Beispiel Griechenland: Kommunistische Solidarität mit wem ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die DKP, die Partei der Arbeit Belgiens, die Neue Kommunistische Partei der Niederlande und die Kommunistische Partei Luxemburgs haben in den letzten Jahren ihre Zusammenarbeit verstärkt (Beispiel: http://kritische-massen.over-blog.de/article-kommunisten-vierparteienkonferenz-zur-gewerkschaftsarbeit-104268281.html ). Jetzt haben die drei letzteren eine gemeinsame Erklärung zu Griechenland veröffentlicht. Die DKP fehlt. Ich kenne die konkreten Umstände nicht. Aber ich vermute, der Grund ist: Die Mehrheit der DKP-Parteiführung ist nicht mit der Bruderpartei KKE solidarisch, sondern mit dem Parteienbündnis SYRIZA. SYRIZA ist Mitglied der Europäischen Linkspartei. Die DKP hat in der Europäischen Linkspartei Beobachterstatus. In der Praxis führt das zum Bruch der Solidarität unter den kommunistischen Parteien. Im Zweifelsfall geht die Mehrheit der DKP-Parteiführung lieber mit der linken Sozialdemokratie.

 

Wenn davon geredet wird, dass aus der DKP "eine andere Partei" gemacht werden müsse, ist das ernst zu nehmen. Dass viele DKP-Genossinnen und -Genossen den kommunistischen Charakter der DKP verteidigen, ist aber auch ernst zu nehmen. Für diejenigen, die nicht recht wissen, ob sie das eine oder das andere wollen sollen, wird es jetzt Zeit, dass sie sich entscheiden.

 

Stellungnahme der kommunistischen Parteien der Benelux-Länder: Solidarität mit dem griechischen Volk    
 
Geschrieben von: Partei der Arbeit Belgiens (PTB), Neue Kommunistische Partei der Niederlande (NCPN), Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL)

 

Sonntag, den 03. Juni 2012 um 13:54 Uhr

 

KP Luxemburgs, Neue KP der Niederlande, Partei der Arbeit BelgiensDie Partei der Arbeit Belgiens (PTB), die Neue Kommunistische Partei der Niederlande (NCPN) und die Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL) erklären sich solidarisch mit den Arbeitern, den Arbeitslosen, den Rentnern und ihren Familien sowie mit der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), die standhaft und mutig deren grundlegende Interessen verteidigt.

Die KKE kämpft für die Entwicklung des Klassenkampfes, für die Förderung des Klassenbewußtseins der Arbeiter. Sie entlarvt die verräterische Propaganda, mit der die Parteien der griechischen und der europäischen Bourgeoisie das griechische Volk dazu bringen wollen, eine unmenschliche Austeritätspolitik zu akzeptieren. Die KKE tritt ein für ein Bündnis aller werktätigen Menschen, der Arbeiter, Bauern und der Selbständigen, mit dem Ziel, nicht einfach nur eine andere Regierung anzustreben, sondern einen völlig anderen Staat zu schaffen, einen Staat, in dem das Volk die Macht hat und nicht weiterhin eine kleine Gruppe von Superreichen.

In unseren Ländern fördern wir eine Bewegung der Solidarität mit dem Kampf der griechischen Werktätigen und der KKE. Das Beispiel Griechenland zeigt deutlich, wie weit die transnationalen Konzerne und Banken der EU und deren politische Repräsentanten zu gehen gewillt sind, um ihre Milliardenprofite zu sichern. Soziale Rechte, die in jahrzehntelangen Kämpfen errungen wurden, sollen von heute auf morgen beseitigt werden, Löhne und Sozialleistungen werden unter die Armutsgrenze gedrückt, öffentliche Dienste, Bildung und Gesundheitsfürsorge werden abgebaut und kommerzialisiert. Wir dürfen nicht zulassen, daß diese Großkapitalisten ihre Politik fortsetzen, denn sie wollen die schaffenden Menschen in der gesamten EU in ein Leben in Armut und ohne soziale Rechte stürzen.

Brüssel, Amsterdam, Esch/Alzette, 1. Juni 2012

 

Quelle: http://www.redglobe.de/europa/griechenland/5259-stellungnahme-der-kommunistischen-parteien-der-benelux-laender-solidaritaet-mit-dem-griechischen-volk

 

 

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Veröffentlicht in Kommunisten

