China: VW bei der West-Erschliessung

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Nach dem neuen chinesischen Fünfjahrplan soll der Westen des Landes, der noch weit hinter der Entwicklung der Küstenregionen zurückliegt, verstärkt erschlossen werden. Ausländisches Kapital wird darin einbezogen, z. B. VW. Die FAZ berichtet darüber so: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/china-vw-plant-werk-in-unruheprovinz-11552624.html . 

 

In dem Artikel finde ich einige Fakten bemerkenswert. -

 

"Mit rund 28 Prozent vom Gesamtabsatz ist China für den Volkswagenkonzern der mit Abstand wichtigste Markt. ...Zwischen 2012 und 2016 stecken die Wolfsburger zusammen mit ihren chinesischen Partnern SAIC und FAW 14 Milliarden Euro in neue Werke und Modelle. Das ist die größte Investition in der deutschen Automobilgeschichte."

 

In dem zu erschliessenden Teil Chinas "... leben mehr Menschen als in den Vereinigten Staaten."

 

Interessant sind auch die Hinweise, dass der VW-Konzern in China nicht eigenständig agiert, sondern mit chinesischen Partnerfirmen, über die sich der Staat seinen Einfluss sichert. Dieser einfluss scheint beträchtlich zu sein. Es war eine offizielle chinesische Stelle, die die VW-Investition bekannt machte. Faz vermerkt das pikiert. Die Veträge scheinen noch nicht ganz unter Dach und Fach zu sein, und die chinesische Seite hat den Verhandlungen mit ihrer "voreiligen" Meldung wohl etwas nachgeholfen.

 

FAZ gibt dem Bericht einen reisserischen Titel: "VW plant Werk in Unruheprovinz". Damit nimmt sie Bezug auf Spannungen zwischen den Eingesessenen in Xinjiang und den Zuwanderern aus anderen Regionen Chinas, die vom Westen fleissig gechürt werden. Allerdings hat die "Führerin der Uiguren, deren Sitz Washington D.C. und München ist, schon eine gute Weile keine Riots mehr zustande gebracht. 2009 war ein Massaker gelungen (s. http://kritische-massen.over-blog.de/130-categorie-11101955.html , http://kritische-massen.over-blog.de/article-33496934.html ) Die VW-Investition veranschaulicht das Dilemma, in dem der Westen bei der Destabiliierung Chinas steckt. - Der Erfolgsfall zieht auch die eigenen Investitionen in Mitleidenschaft und beeinträchtigt hochwichtige und rar gewordene expandierende Märkte. Die Führerin der westlichen Sorte von Freiheit und Demokratie, deren Einführung gerade in Libyen zu besichtigen ist, sitzt in München. Aber VW sitzt in Xinjiang. Wie also "befreien", ohne gleichzeitig den eigenen Interessen zu schaden ?

 

Freilich sitzt die Dame auch in Washington. Bleibt zu hoffen, dass auch ein paar US-Konzerne an der Erschliessung von Chinas Westen kräftig mitverdienen dürfen. Anderenfalls wäre zu fürchten, dass VW von den Freunden jenseits des Atlantik jenseits des Pazifik in Xinjiang gemenschenrechtet wird.

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Veröffentlicht in China

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A
<br /> Zum Thema "Menschenrechte" etc. :<br /> <br /> <br /> Ich frage mich immer, warum man nicht einfach den "Spieß umdreht"!?<br /> <br /> <br /> China, Rußland, Venezuela usw. könnten doch auch mit NGOs die USA "infiltrieren" und dort ein wenig "Zwietracht" sähen? Die USA sind von "außen" nicht zu besiegen - keine Frage - aber warum nicht<br /> innerhalb des Imperiums etwas "Unruhe stiften"?<br /> <br /> <br /> Der Rest der Welt kennt doch mittlerweile die Methoden der USA/EU/NATO?<br /> <br /> <br /> Die USA hätten eine "*beliebige_Farbe*-Revolution" bitter nötig - und nicht nur die USA ;-)<br />
Antworten
S
<br /> <br /> Der Server spinnt. Antwort gefressen.<br /> <br /> <br /> <br />
T
<br /> Hallo Sepp,<br /> <br /> <br /> das "Dilemma", das Du siehst, ist (leider) fast ausschließlich eine populäre Fata Morgana, wie an Libyen zu studieren ist. Wie hätte es sonst zur Zerstörung der Assets von BP und Wintershall<br /> kommen können? (Die von Eni nehme ich mal grob aus, weil die Anlagen und Infrastruktur zu beträchtlichen Teilen nur kostengünstig "verschrottet" wurden)<br /> <br /> <br /> Die Antwort berührt dasselbe Thema, das wir zuletzt hatten: Was zählt die Materie der Ausbeutungsmaschinerie gegen den Eigentumstitel, der sich<br /> auf sie und Nachfolgerinnen erstreckt? Wenig bis gar nichts! Die Materie gehört ins Reich der Sorgen das dem subalternen Management von den Konzernführungen bereitet wird. Das<br /> Schema ist übrigens dasselbe von der kleinsten Klitsche, wo Führung und Management mehr oder minder Personalunionen bilden, bis zum Weltkonzern! (Manchmal ist es nützlich, als Manager gearbeitet<br /> zu haben)<br /> <br /> <br /> Das ist das eine.<br /> <br /> <br /> Das andere, darüber haben wir auch schon gesprochen: Die chinesische Zentralmacht wird unweigerlich bei der "Entwicklung" Xinjiangs uigurischen, islamistischen, regionalistischen Widerstand<br /> wecken bzw. neu ins Leben rufen, das liegt in deren Dynamik, die ja zielbewußt von außen importiert die regionale Dynamik pushen, die sozialen Beharrungskräfte in der Region brechen bis<br /> hinwegfegen sollen. Daß der Regionalismus dort überwiegend von München und Washingten aus angefacht und militarisiert wird, ist ohnehin eine Lüge. Die sozialpolitisch wirksame Ressource der<br /> konservativen Widerstände sind die zahlreichen und bedeutenden Beziehungen der Bevölkerung Xingjiangs zu den östlichen Nachbarn, bis hin nach Kasachstan, die eine kaum zu unterschätzende<br /> materielle (!) Basis haben: die mehr oder minder gemeinsame Sprache!!<br /> <br /> <br /> Die Münchner und Washingtoner Adressen sind daher in erster Linie die von künftigen Protegés und Anwälten, die in erheblichem Maße nur einfach abwarten müssen, daß ihre Klientel<br /> antichambrieren kommt.<br /> <br /> <br /> Natürlich weiß das auch die chinesische Zentralmacht, aber mögliche und gewiß auch zahlreich angeregte und ergriffene (sozialpolitische) Gegenmaßnahmen setzt die Zentralmacht in erster Instanz in<br /> Gegensatz zur eigenen Provinzregierung!<br /> Die hat nämlich möglichst kostengünstig die Plan-Direktiven zu erfüllen und dafür legt sie nicht der indigenen Bevölkerung, sondern den Plankommissionen Rechenschaft. Insofern<br /> ist der Gegensatz ökonomisch antagonistisch, obwohl er es politisch natürlich nicht ist (qed!)<br />
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S
<br /> <br /> Der sch... Server hat jetzt zweimal meine Antwort gefressen. Im Moment mag ich nicht mehr.<br /> <br /> <br /> <br />