China wird zum Land der Mittelschichten

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Wenn in Deutschland ein Politiker von Wohlstand für alle spricht, kann man ebensogut weghören. es handelt sich bloss um irgendeinen Wahlkampfquatsch. Die Ralität ist, dass die Reichen immer reicher werden, die Armen immer ärmer und dass es im Lauf der letzten zwanzig Jahre auch immer mehr der sogenannten Mittelschichtler an den Kragen geht. Irgendwoher muss der Reibach ja kommen, den die Reichen machen, und von deren Arbeit kommt er besteimmt nicht. Er kommt von der Arbeit anderer, eingeschlossen die "Mittelschichtler". Das mit der Leistungsgesellschaft funktioniert nämlich anders als viele meinen. Es bedeutet, dass die einen leisten müssen, damit sich die anderen was leisten können.

 

In China ist das anders. Da gibt es einen gesamtgesellschaftlichen Plan, der Zug um Zug realisiert wird und nach dem das Land entwickelt wird - jedenfalls, so lange sich die KP an der Macht halten kann und die mit westlichen Vorbildern liebäugelnden Kräfte in ihr nicht die Oberhand bekommen. So lange das so ist, dient selbst das Reibach machen der chinesischen Reichen für eine gewisse Zeit der Wirtschaftsentwicklung und werden die damit verbundenen Schweinereien in Kauf genommen. Im folgenden Artikel geht es darum, welcher Lebensstandard bis 2025 realisiert werden soll:

 

Bis 2023 wird Hälfte der chinesischen Stadtbürger der Mittelschicht angehören

 
Mehr als 37 Prozent der chinesischen Stadtbevölkerung gehören bereits heute zur Mittelschicht. Bis 2023 könnte ihr Anteil die Hälfte erreichen, wie eine neue Studie eines chinesischen Think-Tanks ergab.

Aufgrund der Daten von 2000 bis 2009 berechneten die Forscher der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, dass die Mittelschicht in Chinas Städten im Jahr 2009 230 Millionen betrug, womit sie einen Anteil von 37 Prozent der Stadtbewohner hatte.

Der jährliche Bericht über die städtische Entwicklung in China wurde von der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften am Mittwoch veröffentlicht. Die Mittelklasse wird darin definiert durch den Anteil der Ausgabe für Lebensmittel an den Gesamtausgaben einer Person. Denn das Engelsches Gesetz lautet: je ärmer ein Haushalt, desto höher der Anteil der Ausgaben für Ernährung. Beträgt in China dieser Anteil zwischen 0,3 bis 0,373, gilt man als Angehöriger der Mittelschicht. Dies wird voraussichtlich im Jahr 2019 auf 45 Prozent der Stadtbewohner zutreffen und bis ins Jahr 2025 soll die Zahl auf über 52 Prozent steigen, wie Zhang Lifeng, ein Forscher der Akademie, sagte.

Laut Song Yingchang, Zhangs Kollege und Chef-Autor des Berichts, soll es das Ziel des Landes sein, dass die grafische Darstellung der Einkommensstruktur des Landes wie eine Olive aussieht, also mit einem breiten Mittenteil und spitzen Enden. "Unterschiede in Reichtum sollten reduziert und eine wohlhabende Gesellschaft sollte aufgebaut werden. Aber wir stehen heute vor ungleichen Entwicklungen zwischen Wirtschaftswachstum und Lebensstandard der Bürger", sagte er am Mittwoch in Beijing der Tageszeitung China Daily.

Zhang schätzte in dem Bericht, dass die "Oliven-Form" in den chinesischen Städten bis 2019 erscheinen wird, sobald die Bevölkerung der Mittelschicht die Zahl der Menschen mit niedrigem Einkommen übersteigt. China hat heute etwa 50 Millionen Arme in Städten, die weniger als 8.500 Yuan (etwa 923 Rubel?) pro Jahr verdienen, sagte Jiang Guihuang, ein Lehrer an der Beijing City University. Das seien doppelt so viele Städter, die von der Regierung Teuerungszulagen erhalten.

Präsident Hu Jintao hatte zugesichert, dass die Einkommen in einer angemessenen und ordnungsgemäßen Weise verteilt werden, so dass der Großteil der Bevölkerung zur Mittelschicht gehören kann und dass bis zum Jahr 2020 die absolute Armut im Wesentlichen beseitigt wird.

Quelle: german.china.org.cn

Werbung

Veröffentlicht in China

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post