Deutschland zieht in den Libyenkrieg
Vor Beginn der Bombardements durch die Interventen war der libysche Bürgerkrieg fast zu Ende. Die Regierungstruppen drangen bereits in Bengasi ein. - Wenige Tage, und der Sieger hätte festgestanden.Genau in dieser Lage kam die UNO-Resolution 1973, begannen die Bombardements. Der Bürgerkrieg, von Anfang an eine aus dem imperialistischen Ausland gesteuerte Operation, verwandelte sich damit entgültig in einen Krieg der Aggressoren gegen Libyen. Die Aufständischen verwandelten sich zu deren Hilfstruppen.
Diese Hilfstruppen taugen militärisch nichts. Die britischen und USamerikanischen Agenten und Offiziere, die eingeflogenen Berufs-Exilpolitiker und deren mit eingeflogene, von westlichen Geheimdiensten trainierten, bewaffneten Banden versagten als Kader, die sich mit libyschem Kanonenfutter auffüllen und aus ihm eine Armee formieren sollten. Die Regierungstruppen konnten zwar aus einigen Städten geworfen werden, aber kurze Zeit später stehen sie jetzt wieder fast in den selben Positionen wie vor Beginn der Bombardements.
Die Situation wiederholt sich: Trotz der Luftschläge stehen die Regierungsstreitkräfte kurz vor dem Sieg. Sie wiederholt sich auch in anderer Hinsicht: Wieder soll das Ende verhindert werden durch die Interventen - diesmal durch den Einsatz von Bodentruppen. Schon zu Beginn der Bombardements hatte es Meldungen gegeben, dass der Luftterror nur der erste Schritt sei und dass, für den Fall, dass die libysche Regierung sich halten könne, für Ende April/Anfang Mai die Invasoren mit eigenen regulären Bodentruppen vorgehen würden. Das steht jetzt unmittelbar bevor, wenn Gaddafi sich halten kann.
In diesen Zusammenhang gehört die Ankündigung der deutschen Regierung, deutsche Verbände gegen Libyen einzusetzen. Sie bedeutet: Deutschland wünscht, sich an einem Bodenkrieg zu beteiligen. Mit gewohntem deutschen Zynismus müssen natürlich wieder einmal die Menschenrechte herhalten, um die Interventionsabsichten politisch zu decken.
Die politischen Repräsentanten des deutschen Regimes sind sich über alle Fraktionen hinweg einig. »Wenn die Bundeswehr hier eine Rolle bei der Logistik spielen kann, dann nur zu!«, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour. SPD-Wehrexperte Rainer Arnold sekundierte: »Deutschland täte gut daran, die Fehler der letzten vier Wochen zu korrigieren und hier mitzumachen.« (1)
"Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder (CDU), sagte, er sehe Deutschland in einer moralischen Verpflichtung." ..."FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte, die Absage an militärisches Engagement habe nicht nur vor den Landtagswahlen gegolten. „Wir sind bereit, unsere Verantwortung bei der humanitären Bewältigung der Folgen des Krieges wahrzunehmen“, sagte er. Das hätten die europäischen Außenminister schon im März vereinbart." (2) Einzig die Linkspartei lehnt den geplanten Kriegseinsatz ab.
Deutschland ist dabei, nach zwanzig Jahren "Wiedervereinigung", nach Jugoslawien, Somalia und Afghanistan in den vierten Krieg zu marschieren. Es wird nicht der letzte sein.
Niemand sollte sich Illusionen machen: Der Krieg wird nach Deutschland zurückkommen. Der Preis für das Vergessen der Lehren der Geschichte wird bezahlt werden müssen. - Da kann der deutsche Spiesser nur grinsen. Was, Krieg in Deutschland ? Das blöde Grinsen wird gefrieren. Dafür liegt dann auch schon ein vorgestanztes Deutschwort bereit: Aber das haben wir doch nicht gewollt. - Die Ansage der Dummen, die immer erst hinterher schlauer sind.
(1) http://www.jungewelt.de/2011/04-08/052.php
update:
Bundeswehrverband warnt
update:
Linkspartei: Regierung täuscht und lügt
http://www.redglobe.de/afrika/libyen/4402-bundesregierung-taeuscht-ueber-bundeswehreinsatz-in-libyen
update 9.April 2011:
Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr gegen "humanitären Einsatz":