Der Torwart, der Lokfuehrer und die islamische Befreiungstheologie

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner



Yavuz Oezoguz`Texte auf der Seite muslim-markt lese ich gern und eimpfehle sie auch des oefteren. Sein Blickwinkel, der eines Buergers muslimischen Glaubens, regt an, prufend auf die eigenen eingefahrenen Denkgeleise zu gucken. Gestern hat Herr Oezoguz einen Artikel ins Netzt gestellt, den ich besonders interessant finde: Die Trauer im Schatten der Arroganz  der Macht. Darin wird der Suicid des Torwarts noch einmal angeschaut - aber mehr aus der Sicht des Lokfuehrers, der das Ungluck hatte, dass sich dieser Mann vor seinen Zug warf. Die Geschichte wird als Beispiel dafuer genommen, wie die offizielle oeffentliche Meinungsmache - Oezoguz nennt sie oft treffend "Hofberichterstattung" - die Welt ueberhaupt anschaut - von oben, aus der Sicht der Millionare. Oezoguz stellt dem eine andere Sicht entgegen -. die von unten, die des Lokfuehrers und anderer "Normales". Und er vebindet das mit einer interessanten Stellungnahme zum eigenen Glauben, die an eine bekanntere christliche gemahnt: Wahrer Islam sei eine Theologie der Berfreiung.

Der Text steht hier:
http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1287.htm

(in dem Zusammenhang verweise ich auf den Eintrag in meinem Blog: Islamischer Sozialismus,
http://kritische-massen.over-blog.de/article-islamischer-sozialismus-37924397.html

