Chinas Wirtschaftswachstum wird 2012 voraussichtlich anhalten
Die chinesische Wirtschaft ist 2011 mit einer Rate von ca. 9 % gewachsen. 2012 wird sich nach chinesischen Prognosen daran nicht viel ändern. Der Trend geht zu einer Konsolidierung des Exports und einer Verlagerung des Schwerpunkts der Wirtschaftsentwicklung auf die Binnenkonjunktur. In dem hier gespiegelten Artikel wird darauf hingewiesen, dass die chinesische Regierung viel mehr wirtschaftliche Steuerungsmöglichkeiten hat, als das für Regierungen in kapitalistischen Staaten der Fall ist.
Interessant finde ich an dem Text die "Akzentuierung" der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den ASEAN-Staaten. Das ist der Konter zu Obamas "Hinwendung zum pazifischen Raum", die deutlichauf die Isolierung Chinas gerichtet ist. Den USA bleiben dafür nicht viel mehr Mittel als die noch weitere Verstärkung des Militärs in diesem Raum und politische Pressionen auf die Staaten. China kann dagegen etwas in Anschlag bringen, das die USA nicht können: Wirtschaftliche Prosperität und Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu gegenseitiogen Vorteil. Von einer weiteren guten Entwicklung des chinesischen Binnenmarkts wird die Exportindustrie der ASEAN-Staaten profitieren, und China ist zahlungsfähig. Dagegen können die USA ihre Importe kaum erhöhen und könnten solche auch kaum bezahlen.
Im Effekt "müssen" die USA vorrangig auf politischen Druck, Verschärfung von Spannungen und militärische Drohungen setzen, weil sie kaum andere Mittel haben. Aus dem selben Grund "muss" China auf Frieden und Zusammenarbeit setzen.
Hier der Artikel bei http://german.china.org.cn/business/txt/2012-01/02/content_24310377.htm zur Prognose für 2012:
Chinas Wirtschaft wird auch 2012 eine Wachstumslokomotive bleiben
Die chinesische Wirtschaft wird nicht Schaden nehmen. Vielmehr wird sie ihre robuste Vitalität beibehalten und auch 2012 ein Leuchtturm der Hoffnung und ein Wachstumsmotor für die noch immer fragile Weltwirtschaft bleiben.
Einige westliche Beobachter, darunter auch der Nobelpreisträger Paul Krugman, der nicht nur für seine ökonomischen Einsichten, sondern auch für sein harsches Urteil über die chinesische Volkwirtschaft bekannt ist, haben vor kurzem vor einem möglichen Wirtschaftskollaps in China in der nächsten Zukunft gewarnt. Sie behaupteten, dass die Verlangsamung des Wachstums sowie sinkende Aktienkurse und Rohstoffpreise Signale dafür seien, dass die Immobilienblase des Landes kurz vor dem Platzen steht.
Solche Warnungen sind indes an den Haaren herbeigezogen und spiegeln nicht die Realität der chinesischen Wirtschaft wider. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise von 2008 war China eines der ersten Länder, das wieder auf die Beine kam. Im Jahr 2009 erreichte China ein Wachstum von 8,7 Prozent. Damit überholte es nicht nur die Industriestaaten, deren Wirtschaft um 3,2 Prozent schrumpfte, sondern auch andere Schwellenländer, die auf ein durchschnittliches Wachstum von 2,4 Prozent zurückblicken können.
Auch wenn sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft verlangsamt hat, so ist doch zu erwarten, dass sie 2011 um neun Prozent gewachsen ist, was in krassem Gegensatz zum Abschwung in Europa und den Vereinigten Staaten steht. Diejenigen, die vor einem ökonomischen Zusammenbruch in China warnten, unterschätzen zudem die Fähigkeit der chinesischen Regierung, finanzielle Risiken abzuwenden. Diese hat ein ganzes Arsenal an leistungsfähigen und flexiblen Instrumenten zur makroökonomischen Steuerung, mit denen sie die Risiken in der Immobilienbranche verringern kann.
Im Moment hat die Welt noch immer mit zahlreichen Bedrohungen zu kämpfen wie etwa der europäischen Schuldenkrise, dem Abflauen des Aufschwungs der US-Wirtschaft nach dem Konjunkturpaket und die sich verlangsamenden wirtschaftlichen Aktivitäten in den Schwellenländern. Vor einem solchen Hintergrund gleicht China einem Leuchtturm in der rauen See des globalen Wirtschaftswachstums, da das Land Export- und Investitionsmöglichkeiten bietet und die regionale Zusammenarbeit fördert.
Wie der chinesische Staatspräsident Hu Jintao in seiner Neujahrsansprache sagte, wird China die wirtschaftliche Umstrukturierung beschleunigen, die Dynamik des Wirtschaftswachstum beibehalten und dabei helfen, gemeinsam eine Entwicklung zu erreichen. In diesem Geist nimmt China seine Wirtschaftsreformen vor, bei der die schwere Abhängigkeit von Exporten verringert und die Binnennachfrage verstärkt werden soll.
Eine chinesische Wirtschaft, die vom Binnenkonsum angetrieben wird, bietet mit seinen 1,3 Milliarden Menschen einen astronomischen Markt für Produkte und Dienstleistungen aus allen Ecken der Welt, schafft zahlreiche Arbeitsplätze und treibt die Volkswirtschaften sowohl zu Hause wie auch im Ausland an. Die wirtschaftliche Umstrukturierung wird auch Chinas Rolle als globaler Exportmarkt festigen, anderen Ländern helfen, ihre schlaffen Exporte anzuheben und die Auswirkungen der sinkenden Nachfrage aus dem Westen abzufedern.
Doch die Vorteile eines reichen Chinas reichen weiter. Beim 14. Gipfel der ASEAN-Staaten und China stellte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao ein Sechs-Punkte-Plan vor, der die praktische Zusammenarbeit zwischen China und der ASEAN erleichtern soll. Dabei sind die chinesischen Spitzenpolitiker auch eine feste Verpflichtung zur Verringerung der Handelshemmnisse und zur Förderung der regionalen Integration in der Region Asien-Pazifik eingegangen. Diese Verpflichtungen bedeuten, dass die regionale Zusammenarbeit 2012 verstärkt wird.
Zwar gibt es auf dem Weg des Wachstums noch Hindernisse, aber China wird weiterhin gemeinsam mit dem Rest der Welt an den wirtschaftlichen Herausforderungen arbeiten und kräftige Impulse für die Weltwirtschaft bieten.
Quelle: China Daily