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A
<br /> Der aurorakater von youtube!? ;-)<br />
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M
<br /> Auf der illegalen Jugendkonferenz 1916 in Jena, der "Osterkonferenz" formulierte Karl Liebknecht „Erst Klarheit und dann<br /> Mehrheit! Keine Sammlung ohne Einheit der Anschauungen!“ Ich denke, daran hat sich nichts geändert und wir brauchen vor allem die Klraheit in unseren eigenen Reihen, dazu gehört auch, sich nicht<br /> zurück zu ziehen, sondern offensiv unsere Standpunkte zu vertreten. Natürlich kann man einzelne marxistisch-leninistische Aussagen unterschiedlich interpretieren, aber es gibt Kernaussagen, die<br /> fest stehen und die den Kern unserer Partei ausmachen. Das sind für mich die Fragen der Partei, der Klassen und des Klassenkampf sowie der Diktatur des Proletariats. Aufgabe ist es m.E., über die<br /> Klarheit dieser Probleme - im Zusammenhang mit den aktuellen Auseiandesetzungen - zur Entwicklung eines sozialistischen Bewusstseins beizutragen.<br /> <br /> <br /> aurorakater<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Wir müssen dicke Bretter bohren in diesem vom Antikommunismus verseuchten Deutschland. Aber wahrscheinlich bewegen die Verhältnisse selbst zur Zeit mehr in den Köpfen, als wir bewirken können.<br /> Die Bourgeoisie wäre blöd, es offen zu sagen, aber die Klügsten unter ihnen wissen oder ahnen schon, dass sie es sind, die ihre besten Tage hinter sich haben.<br /> <br /> <br /> <br />
M
<br /> Hier ein Aufruf, um auch in der DKP-Thüringen darüber zu diskutieren ... leider sind die Genossinnen und Genossen  bisher etwas zurückhaltend.<br /> <br /> <br /> http://www.dkp-thueringen.de/index.php/185-beispiel-griechenland-kommunistische-solidaritaet-mit-wem#comments<br /> <br /> <br /> aurorakater<br />
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S
<br /> <br /> Danke für den Link, interessant. Vielleicht kommen ja noch Posts.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> Ich kann dir nur zustimmen!<br /> <br /> <br /> (auch wenn manchmal etwas Frustration bei meinen Kommentaren "durchscheint")<br /> <br /> <br /> Zum Thema "Vereinigung" kann man sich auf Grund der gegenwärtigen Lage eigentlich nur "positiv" überraschen lassen. Ich lese den Rotfuchs, aber die geänderte Parole ist mir nicht aufgefallen.<br /> <br /> <br /> Die Desillusionierung über die Linke hat doch schon lange eingesetzt!<br /> <br /> <br /> Es ist nur eine Frage der Zeit, bis aus der Linken wieder eine regionale Partei wird, die auf "Bundesebene" unbedeutend ist - passend zum Verfall:<br /> <br /> <br /> http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-06/spd-linkspartei-reformer<br /> <br /> <br /> Die Linke bewegt sich sowieso immer mehr auf die "Blockflöten" im Reichstag zu, und bilden schon jetzt immer weniger eine Art "Alternative".<br /> <br /> <br /> Wie lange es wohl dauert bis sie letztendlich im System "angekommen" sind?<br /> <br /> <br /> P.S. Du hast mir nichts unterstellt ;-)<br /> <br /> <br />  <br />
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A
<br /> Ich mach es mir nie einfach! Wenn sich aber der Revisionismus in der Partei durchsetzt (zumindest in der "Führungsetage") - was will man dann noch machen?<br /> <br /> <br /> Wäre nicht eine Art "Mitgliederbefragung" über den zukünftigen Kurs in der Partei angesagt? <br /> <br /> <br /> Die Beendigung des Beobachterstatus bei der "EL" wäre ein positives Zeichen!<br /> <br /> <br /> Wohin gehen? - ganz einfach: ins "Private", oder als "Unhabhängiger" weitermachen (oder zu einer der zahlreichen "KPs" - was natürlich nicht unbedingt sinnvoll ist).<br /> <br /> <br /> Wer der "Sozialdemokratisierung" der DKP positiv gegenübersteht sollte sein Glück einfach bei der Linken versuchen - da wäre man definitiv besser aufgehoben.<br /> <br /> <br /> P.S. Ich leiste mir sogar den Traum einer geeinten KP - obwohl dieses Ziel in den nächsten 100 Jahren nicht zu erreichen ist ;-)<br />
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S
<br /> <br /> Ich wollte Dir nichts unterstellen.<br /> <br /> <br /> Für mich ist es so: Ich kämpfe um die Verteidigung des kommunistischen Charakters der DKP, so lange das irgendwie Sinn macht. Wir haben eine grosse Tradition zu verlieren, und die Bedeutung<br /> organisatorisher Brüche kann man kaum hoch genug einschätzen in ihrer zerstörerischen Wirkung. Es wäre eine Schande und ein Verrat an Generationen aufrechter Kommunisten, wenn die DKP als<br /> revisionistische Partei enden würde. Dass wir uns genervt zurückziehen, käme den Revisionisten gerade recht. Eine solche Rechnung darf nicht aufgehen.<br /> <br /> <br /> Was die Vereinigung der Kommunisten in D angeht, bin ich nicht so pessimistisch wie Du. Die Desillusionierung über die Linkspartei wird kommen. Das ist gesetzmässig. Ich weiss nicht, ob<br /> es Dir aufgefallen ist: Die RotFüchse haben ihre Hauptparole geändert in "Einigung mit dem Ziel der Vereinigung". Das halte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt für die richtige Parole. Dafür muss an<br /> jedem Ort "an der Basis" gearbeitet werden.  <br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />