Ein Nachruf auf Hans Heinz Holz in der FAZ
Die FAZ hat einen Nachruf von Dietmar Dath auf Prof. Hans Heinz Holz veröffentlicht. Er ist im freundlichem Tomn gehalten. "Man sieht ..., dass Holz sich eine Weile als Nachlassverwalter einer besiegten marxistischen Gelehrsamkeit sah, am Ende aber ahnte, er könnte Mitbegründer einer neuen werden." Holz´ Rolle als aktiver Kommunist, als einer Zentralfigur der in der DKP geführten Diskussionen in en letzten zwanzig Jahren (Holz ist 1994 der DKP beigetreten), wird durchaus nicht verschwiegen. ( http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/zum-tode-von-hans-heinz-holz-lebhafter-begriffslehrer-11560112.html )
Mich kommen beim Lesen zwiespältige Gefühle an. Klar, an einem solchen Kopf kommt die FAZ nicht vorbei. Im Feuilleton ist man höchst weltoffen-liberal. Dies hier in Deutschland ist doch eine weltoffene Demokratie, nicht wahr ?!
Aber in diesem Deutschland ist die KPD verboten. In dieser FAZ wird die DKP, die das Erbe der KPD fortführt, geflissentlich so gut wie nie erwähnt. Kommunisten sind tabu. Wenn die veröffentlichte Meinung über sie etwas weiss, dann ist es ziemlich unisono etwas Negatives, Ausgrenzendes, Hetzerisches. Nie ist die Totalitarismus-Doktrin weit, diese perfide Ideologie, die die Nazi-Täter mit ihren Opfern gleichsetzt, den Rassismus mit der Idee der Gleichheit aller Menschen.
So ist deutscher Alltag, auch in der FAZ. Und wenn dann ein Kommunist, an dem man beim schlechtesten Willen nicht vorbeikann, stirbt, darf einmal ein freundlicher Nachruf im Feuilleton sein. Der Antikommunismus, die, nach Thomas Mann, "Grundtorheit unseres Jahrhunderts" - Mann meinte das zwanzigste, aber im einundzwanzigsten hat sich daran bisher nichts geändert - ist deutscher Alltag. Wenn in einem FAZ-Feuilleton ausnahmsweise einmal von dieser Grundtorheit abgesehen wird, hat das den Charakter von Sonntagsreden, die mehr der eigenen Reputation dienen als der Relativierung der Torheit.
Freilich ist der FAZ-Nachruf auch Ausdruck der Tatsache, dass der Marxismus hochaktuell ist und dass dies von immer mehr Menschen auch wahrgenommen wird. Hans Heinz Holz hat das Seine dazu beigetragen. Und die FAZ kommt nicht umhin ...