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K
<br /> <br /> Hallo Sepp,<br /> <br /> <br /> war eine Frage, mit dem Streiten und Streiten ist ja nichts schlechtes, sollte eigentlich der Erkenntnis dienen. Problem geklärt, Klarheit erlangt und Streit beendet!<br /> <br /> <br /> Soll ja sogar eine Streitkultur geben!<br /> <br /> <br /> Solidarischen Gruß<br /> <br /> <br /> Thomas<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> Hallo Thomas.<br /> "Mein Satz negiert in keiner Weise den Befreiungsgedanken auf religioeser Basis.": Ich hatte Deinen ersten Beitrag so verstanden, dass Du eben das darin getan hast. Mit dem gerade zitierten Satz<br /> stellst Du klar, dass es nicht so gemeint war. Das war fuer mich der Streitpunkt, und Du hast ihn jetzt beiseite geraeumt. Daher weiss ich nicht recht, worueber wir uns streiten sollen.<br /> <br /> Uebrigens hab ich die "drei Worte" doch nicht deswegen herausgegriffen, weil ich unbedingt ein Haar in der Suppe finden wollte. Andersherum wird ein Schuh draus: Ich war mit Deinem Beitrag<br /> weitgehend einverstanden und es waren eben nur die "drei Worte", mit deren (vielleicht falsch herausgelesener) Tendenz ich nicht einverstanden war.<br /> <br /> Solidarischen Gruss<br /> <br /> Sepp<br /> <br /> <br />
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K
<br /> <br /> Hallo Sepp,<br /> <br /> <br /> nun wollen wir uns streiten? Ich habe nichts dagegen, nur sollten wir uns über die Grundlagen einig sein! Mal ehrlich und einmal davon abgesehen, dass Du meine Aussagen zum Beitrag nicht mit<br /> einem Wort berücksichtigst, greifst Du drei Worte aus einem Satz heraus! Ja, welchen Satz hatte ich meinem Kommentar vorangestellt? „Im Glaube ist eine Befreiung begründet, welche einen Befreier<br /> braucht und in nicht nur diesem Sinne Unfrei!“ Wenn ich mir den Satz nun anschaue bemerke ich einen Fehler, ist sicher dem Umstand geschuldet, dass ich diesen Satz einmal umformuliert hatte. Muss<br /> natürlich heißen: „Im Glaube ist eine Befreiung begründet, welche einen Befreier braucht und ist nicht nur in diesem Sinne Unfrei!“ Die Unfreiheit liegt nicht nur im Dogma, wenn der Glaube ein<br /> solches wird und eine Grundvoraussetzung für Freiheit, ist im freien Denken zu sehen. Mein Satz negiert in keiner Weise den Befreiungsgedanken auf religiöser Basis, wie Du es zu unterstellen<br /> versuchst. Übrigens was ist eigentlich Glaube? Und muss nicht ein jeder Mensch in gewissen Grade glauben? Nur eines ist sicher, Glaube ist kein Wissen! Du greifst nicht nur drei Worte aus einem<br /> Satzzusammenhang, sondern Du setzt auch noch Glauben mit religiösen Glauben gleich! Aber Egal, diese eingeschränkte Sichtweise ist oft zu beobachten, gerade dann wenn Religion eine Rolle spielt,<br /> selbst wenn nur Rande.<br /> <br /> <br /> Eines würde mich natürlich interessieren, wie möchtest Du die Welt verändern, ohne Wissen, nur mit Glauben? Das machen nicht einmal religiös gläubige Menschen, im Zweifelsfall wird die Religion,<br /> der religiöse Glaube den Erfordernissen angepasst. Wie z. B. mit der Reformation geschehen, welche den Protestantismus, als die Religion der frühbürgerlichen Gesellschaft hervorbrachte. Hier findet sich ein Zitat, welches diese Problematik etwas veranschaulicht. Ja, Sepp, nun bist Du an der Reihe!<br /> <br /> <br /> P.s. Hier einmal die drei Worte, sinnvoll ergänzt: „Glaube ist unfrei, Wissen befreit!“<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
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K
<br /> <br /> Im Glaube ist eine Befreiung begründet, welche einen Befreier braucht und in nicht nur diesem Sinne Unfrei!<br /> <br /> <br /> Suizid, Selbstmord, Freitod!<br /> <br /> <br /> 9765<br /> Selbstmorde, also 26,75 Selbstmorde pro Tag, gab es im Jahre 2006, es werden nicht weniger geworden sein. Sie erscheinen alle in der Statistik, nur wenige werden umfassender aus geschlachtet, wie<br /> der des besagten Fußballers. Aber die befreiende Wirkung in diesem Fall, durch irgendeine, wie auch immer geartete, Befreiungstheologie ist nicht zu erwarten. Es wird in diesem Text sicher viel<br /> Richtiges geschrieben und es ist es wert über alle Betroffenen nachzudenken, wobei mich die ganze Angelegenheit bis jetzt peripher tangiert hat.<br /> <br /> <br /> Hier wird der Tod instrumentalisiert, um der Instrumentalisierung des Todes selbst entgegenzuwirken, von den gesellschaftlichen Ursachen kein Wort! Einer Wertung wird eine andere entgegengesetzt<br /> und das Einzige was geschehen ist, ist die Verschiebung des Blickwinkels, also der Ausgangspunkt der Wertung des Vorganges selbst. Grundessens, alle sprechen von dem Millionär, keiner von den<br /> normalen Menschen, Opfer, Täter und so weiter, ein Rollenspiel und ein jeder bedient die Rolle, welche er vermeint bedienen zu müssen.<br /> <br /> <br /> Wie schon gesagt, die ganze Angelegenheit hat mich bis jetzt peripher tangiert und zwar so, das ich betreffende Berichte in Zeitungen überblättert habe und Sendungen zum Thema einfach<br /> weggeschaltet. Ja, was macht es für einen Sinn den Tod und gerade den Freitod eines Menschen zu Instrumentalisieren, wenn nicht um Ablenkung zu generieren? Brot und Spiele, wird im Beitrag<br /> geschrieben, und nicht einmal bemerkt das man sich selbst zu einem Bestandteil dieser Maschinerie macht, solange die eigentlichen, gesellschaftlichen Ursachen nicht benannt werden. Der verlinkte<br /> Beitrag ist interessant geschrieben und auch etwas mit interessanten, historischem Wissen untermauert, dank dafür, aber mehr auch nicht.<br /> <br /> <br /> Ja, was treibt so viele Menschen dem Freitod-wählenden wie einen Abgott zu folgen? Warum kann dieser Tod so erfolgreich instrumentalisiert und vermarktet werden, warum findet der Lokomotivführer<br /> keine, oder kaum Beachtung? Fragen auf die verlinkter Beitrag keine Antwort gibt, es wird nur festgestellt, was die meisten eigentlich schon wissen, unter Umständen aber nicht wahrhaben wollen!<br /> <br /> <br /> Und noch eins, es liegt auch immer im Auge des Betrachters und dessen Weltanschauung, wie historische Stätten, Bauwerke etc. gesehen werden! Für mich sind sie in erster Linie Spuren von Menschen<br /> und zwar von den Menschen, welche diese geschaffen haben und nicht von denen welche sie in Auftrag gegeben wurden!<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> "... Glaube ist ... unfrei":<br /> <br /> Das siehst Du so, ich auch und noch einige hundert Millionen Menschen, vielleicht sogar mehr. Aber ein paar Milliarden sehen das nicht so, darunter einige hundert Millionen Muslime. Ob Atheisten,<br /> Gnostiker oder Glaeubige - alle leben in Klassengesellschaften, und das ist fuer die meisten der HAUPTGRUND ihrer Unfreiheit. Wenn sich nun Glaeubige gegen diesen Hauptgrund wenden, haben sie<br /> dafuer gute sachliche Gruende und es ist DAS, was mich mit ihnen verbindet. Die Weltanschauung trennt uns gleichzeitig. Aber ich faende es falsch, die Weltanschauung zum Kriterium dafuer zu machen,<br /> ob jemand gegen die Verhaeltnisse aufsteht, und mir ist jeder Christ oder Muslim oder welche Glaeubige auch immer lieb, der das tut. Ohnehin entscheiden die das ja selbst.<br /> <br /> Ich denke, Religion ist eine zwieschlaechtige Sache. In manchen Gesellschaften und zu manchen Zeiten nimmt das gesamte gesellschaftliche Bewusstsein religioese Zuege an. Wo das stark ist, nimmt<br /> auch der Kampf zwischen den Klassen religioese FORM an, widerspiegeln sich die wirklichen Gegensaetze, oft sehr verfremdet, als religioese oder Weltanschauungs-Gegensaetze. Aber das Wichtige ist<br /> ihr sozialer Inhalt.<br /> <br /> Dass das Opium DES Volkes, wie Marx Religion nennt, von niemandem mehr gebraucht wird, werden wir spaeteren Zeiten ueberlassen muessen. - Was nicht hindert, dass Leute, die auf dem<br /> Standpunkt des philosophischen Materialismus stehen, sich mit Glaeubigen streiten. Aber Eingung in dieser Hinsicht darf, finde ich, nicht die VORAUSSETZUNG gemeinsamen HANDELNS sein.<br /> <br /> <br /> <br />
L
<br /> Danke für den Link. Interessanter Beitrag - interessante Seite.<br /> Schönes Wochenende.<br /> <br /> <br />
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S
<br /> Bitte. Dir auch ein schoenes Wochenende und schoenen Urlaub. VERGISS die Tanke mal vierzehn Tage lang, wird schon gehen.<br /> <br /> <br />