. Unwahrscheinliches Glueck.
(Daten nach FAZnet und www.jungewelt.de vom 2.5.2009)