Gewisse Risse in der Sozialpartnerschaft
Wir sind die Arbeitnehmer und unsere Sozialpartner sind die Arbeitgeber. Das ist mir seit jeher seltsam vorgekommen. Wir sind es doch, die die Arbeit(skraft) geben, und die Unternehmer sind es, die sie nehmen. Warum besteht das Neusprech-Deutsch darauf, den Sachverhalt ins genaue Gegenteil zu verdrehen, die Gebenden als Nehmende und die Nehmenden als Gebende zu bezeichnen ?
Neusprech hin oder her - die Verhältnisse selbst sorgen dafür, dass die in auf die Kopf gestellte Welt in den Köpfen gewisse Gleichgewichtsstörungen bewirken. Die absurde Geschichte von der Sozialpartnerschaft wird von immer mehr Menschen als das erkannt, was sie ist - ein Lügenmärchen. Und die Verhältnisse selbst sorgen auch dafür, dass es nicht beim Umdenken bleibt.
Vier Beispiele:
Deutschland: Streik auf Sylt:
Spanien: Palastbesetzung beim Herzog
http://www.redglobe.de/europa/spanien/5419-hausbesetzung-beim-herzog
Österreich: Ziemlich fiese Sozialpartner
http://www.kominform.at/article.php/20120821154609634
Griechenland: Klassenkampf von unten gegen Klassenkampf von oben:
http://de.kke.gr/news/news2012/2012-07-31-chalivourgia/
Sind wir alle Griechen ? Nein, leider noch längst nicht. Die Griechen sind leider auch längst noch nicht alle Griechen. Dort und hier sind die meisten Leute noch Sozialpartner - im Kopf, in der Wirklichkeit waren wir das nie. Aber das verquere Kopfbild ist in der Krise. Die Wirklichkeit kommt ans Licht: Die Kapitalisten sind nicht Partner, sondern der Klassenfeind.